Vier positive Contador-Tests bei Tour - Einspruch

Alberto Contador steht unter Dopingverdacht
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Alberto Contador steht unter Dopingverdacht

Madrid - Der spanische Radprofi Alberto Contador ist bei der Tour de France 2010 nicht nur bei einer, sondern bei vier Dopingkontrollen positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden.

Wie aus einem Bericht des spanischen Radsportverbandes (RFEC) hervorgeht, war das verbotene Mittel am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt und den drei darauffolgenden Tagen beim späteren Tour-Sieger festgestellt worden. Der Verband betrachte die Befunde jedoch als Teil ein und desselben Falls, berichtete das Madrider Sportblatt “Marca“ am Dienstag. Es dauere mehrere Tage, bis Clenbuterol aus dem Körper verschwunden sei.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
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Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Radprofi Rolf Aldag gibt dem System die Schuld. Ohne EPO-Missbrauch hätte er im T-Mobile-Team keinen neuen Vertrag bekommen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Der RFEC hatte sich in dem Papier dafür ausgesprochen, den dreimaligen Tour-Sieger für ein Jahr zu sperren und ihm den Gewinn der Tour 2010 abzuerkennen. Contador legte Einspruch gegen eine Sperre ein. Er legte vor Ablauf der Frist ein Dossier vor, in dem er einen Freispruch forderte. Er habe das Mittel nicht absichtlich genommen, auch könne ihm keine Nachlässigkeit zur Last gelegt werden.

Contador bekräftigte mit dem Einspruch seine Darstellung, dass der Dopingbefund auf den Verzehr eines verunreinigten Steaks zurückzuführen sei. “Ich konnte nicht damit rechnen, dass das Fleisch verseucht war“, sagte der Madrilene dem staatlichen Rundfunk RNE. “In der EU ist dieses Mittel verboten, und es gibt bei der Fleischproduktion viele Kontrollen.“ Man könne ihm daher keine Fahrlässigkeit zur Last legen. Er hoffe, dass der Verband seine Haltung ändere und auf Freispruch entscheide.

Der RFEC wird das Urteil in den kommenden Tagen fällen. Es gilt jedoch als praktisch sicher, dass der Fall beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) landen wird. Contador hatte angekündigt, eine Sperre - unabhängig von der Dauer - in jedem Fall anzufechten. Bei einem Freispruch des Spaniers wollen der Weltradsportverband UCI und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA vor den CAS ziehen.

Der RFEC hatte sein Plädoyer für eine einjährige Sperre damit begründet, dass Contador seine Version vom verunreinigten Fleisch nicht nachweisen könne. Nach den jetzt bekanntgewordenen Details legte er dem Radprofi zur Last, keine Strafanzeige erstattet zu haben. Der Einsatz von Clenbuterol in der Kälbermast sei nach spanischem Recht ein Gesetzesverstoß. Allerdings hielt der Verband nach Angaben von “Marca“ Contador zugute, nicht gegen das Fairplay verstoßen zu haben. Die entdeckte Menge von Clenbuterol habe keine leistungssteigernde Wirkung gehabt. Aus diesem Grund sprach der RFEC sich dafür aus, die sonst bei Dopingfällen übliche Sperre von zwei Jahren auf die Hälfte zu verkürzen.

dpa

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