Serbe ist wieder Nummer eins der Welt

Australian Open: Djokovic bleibt „King of Melbourne“ - Thiem verpasst ersten Grand-Slam-Titel

In einem spannenden Finale über fünf Sätze setzte sich Novak Djokovic gegen Dominic Thiem durch. Der Serbe sorgte mit seinem Verhalten zwischenzeitlich für Verwirrung.

  • Novak Djokovic konnte zum achten Mal im achten Finale die Australian Open gewinnen.
  • Finalist Dominic Thiem erster Österreicher in einem Endspiel dieses Grand-Slam-Turniers.
  • Djokovic legte sich dabei mit dem Schiedsrichter an.

Melbourne (dpa) - Novak Djokovic hat seine imposante Siegesserie bei den Australian Open mit viel Mühe erneut ausgebaut und thront nun auch wieder über der Tennis-Welt. Mit einem phasenweise wackeligen und am Ende doch erfolgreichen Auftritt im Endspiel gegen den österreichischen Zverev-Bezwinger Dominic Thiem kürte sich der 32-Jährige am Sonntag zum achten Mal zum Sieger von Melbourne. 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 lautete in einem spannenden Schlussakt des Grand-Slam-Turniers das Ergebnis für den Rekordchampion aller bisherigen Sieger der Australian Open und ihren Titelverteidiger. Djokovic wird am Montag damit wieder Platz eins der Weltrangliste übernehmen. Den Live-Ticker zum Finale können Sie hier nachlesen

Australian Open-Finale: Nach der Schwächephase kommt Djokovic in Fahrt

Der Serbe wankte, wirkte zwischenzeitlich körperlich und mental angeschlagen und stemmte sich in fünf Sätzen dann doch noch erfolgreich gegen den österreichischen Herausforderer, der im Halbfinale den Hamburger Alexander Zverev gestoppt hatte. Nach einer Schwächephase und einem 1:2-Satzrückstand kam Djokovic zurück und löst den spanischen Rivalen Rafael Nadal wieder als Nummer eins ab.

Djokovic hat damit als erster bei den Herren in drei Jahrzehnten Grand-Slam-Titel gewonnen. Für den insgesamt 17. Erfolg bei einem der vier wichtigsten Turniere verdiente er umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro und rückte wieder näher an Rekord-Grand-Slam-Turniersieger Roger Federer aus der Schweiz (20) und Nadal (19) heran.

Dominic Thiem hatte allen Grund, sich zu ärgern. Der Österreicher führte mit 2:1 Sätzen und verlor letztendlich.

Australian Open-Finale: Dominic Thiem gibt vor 15.000 die Führung aus der Hand

Dabei hatte es nach drei Sätzen so ausgesehen, als könnte Thiem in seinem dritten Grand-Slam-Finale die Phalanx der drei Topstars durchbrechen. Drei Jahre dauert die Titelserie der „Big Three“ an. Doch der 26-Jährige konnte die Schwäche von Djokovic nicht nutzen - der Serbe entschied nach vier intensiven Stunden auch sein achtes Melbourne-Endspiel für sich.

Der erste österreichische Australian-Open-Finalist hatte gegen Nadal und Zverev seinen Anspruch unterstrichen, für seinen ersten Grand-Slam-Titel reif zu sein. Als es am Abend des 14. und letzten Turniertags in der mit knapp 15 000 Zuschauern gefüllten Rod-Laver-Arena um den letzten Schritt ging, verlor er zwar gleich sein erstes Aufschlagspiel. Dann passte sich der Herausforderer aber an diesem kühleren Abend besser an das Spiel des Favoriten an und ließ sich auch vom verlorenen ersten Satz nicht irritieren.

Australian Open: Djokovic grenzwertig gegen Schiedsrichter: „Machst dich selbst berühmt“

Vom zweiten Satz an wackelte Djokovic. Als der Serbe sich zum zweiten Mal bei einem Aufschlag zu viel Zeit ließ, kassierte er eine zweite Verwarnung und hatte nur einen Aufschlag. Die prompte Folge: das entscheidende Break für Thiem zum Satzausgleich. Djokovic patschte beim Seitenwechsel Schiedsrichter Damien Dumusois auf die Schuhe und schimpfte: „Du machst dich selbst berühmt, gut gemacht.“

Thiem dominierte auf einmal das Geschehen und sicherte sich ohne all zu viel Gegenwehr auch Satz drei. Der Vorjahressieger bekam medizinischen Rat, verließ beim Satzrückstand den Platz. „Nach wie vor sieht Novak Djokovic körperlich nicht gut aus“, sagte Boris Becker als TV-Experte bei Eurosport über seinen früheren Schützling. Im vierten Satz hatte sich Djokovic wieder gefangen, ihm glückte das Break zum 5:3. Plötzlich drehte sich die Partie zugunsten des Favoriten, der am Ende dann seine riesige Erfahrung ausspielte.

Rubriklistenbild: © AFP / DAVID GRAY

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