Chavanel gewinnt siebte Etappe und Gelbes Trikot

Sylvain Chavanel hat die erste Bergetappe der Tour de France am Samstag mit klarem Vorsprung gewonnen.
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Sylvain Chavanel hat die erste Bergetappe der Tour de France am Samstag mit klarem Vorsprung gewonnen.

Les Rousses - Sylvain Chavanel hat die erste Bergetappe der Tour de France am Samstag mit klarem Vorsprung gewonnen. Bei einem anstrengenden Anstieg vor dem Ziel verwies er seine Verfolger auf die plätze.

Tony Martins Traum von einer guten Tour- Platzierung ist bereits auf der ersten Alpenetappe zu Ende gegangen. Der 25 Jahre alte Eschborner brach am Samstag auf dem 7. Streckenabschnitt völlig ein und verlor 19:14 Minuten auf den französischen Tagessieger Sylvain Chavanel, der sich das Gelbe Trikot vom Schweizer Fabian Cancellara zurückholte.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

“Ich hatte heute schlechte Beine. Das ging schon die ganze Woche so. Das müssen wir jetzt analysieren“, sagte der enttäuschte Martin und fügte hinzu: “Jetzt konzentriere ich mich auf Etappensiege.“ Als sein Rückstand auf drei Minuten angewachsen war, “habe ich rausgenommen, da kam es dann auch nicht mehr auf die Zeit an“, sagte er.

Auch im Vorjahr waren die Alpen für Martin ein schlechtes Terrain gewesen: Auf dem kleinen Sankt Bernhard hatte der Columbia-Radprofi einen ähnlichen Rückschlag erlitten. Nun will er Helferdienste für seinen Sprint-Kapitän Mark Cavendish leisten und im Zeitfahren am vorletzten Tag der 97. Tour de France in Bordeaux auftrumpfen. Das Weiße Trikot und eine gute Platzierung im Gesamtklassement sind nach seinem rabenschwarzen Tag außer Reichweite.

Auf dem Schlussanstieg hinauf nach Rousses blieb der Schlagabtausch der Topfavoriten aus. Dies nutzte Chavanel, der als Solist die Skistation erreichte und seinen zweiten Etappensieg nach Spa bei dieser Tour feierte. Tageszweiter wurde der Spanier Rafael Valls vor seinem Landsmann Juan Manuel Garate. “Das war heute eine geglückte Revanche. Ich habe mir das Gelbe Trikot wiedergeholt, dass ich in Arenberg nur wegen eines Defektes verloren hatte“, sagte Chavanel, der bereits nach seinem Sieg in Spa einen Tag das “Maillot Jaune“ getragen hatte. In der Gesamtwertung führt er nun vor dem australischen Weltmeister Cadel Evans (+ 1:25 Minuten Rückstand) und dem Kanadier Ryder Hesjedal (1:32).

Der bisherige Spitzenreiter Cancellara brach indes wie Martin völlig ein, verlor 14:12 Minuten und rangiert nicht mehr unter den Top Ten. “Die Hitze und der Stress haben mich fertiggemacht. Morgen fahre ich wieder in einem normalen Trikot, dann wird es ruhiger“, sagte Cancellara. Der Schlussanstieg hinauf zum 1168 Metern hohen Wintersportort sorgte nach 165,5 Kilometern wie erwartet für die Entscheidung. Der große Showdown der Klassementsfahrer blieb aber aus, Vorjahressieger Alberto Contador und Lance Armstrong tasteten sich nur vorsichtig ab.

Erst am Sonntag, bei der einzigen Bergankunft in den Alpen, werden die Favoriten, die geschlossen 1:47 Minuten nach Chavanel ankamen, in Morzine-Avoriaz die Karten auf den Tisch legen. Nicht in Topform scheint Armstrongs Edelhelfer Andreas Klöden zu sein, der dem Tempo der anderen Spitzenfahrer nicht folgen konnte.

Bereits nach fünf Minuten hatte sich ein Quintett um den deutschen Meister Christian Knees und den Cottbusser Danilo Hondo bei brütender Hitze vom Feld gelöst. Schnell erarbeiteten sich die “Flüchtlinge“ einen Vorsprung von acht Minuten, am letzten Berg war aber nur noch Bergtrikot-Träger Jérôme Pineau (Frankreich) übrig. 14 Kilometer vor dem Ziel rauschte dann Chavanel nach vorn.

Knees' couragierte Fahrt an der Spitze des Feldes dürfte vor allem Milram-Teamchef Gerry van Gerwen erfreut haben. Bei der bislang ergebnislosen Suche nach einem neuen Sponsor ist der Niederländer über jeden Tag froh, an dem einer seiner Profis das Jersey mit dem Markennamen werbewirksam durch Frankreich trägt. Am Vortag hatte van Gerwen eingeräumt, im Existenzkampf nur noch auf den aktuellen Geldgeber Nordmilch zu hoffen.

dpa

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