Seine Methoden und ihre Risiken

So hat Lance Armstrong gedopt

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Lance Armstrong kommt aus dem Doping-Kontrollraum

München - Lance Armstrong hat jahrelanges Doping gestanden. Wir erklären, welche verbotenen Methoden und Substanzen er angewandt hat und nennen ihre Risiken.

BLUTDOPING: Je besser die Organe mit Sauerstoff versorgt werden, desto leistungsfähiger sind sie. Manche Methoden wie das Blutdoping zielen darauf ab, den Sauerstofftransport zu verbessern. Dabei erhält der Athlet eine Transfusion mit fremdem oder mit eigenem Blut.

Beim Eigenblutdoping lässt sich der Sportler bis zu einen Liter Blut abnehmen. Es wird konserviert und tiefgekühlt gelagert. Der Blutverlust regt den Körper dazu an, neue rote Blutkörperchen zu bilden - oft verstärkt durch das Hormon EPO. Haben sich die Blutwerte einige Wochen später wieder normalisiert, wird das Eigenblut wieder zugeführt. Dadurch steigt die Konzentration der Blutkörperchen.

Risiko: Infektionsgefahr bei der Transfusion

EPO (Erythropoietin) ist ein Hormon, das in der Niere entsteht und die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) stimuliert. Mit EPO als Dopingmittel kann der Körper mehr Sauerstoff in die Muskeln transportieren. Daraus folgt eine höhere Leistungsfähigkeit, vor allem bei Ausdauersportarten. Gentechnisch hergestelltes EPO hat also eine ähnliche Wirkung wie das aufwendigere Blutdoping.

Risiko: Das Blut wird „dicker“, was zu höherem Blutdruck, Thrombosen und Schlaganfall führen kann.

Pressestimmen zur Armstrong-Beichte: "Er bereut nichts"

Pressestimmen zur Armstrong-Beichte: "Er bereut nichts"

USA: USA Today: "Nach all den Jahren des Betrugs, der Lüge und Millionen Dollar, die auf dem Schwindel beruhen, blickte Lance Armstrong Oprah Winfrey am Donnerstagabend in die Augen und sagte einfach: “Halb so wild'" © dpa
New York Times: "Bei Winfrey verliert er seinen Eisblick und vergisst seine beißenden Worte [...] Armstrong konnte nicht mehr kämpfen - so wie er es immer getan hat" © dpa
Washington Post: "In den ersten 90 Minuten mit Oprah war es Armstrong in hohem Maße bewusst, wie nutzlos er doch in einer Situation ist, bei der Fakten herausgekitzelt werden" © dpa
Frankreich: L'Equipe: "Was Armstrong bestreitet oder verschweigt: Er hat zugegeben, dass er gedopt hat, um die Tour de France gewinnen zu können. Er hat aber seine Rolle im Dopingsystem innerhalb der Mannschaft US Postal heruntergespielt, den hochkontroversen Michele Ferrari verteidigt und jegliche Verschwörung bestritten, eine Positivkontrolle mit Hilfe der UCI vertuscht zu haben" © dpa
Italien: La Repubblica: „Armstrong gesteht zwar, bereut aber nichts. Kaltblütig, berechnend, zynisch: Auch im sensationellsten Interview der letzten Jahre bleibt er bis zuletzt sich selber treu. Der Texaner gesteht zwar Doping, er vermittelt aber nicht den Eindruck, dass er wirklich seine Taten bereut.“ © dpa
Gazzetta dello Sport: "Armstrongs Interview ist das wichtigste in der Geschichte des Radsports und des Sports insgesamt" © dpa
Corriere dello Sport: „Erschütternde Geständnisse Armstrongs. Das Interview mit Oprah Winfrey ist die letzte und steilste Etappe für den Pyräneen-Bezwinger“ © dpa
Großbritannien: The Guardian: „Abgesehen von wenigen Momenten, in denen sich ein kleiner Riss in seinem Panzer bildete, hatte Armstrong stets alles unter Kontrolle. Im Großen und Ganzen hatte er Oprah in der Opposition so unter Kontrolle wie vor Jahren Jan Ullrich“ © dpa
Daily Mail: „Armstrong kann das Spiel noch immer und führt Oprah seine dunklen Künste vor“ © dpa
Spanien: Marca: „Armstrong paralysiert die halbe Welt“ © dpa
AS: „Das exklusive Interview von Lance Armstrong war eine Beichte, wie sie im Buche steht“ © dpa
Schweden: Aftonbladet: „Früh am morgen schwedischer Zeit legte Lance Armstrong die Karten auf den Tisch. In einem TV-Interview gab der siebenmalige Sieger der Tour de France zu, dass er jedes Mal gedopt war, wenn er gewann. Das sensationelle Geständnis kam nach 13 Jahren voller Dementis, steinharter Gegenattacken und juristischer Angriffe, die Armstrong gegen diejenigen führte, die ihn herauszufordern wagten“ © dpa
Dänemark: Ekstra Bladet: „Als Lance Armstrong seinen Hodenkrebs überwunden hatte, setzte er sich ein neues Ziel. Den ultimativen Erfolg im größten Radrennen der Welt, der Tour de France. Er schaffte es, sieben Jahre in Folge zu gewinnen, aber jedes Jahr durch den Einsatz von verbotenen leistungssteigernden Mitteln.“ © dpa
Jyllands Posten: „Lance Armstrongs Doping-Eingeständnisse werden als größter Fall der Radsport-Geschichte bestand haben. Aber eine Bombe in dem Sport, der ihn reich und berühmt gemacht hat, lieferte der Amerikaner in keiner Weise.“ © dpa

GLUKOKORTIKOIDE: Dazu gehören Hormone wie Cortison und Cortisol, mit denen Asthma, Allergien, Rheuma und andere Entzündungen behandelt werden. Sie bewirken zwar keine direkte Leistungssteigerung, wirken aber euphorisierend, unterdrücken Schmerzen und Müdigkeit. Sie sind im Wettkampf verboten.

Risiko: Höhere Anfälligkeit für Infekte. Fettzunahme in Nacken und Gesicht.

WACHSTUMSHORMON: Es beschleunigt die Teilung der Zellen, was sich als Wachstum bemerkbar macht. Das Human Groth Hormon (HGH) wird im Gehirn gebildet und zum Beispiel zur Behandlung von kleinwüchsigen Kindern eingesetzt. Das für therapeutische Zwecke bestimmte HGH wird mit gentechnischen Verfahren hergestellt. Sportler erhoffen sich dadurch Leistungsgewinne und setzten auf die anabole, den Muskelaufbau fördernde Wirkung.

Risiko: Krankhaftes Wachstum von Organen, erhöhter Blutzuckerspiegel.

TESTOSTERON ist das wichtigste männliche Sexualhormon und gehört zur Gruppe der Anabolika. Es wird unter anderem verwendet, um einen stärkeren Muskelaufbau und bessere sportliche Leistungen zu erzielen.

Risiko: Entstehung von Tumoren, Aggressivität, Störung von Gedächtnis und Konzentration, Veränderung der Geschlechtsmerkmale.

dpa

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