Boll-Express rauscht ins Finale gegen Dänemark

Timo Boll
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Timo Boll feierte seinen sechsten Sieg im sechsten EM-Spiel.

Stuttgart - Trotz Schläger-Ärgers haben sich die deutschen Tischtennis-Herren um Timo Boll ins EM-Finale gegen Dänemark geschmettert. Für den Superstar ist es eine verspätete Rache.

Durch ein klares 3:0 gegen Rumänien qualifizierten sich die Herren des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) zum dritten Mal in Serie für das Europameisterschafts-Endspiel in Stuttgart. Der verdiente Erfolg stand am Dienstag vor 4000 Zuschauern in der Porsche-Arena nach 105 aufregenden Minuten fest. Bolls Mitstreiter Dimitrij Ovtcharov, der zweimal seinen Schläger wechseln musste, und Christian Süß spielten so gut, dass ihr “Lokführer“ nur einmal in die Box kletterte. “Beide haben sich frei geschwommen“, lobte Herren-Bundestrainer Richard Prause. Im Finale trifft der Titelverteidiger und zweimalige Europameister an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) auf Dänemark. Der Europameister von 2005 siegte 3:1 gegen Österreich.

Während die deutschen Herren zum insgesamt achten Mal um Europas Krone kämpfen, ging der Medaillentraum der DTTB-Damen nicht in Erfüllung. Das Team um Spitzenspielerin Jiaduo Wu verlor im Viertelfinale trotz guter Leistung 1:3 gegen Polen. Nach einem 3:1-Sieg gegen Frankreich wartet nun im Spiel um Platz fünf Weißrussland auf das verjüngte Gastgeber-Team, das bei der EM im Vorjahr nur Rang zehn belegt hatte.

Boll verspätete Revanche

“Es war trotz des Resultats ein schweres Spiel. Ich hoffe, dass ich durchhalten kann“, kommentierte der Weltranglisten-Dritte Boll das Rumänien-Match. Es war auch eine verspätete Revanche für die schmerzhafte 1:3-Pleite im EM-Viertelfinale 2005 in Aarhus, als Boll und der heutige Assistenztrainer Jörg Roßkopf ihre Einzel verloren hatten.

Diesmal ließen die Favoriten nichts anbrennen, obwohl ein Belag von Ovtcharovs Spielgerät bei der Kontrolle zu dick war. Der Weltranglisten-13. spielte unter Vorbehalt zunächst mit dem Schläger von Patrick Baum. Als das Gerät beschädigt wurde, nahm “Dima“ einen zweiten Ersatzschläger in die Hand. Nach einer Eingewöhnungszeit schoss er damit Rumäniens Spitzenspieler Adrian Crisan mit 3:2-Sätzen vom Tisch. Bei der vorgeschriebenen Kontrolle nach dem Spiel bestanden beide Schläger den Test. “Respekt vor Dimitrij“, sagte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig.

Furiose Aufholjagd

Boll, der wegen seiner Rückenprobleme nicht ganz fit ist, lag gegen Constantin Cioti 0:2 zurück, ehe er eine furiose Aufholjagd startete. Mit geballter Faust feierte der 28-Jährige seinen sechsten Sieg im sechsten EM-Spiel. Sein Düsseldorfer Clubkollege und Doppelpartner Süß fuhr gegen Andrei Filimon den viel umjubelten Siegpunkt ein. “Wir müssen bei unseren Siegen nicht immer glänzen“, sagte Prause. “Wir haben uns verbessert und unser Ziel erreicht. Das war absolute Werbung für Damen-Tischtennis“, kommentierte Bundestrainer Jörg Bitzigeio das Abschneiden seines Teams.

Die Kroppacherin Wu kassierte gegen die polnische Europa Top 12-Siegerin Li Qian in einem hochklassigen Match ihre erste Turnier-Niederlage, zählt aber mit einer tollen 7:1-Bilanz zu den Medaillenkandidatinnen im Einzel. Das Team-Finale der Damen bestreiten Titelverteidiger Niederlande und Polen.

Peter Hübner, dpa

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