Deutsche Handballer unterliegen Serbien

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Martin Heuberger .

Schwerin - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage gegen Vize-Europameister Serbien in die neue Länderspiel-Saison gestartet.

Die Auswahl von Trainer Martin Heuberger  verlor vor 3580 Zuschauern in Schwerin mit 31:33 (15:16).Dabei wurde deutlich, dass der zweite Anzug noch nicht richtig sitzt. „Wir haben in der Anfangsphase viele einfache Gegenstoßtore bekommen, ich glaube aber nicht, dass wir die jungen Serben unterschätzt haben“, sagte Heuberger: „Ich hatte beim 27:24 gedacht, dass wir das Spiel im Griff haben, der Sieg für die Serben geht aber in Ordnung.“ Bei der ersatzgeschwächten deutschen Mannschaft trafen Uwe Gensheimer (9/6) und Stefan Kneer (5) am häufigsten. Bereits am Sonntag testet Deutschland in Rostock (15.30 Uhr) ein zweites Mal gegen die Serben.

Bei den Duellen mit Serbien, das in Schwerin ohne die Stars Momir Ilic und Marko Vujin vom THW Kiel auflief, steht für die deutsche Mannschaft in erster Linie die Vorbereitung auf die im November beginnende EM-Qualifikation und die WM im Januar im Vordergrund. Darüber hinaus kämpft die Mannschaft von Heuberger aber auch um den verloren gegangenen Anschluss an die Weltspitze.

Doch davon war das Team in der Anfangsphase des ersten Tests meilenweit entfernt. Nach drei vergebenen Chancen von Kreisläufer Patrick Wiencek stand es plötzlich 1:5 in der siebten Minute, kurz später sogar 2:7, Torwart Silvio Heinevetter setzte sich bedient auf den Hallenboden. Die DHB-Auswahl agierte in der Offensive fahrlässig, man merkte ihr das Fehlen von Spielmacher Michael Haaß (Trauerfall) an. Bei Gegenstößen stand Deutschland dann offen wie ein Scheunentor. Heuberger hatte keine Wahl und nahm schon in der 9. Minute seine Auszeit. Und die Ansprache fruchtete. Nun packte die Abwehr um Organisator Oliver Roggisch entschlossener zu und auf der Gegenseite führten die Aktionen von Ersatz-Regisseur Sven-Sören Christophersen immer häufiger zu Torerfolgen.

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Joachim "Jo" Deckarm wurde 1978 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später verletzte sich der als bester Spieler der Welt geltende Rückraumriese bei einem Europapokalspiel des VfL Gummersbach in Ungarn. Nach einem Foul fiel Deckarm auf den Kopf und lag 132 Tage im Koma. Er kämpfte sich durch intensive Therapien zurück ins Leben, ist aber bis heute durch den Unfall gezeichnet. © dapd
Jochen "Scholle" Fraatz war einer der besten Linksaußen der Welt. Er spielte lange Jahre für TuSEM Essen, später für die HSG Nordhorn und den TBV Lemgo. 1984 gewann er mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Vor allem seine "Dreher" waren weltweit gefürchtet. Er ist mit 2.660 Toren Zweiter der ewigen Torschützenliste der Handball-Bundesliga. © getty
Florian Kehrmann wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der dynamsiche Rechtsaußen vom TBV Lemgo errang außerdem mit der "Goldenen Generation" um Daniel Stephan, Stefan Kretzschmar, Volker Zerbe und Christian Schwarzer 2004 den EM-Titel. 2003, 2005 und 2006 wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt. 2006 wurde er außerdem Zweiter bei der Wahl zum Welthandballer des Jahres. © dapd
Bernhard Kempa prägte den Handball in Deutschland wie kaum ein anderer Spieler. Der Feld- und Hallenhandballspieler errang mit seinem Heimatverein Frisch Auf Göppingen elf Meistertitel. Legendär ist der "Kempa-Trick", der nach "Monsieur Handball" benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere feierte er auch als Trainer große Erfolge und war Welt- und Europameister im Tennis der Senioren. © dpa
Vielen Handballfans ist Wieland Schmidt kaum ein Begriff. Der Torhüter feierte mit der olympischen Goldmedaille 1980 in Moskau seinen größten Erfolg. Der langjährige Nationaltorhüter der DDR galt in den 70er und 80er Jahren als einer der besten Keeper der Welt. Mit seinem Heimatverein SC Magdeburg feierte er u.a. sechs Meistertitel und und zwei  Europapokalsiege. Er wurde dreimal zum Handballer des Jahres der DDR gewählt. © dpa
Christian Schwarzer feierte mit der deutschen Nationalmannschaft seine größten Erfolge. Neben dem WM-Titel 2007 und dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 wurde er 2003 bei der Weltmeisterschaft in Portugal als Kreisläufer zum wertvollsten Spieler gewählt. Während seines Engagements beim FC Barcelona wurde der überragende Abwehrspieler Champions-League-Sieger (2000). © dapd
Daniel Stephan gilt als "der Unvollendete". Er war 1998 der erste Welthandballer Deutschlands (2004: Henning Fritz). Der Rückraumspieler hatte während seiner Karriere mit etlichen Verletzungen zu kämpfen und spielte deshalb nie eine Weltmeisterschaft. 2004 errang der dreimalige Handballer des Jahres (1997-1999) mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Stephan war ein unglaublich vielseitiger Rückraumspieler. Neben seiner guten Übersicht zeichnete er sich als Spielmacher und Torjäger aus. © dapd
Andreas Thiel, genannt der "Hexer", gewann mit dem VfL Gummersbach fünf Deutsche Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister. Gefürchtet waren vor allem die Reflexe des siebenmaligen Handballer des Jahres. Er hielt in seiner Bundesligakarriere (528 Spiele) 430 Siebenmeterwürfe. © getty
Erhard Wunderlich ist Deutschlands "Handballspieler des Jahrhunderts". Im Alter von 21 Jahren gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 1978 den Weltmeistertitel. Mit dem VfL Gummersbach sicherte er sich alle nationalen und internationalen Titel. In seiner Karriere wurde er dreimal mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der BRD, dem "Silbernen Lorbeerblatt", ausgezeichnet.  1981 und 1982 wurde er außerdem zum Handballer des Jahres gewählt. © getty
Volker Zerbe steht für außergewöhnliche Vereinstreue. Der 2,11 große Linkshänder spielte seine gesamte Karriere (1986-2006) beim TBV Lemgo. Zerbe galt als einer der weltbesten Abwehrspieler und zeichnete sich in der Nationalmannschaft vor allem durch sein blindes Verständnis mit Kreisläufer Christian Schwarzer aus. In der DHB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 seinen größten Erfolg. Den TBV Lemgo führte der langjährige Kapitän u.a. zu zwei deutschen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei internationalen Titeln. © getty

Zur Pause kämpfte sich Deutschland auf 15:16 heran, auch dank Rückraumspieler Stefan Kneer, der einen guten Eindruck hinterließ. Nach dem Wechsel gab die deutsche Mannschaft zunächst den Ton an. Der Kieler Dominik Klein erzielte in seinem 150. Länderspiel die erste Führung (34.), die Serben ließen sich jedoch nicht abschütteln. In der 48. Minute warf Reichmann dann erstmals einen Vorsprung mit drei Treffern heraus. Doch auch davon erholten sich die Serben. Heuberger hatte gezwungenermaßen einige Spieler aus der zweiten Reihe aufgeboten. Die Leistungsträger Holger Glandorf, Adrian Pfahl und Martin Strobel, allesamt nach Verletzungen noch nicht wieder bei einhundert Prozent, fehlten. Dafür waren die Neulinge Kai Häfner (HBW Balingen-Weilstetten), Tobias Reichmann (HSG Wetzlar), Evgeni Pevnov (Füchse Berlin) und Felix Danner (MT Melsungen) dabei. Das erneute Duell am Sonntag mit Serbien ist der letzte Auftritt vor dem Beginn der Qualifikation für die Europameisterschaft 2014 in Dänemark. Dort treffen die deutschen Handballer zunächst am 1. November in Mannheim auf Montenegro. Weitere Gruppengegner sind Tschechien und Israel.

sid

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