Ovtcharovs B-Probe positiv - Anwalt: Nicht überführt

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Dimitrij Ovtcharov

Hannover - Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov kämpft in der Doping-Affäre weiter um seine Unschuld. Die B-Probe hat das positive Ergebnis der A-Probe bestätigt.

Die minimalen Hoffnungen von Dimitrij Ovtcharov haben sich zerschlagen. Auch die B-Probe des unter Doping-Verdacht stehenden Tischtennis-Profis enthielt erwartungsgemäß Spuren von Clenbuterol. Das hat nach Angaben des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) die Analyse des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln ergeben. Damit liegt beim derzeit suspendierten Ovtcharov ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vor. Ob der 22-Jährige bewusst gedopt hat ist damit noch nicht bewiesen. Der vierfache Team- Europameister beteuert weiterhin seine Unschuld.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
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Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
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Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
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Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
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“Dimitrij ist nicht überführt“, betonte sein Rechtsanwalt Michael Lehner am Donnerstag. Das Ergebnis der B-Probe hatten alle Beteiligten erwartet, da ein Analysefehler in der A-Probe in der Regel ausgeschlossen werden kann. “Es hätte mich gewundert, wenn die Probe negativ ausgefallen wäre“, sagte Lehner. Er kündigte als nächsten Schritt eine vorläufige Anhörung beim DTTB an. Dort müssen Ovtcharov und sein Anwalt nachweisen oder glaubhaft darlegen, dass der Athlet Opfer einer unwissentlichen Lebensmittel-Verseuchung während der China Open im August geworden ist.

“Mit dieser Maßnahme haben wir gerechnet“, sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert. Die Anhörung, bei der alle Ergebnisse geprüft, Indizien aufgeführt und Experten gehört werden, soll in den nächsten zwei Wochen stattfinden. Ovtcharov will bis dahin weitere Fakten zur Entlastung sammeln. Er hat bereits eine Haarprobe abgegeben, die derzeit in einem Labor in Kreischa untersucht wird. Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) und das biochemische Institut in Köln unterstützen nach DTTB-Angaben dieses Vorhaben.

Die DTTB-Führung kann nach der Anhörung entweder den Fall einstellen oder ein Verfahren beim Disziplinarorgan Anti-Doping einleiten. Dort droht Ovtcharov als maximale Strafe eine Sperre von zwei Jahren. Der Nationalspieler vermutet, dass das Clenbuterol unwissentlich durch verseuchte Nahrung während der China Open Mitte August Suzhou in seinen Körper gelangt ist.

Das Mittel, das auch bei Tour de France-Sieger Alberto Contador gefunden wurde, kann den Muskelaufbau begünstigen. “Die Fälle darf man nicht miteinander vergleichen“, sagte Lehner. “Clenbuterol muss über Monate hinweg in einer Kur genommen werden, um eine Wirkung zu erzielen“, erklärte der Rechtsanwalt.

Die Haaranalyse bei Ovtcharov könnte ergeben, dass er mit dem Stoff nur über einen kurzen Zeitraum in Berührung gekommen ist. Eine Untersuchung auf Clenbuterol dauert mehrere Tage. Offen ist noch, ob auch bei Timo Boll und anderen Nationalspielern, die ebenfalls in China waren, Haartests vorgenommen werden. “Das hängt vom Ergebnis bei Ovtcharov ab“, teilte der DTTB mit.

dpa

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