Moto2-Star weint hemmungslos

Cortese rückt auf Rang sieben vor

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Sandro Cortese.

Doha - Sandro Cortese wurde von den Emotionen übermannt. In der Box liefen bei ihm die Tränen, nachdem er beim Saisonauftakt in Katar trotz eines Fersenbeinbruchs als Siebter das beste Moto2-Ergebnis seiner Karriere geholt hatte.

Sandro Cortese weinte nach der Rückkehr in die Box hemmungslos. Teamchef Jürgen Lingg nahm seinen völlig aufgelösten Schützling in den Arm und spendete Trost, dabei hätte es für alle Beteiligten Grund genug für gute Laune gegeben.

Mit dem siebten Platz beim Saisonauftakt in Katar hatte der angeschlagene Motorrad-Pilot sein bestes Ergebnis seit dem Aufstieg in die Moto2 geholt - doch die unglücklichen Umstände und die durch eine Verletzung verbaute Chance auf noch mehr ließen die Emotionen überkochen. Kaum hatte Cortese den Helm abgesetzt, kullerten die Tränen.

„Ich habe mich fast übergeben müssen, es waren unendliche Schmerzen“, sagte Cortese zu den spürbaren Folgen seines Sturzes vom Samstag im Qualifying. Nachdem die Ärzte zunächst außer einer offensichtlichen Fleischwunde auch von einem Bruch eines kleinen Knochens im Fuß (Astragalusknochens) ausgegangen waren, ergab eine Untersuchung am Montag einen Fersenbeinbruch sowie zahlreiche innere Blutungen im linken Fuß.

Entsprechend qualvoll war schon die Rennvorbereitung gewesen: „Ich habe zehn Minuten gebraucht, bis ich in den Stiefel reingekommen bin.“ Er machte das Beste aus den schwierigen Voraussetzungen.

Noch am Renntag war unklar gewesen, ob Cortese überhaupt fahren kann. Der Schwabe musste sich das Okay der Rennärzte abholen. Auf das Warm-up verzichtete er dennoch, Schonung war wichtiger als ein Testlauf. Ernst wurde es erst bei der Aufwärmrunde, Cortese hob nach der Ankunft in der Startaufstellung den Daumen - es ging.

Schnell wurde aber klar, dass es für ganz vorne kaum reichen würde. „Ich habe nicht so frei fahren können, wie ich wollte“, sagte der Kalex-Fahrer. Und das war bitter, denn der Berkheimer hatte auf dem Losail Circuit konstant schnelle Runden gezeigt und im Qualifying die zweitbeste Zeit hingelegt. Cortese, der im Vorjahr in seiner ersten Moto2-Saison fast regelmäßig hinterhergefahren und nur WM-20. geworden war, wäre unter normalen Umständen sogar ein Siegkandidat gewesen.

Mit etwas Abstand zog der frühere Moto3-Weltmeister, der nun zur Stillung der Blutungen im Fuß drei bis vier Tage absolute Ruhe verordnet bekam, ein positives Fazit. „Wir hatten ein super Wochenende. Es war trotzdem mein bestes Moto2-Ergebnis“, sagte der Geschundene leicht trotzig.

Danach war es Zeit, die Wüste hinter sich zu lassen. „Ich bin jetzt einfach froh, dass ich heimfliegen kann, die zwei Wochen zu Hause habe und den Fuß wieder in Ordnung bringen kann.“ Weiter geht es erst am 13. April in Austin/Texas. Die Pause wird gut tun.

Das gilt auch für seinen gleichaltrigen Kumpel Stefan Bradl. Die Seelenlage war beim Zahlinger kaum besser, auch für den einzigen deutschen MotoGP-Piloten war die Chance auf einen echten Coup im Kiesbett zerplatzt. In Führung liegend, stürzte der Honda-Fahrer beim Nachtrennen und schied wie im Vorjahr aus. Nach eher durchwachsenen Leistungen in den Trainings und im Qualifying (7.) lag nach einem Traumstart („eine perfekte erste Runde“) plötzlich eine Sensation in der Luft.

Bradl fiel es schwer, seine Gefühle zu sortieren. Er pendelte zwischen Enttäuschung und Überraschung - über sich selbst. „Ehrlich gesagt hätte ich eine solch starke Vorstellung nicht erwartet“, sagte Bradl: „Aber vor dem Rennen habe ich mich stark gefühlt und war konzentriert.“

Woran es lag, dass es am Ende mit dem zweiten Podestplatz in der Königsklasse nichts wurde, wusste der ehemalige Moto2-Champion nicht: „Ich kann nicht sagen, warum ich gestürzt bin. Das Vorderrad ist weggegangen, dabei bin ich gefahren wie in der vorherigen Runde. ` Ganz schnell blickte Bradl Richtung USA, bei Twitter gab er die Richtung vor: `Angriffsmodus - niemals aufgeben“.

sid

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