Doping-Studie: Prokop fordert Nennung von "Ross und Reiter"

+
Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)

Berlin - Nach dem Wirbel um die Studie zum Doping in der Bundesrepublik hat Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die Nennung konkreter Namen gefordert.

 „Es müssen Ross und Reiter genannt werden“, verlangte Prokop am Dienstag bei einer Pressekonferenz in München und mahnte die Veröffentlichung der bisher zurückgehaltenen Langfassung der Studie an. Nur so könne auch der nun aufgekommene „Generalverdacht“ gegen bundesdeutsche Athleten ausgeräumt werden.

Bei der Studie handele es sich um ein „sehr erschreckendes Dokument“, betonte der Leichtathletik-Präsident. Er hoffe jedoch, dass dieses bewirke, dass nun auch „die letzten Zweifler in Sport und Politik“ zum Umdenken bewegt werden könnten. „Jetzt ist die Zeit zum Handeln gekommen.“ Ziel müssten „ganz klar strafrechtliche Regelungen“ sein, betonte Prokop. „Es geht um die Glaubwürdigkeit des Sports und der Sportler.“

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Radprofi Rolf Aldag gibt dem System die Schuld. Ohne EPO-Missbrauch hätte er im T-Mobile-Team keinen neuen Vertrag bekommen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Bayerns Justizministerin Beate Merk bekräftigte bei der Pressekonferenz ihre Forderung nach einem umfassenden Anti-Doping-Gesetz. „Wir müssen handeln, aufdecken, nicht länger zudecken“, forderte die CSU-Politikerin. Die Sportverbände müssten zur Kenntnis nehmen, dass sie die Probleme alleine nicht bewältigen könnten. „Systematisch aufklären, systematisch strafen kann der Sport nicht.“ Es sei an der Zeit, „endlich ein Doping-Strafrecht zu schaffen, das seinen Namen verdient“, betonte Merk.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Prächtige Hortensien? Mit diesen Tricks klappt es bestimmt

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Meistgelesene Artikel

EM 2021: Mit Rest-Alkohol entdeckt – so tickt der neue Held Robin Gosens

EM 2021: Mit Rest-Alkohol entdeckt – so tickt der neue Held Robin Gosens

EM 2021: Mit Rest-Alkohol entdeckt – so tickt der neue Held Robin Gosens
EM 2021: Vor Deutschland gegen Frankreich – Feuer in der Allianz Arena

EM 2021: Vor Deutschland gegen Frankreich – Feuer in der Allianz Arena

EM 2021: Vor Deutschland gegen Frankreich – Feuer in der Allianz Arena
EM 2021: Dänen-Star Eriksen nah am Tod –  „Herzstillstand, er war schon weg“

EM 2021: Dänen-Star Eriksen nah am Tod – „Herzstillstand, er war schon weg“

EM 2021: Dänen-Star Eriksen nah am Tod – „Herzstillstand, er war schon weg“
EM-Mitfavorit Spanien verzweifelt an Schweden-Catenaccio

EM-Mitfavorit Spanien verzweifelt an Schweden-Catenaccio

EM-Mitfavorit Spanien verzweifelt an Schweden-Catenaccio

Kommentare