Boll im Soll - EM -Aus für Ovtcharov

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Dimitrij Ovtcharov: „Mir hat die Spritzigkeit gefehlt.“

Stuttgart - Timo Boll ist im Soll, Dimitrij Ovtcharov ist draußen. Deutschlands Tischtennis-Star hat nach Gold mit der Mannschaft die Jagd auf den Titel-Hattrick bei der EM in Stuttgart erfolgreich gestartet.

Im Einzel und im Doppel, wo er mit seinem Düsseldorfer Clubkollegen Christian Süß bereits im Achtelfinale steht, gewann der an Nummer eins gesetzte Titelverteidiger am Donnerstag erwartungsgemäß jeweils zwei Partien. Dagegen konnte Team-Europameister Ovtcharov nach einer 1:4-Pleite gegen den Spanier Carlos Machado seinen Schläger schon nach der 2. Runde einpacken.

“Das war ein langer Tag mit vier Spielen“, sagte der 28-jährige Linkshänder Boll. Wegen des engen EM -Zeitplans fiel die Siegesfeier nach dem Team-Finale am Mittwochabend bescheiden aus. Ein Sektempfang des DTTB im Hotel und einige Happen für die Spieler - mehr war wegen der benötigten Bettruhe nicht drin. So präsentierte sich Boll in den Partien gegen die Außenseiter Vladislavs Agurjanovs (Lettland/4:0) und Geir Erlandsen (Norwegen/4:1) hellwach. Sechs DTTB-Herren zogen im Einzel in die dritte Runde.

“Mein Gegner hat mich mit seinen Aufschlägen überrascht. Mir hat die Spritzigkeit gefehlt“, haderte der arg enttäuschte Ovtcharov. Der 21-Jährige war an Nummer vier gesetzt und wollte eigentlich nach Bronze 2007 seine zweite EM -Einzelmedaille gewinnen. Sein Vater und Trainer tröstete ihn auf der Bank. “Ich will keine Ausreden, aber vier Spiele am Tag nach dem EM -Finale, das ist nicht der beste Zeitplan“, sagte Ovtcharov.

Bei den 16 Aktiven des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) lichteten sich die Reihen. In den Doppel-Konkurrenzen schafften außer Boll/Süß nur die Damen-Duos Zhenqi Barthel/Kristin Silbereisen (Holsterhausen/Busenbach) und Laura Matzke/Kathrin Mühlbach (Hannover/Holsterhausen) den Sprung in das Achtelfinale. Gleich fünf Herren-Doppel sowie Jiaduo Wu/Petrissa Solja blieben vorzeitig auf der Strecke.

Ein Höhepunkt am Großkampftag mit 44 Partien mit DTTB-Beteiligung war das Damen-Einzel zwischen Jiaduo Wu (Kroppach) und der elf Jahre alten Alina Sandul aus Moldawien. Die jüngste EM -Teilnehmerin verlor zwar mit 0:4 Sätzen - die Sympathien des Publikums gehörten ausnahmsweise aber nicht der deutschen Medaillenanwärterin, sondern der zierlichen Pferdeschwanzträgerin.

Außer Wu erreichten Zhenqi Barthel und Kristin Silbereisen die dritte Runde. Die Nachwuchsspielerinnen Petrissa Solja (Saarlouis/15 Jahre), Kathrin Mühlbach (Essen-Holsterhausen/17) und Laura Matzke (Hannover/20) zahlten bei ihrer ersten EM -Teilnahme Lehrgeld und verabschiedeten sich aus dem Turnier.

dpa

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