Fußballer und Olympiahelden darunter?

Dopingarzt Fuentes will Medien Namen verkaufen

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Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes.

Madrid - Dopingarzt Fuentes sorgt auch nach seiner Verurteilung für Aufsehen. Der Mediziner bot Medien über seine Anwälte Exklusiv-Informationen über seinen Kundenstamm an.

Eufemiano Fuentes will Kapital aus seiner Vergangenheit schlagen und sich womöglich für die Verurteilung durch ein Madrider Gericht rächen. Medienberichten aus Spanien und England zufolge plant der zu einem Jahr Haft und vierjährigem Berufsverbot verurteilte Doping-Arzt die Liste seiner Kunden an Medien zu verkaufen. Eine entsprechende Mail mit einer Preisliste zwischen 60.000 und 100.000 Euro pro Interview sollen seine Anwälte laut Guardian und El Pais verschickt haben.

In den Mails werden angeblich prominente spanische Fußball-Teams, Olympia-Medaillengewinner und zusätzliche Radfahrer über die bereits bekannten Namen hinaus genannt. „Wie ich eine Mannschaft für die Champions League vorbereitete“, „Meine medizinische Verbindung zu Gewinnern der Tour de France, des Giro und der Vuelta und des London-Marathons“ sollen einige der in der Anwalts-Mail angedeuteten Enthüllungen lauten.Der Mediziner will bei Bedarf unter dem Stichwort „von Toleranz zum Erfolg“ Gründe für Spaniens Aufstieg zur Sport-Großmacht beleuchten. Mögliche Enthüllungen könnten Gift für Madrids Kandidatur für Olympia 2020 sein.

Der Ende April verurteilte Gynäkologe hatte in dem Prozess angeboten, Daten und Namen der von ihm behandelten Sportler zu nennen. Das Gericht war darauf aber nicht eingegangen und ordnete zudem die Vernichtung aller 216 Blutbeutel der Fuentes-Kunden an. Im Prozess hatte Fuentes angedeutet, außer etwa 50 namentlich bekannten Radprofis sollen auch Fußballer, Tennisspieler und andere Sportler zu seinem Kundenkreis gezählt haben.

Er hatte während des Verhandlung detailliert dargelegt, mit welchen Methoden er gearbeitet habe. Der zuletzt in Gran Canaria praktizierende Mediziner enthüllte aber keine Namen von Kunden. Dies hätte er nur getan, wenn das Gericht es verlangt hätte, sagte er. Die Richterin ging darauf aber nicht ein; denn in der Anklage gegen Fuentes ging es nicht um Doping, sondern darum, ob der Arzt die Gesundheit seiner Patienten gefährdet habe. Die involvierten Radprofis, darunter so prominente wie Jan Ullrich, Tyler Hamilton, Ivan Basso, Alejandro Valverde, Roberto Heras, Michele Scarponi oder Jörg Jaksche waren ab 2006 bekanntgeworden, als Fuentes und seine Komplizen aufgeflogen waren.

Die Richterin Julia Patricia Santamaría hatte auch die Anträge von Anti-Doping-Institutionen und Sportverbänden abgelehnt, die Patienten-Dateien von Fuentes und die bei dem Arzt sichergestellten Blutbeutel herauszugeben. Daraufhin hatten der spanische Anti-Doping-Agentur AEA und der Weltradsport-Verband UCI Einspruch eingelegt, über den demnächst verhandelt werden wird.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

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Der Fuentes-Anwalt José Miguel Lledó berichtete, internationale Medien sollen Geld für Interviews mit dem Mediziner angeboten haben, wenn Exklusiv-Informationen enthüllt werden. „Wir verlangen für die Interviews kein Geld, auch wenn das so interpretiert werden kann“, zitierte El País den Juristen. Allerdings spielten die Geldangebote bei der Entscheidung, welche Interviews gewährt werden, schon eine Rolle.

Die spanische Zeitung interpretierte den jüngsten Fuentes- Schachzug als einen Racheakt (für seine Verurteilung) und als einen Versuch, seine Macht zu demonstrieren.

dpa

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