Armstrong bei der Tour noch nicht "der Hammer"

Lance Armstrong fährt seine letzte Tour de France
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Lance Armstrong fährt seine letzte Tour de France

Reims - "Tourminator" Lance Armstrong hat bei seiner letzten Tour den ersten Denkzettel bekommen, als ihm Vorjahressieger Alberto Contador davonfuhr. Jetzt will Armstrong zurückschlagen.

Der einstige Tour-Dominator unter den großen Verlierern: Diese Position passt Lance Armstrong überhaupt nicht, auch wenn er sich seit dem Vorjahr daran gewöhnen konnte. “Es gibt Tage, da bist du der Hammer, an anderen der Nagel. Ich habe noch genug Zeit, wieder zum Hammer zu werden“, sagte der Rekordsieger am Dienstag nach seinem Debakel in der “Hölle des Nordens“.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Wegen eines Defekts verlor der Texaner wertvollen Boden auf alle Konkurrenten, die eigene Rennprognose kehrte sich ins Gegenteil: Seinem Erzfeind Alberto Contador, als “Bergfloh“ denkbar ungeeignet für die ruppigen Kopfsteinpflaster-Passagen in der Nähe von Roubaix, hatte Armstrong noch vor der 3. Etappe Zeitverluste vorhergesagt. Am Ende büßte dann aber der 38-Jährige bei seinem letzten Auftritt in Frankreich 55 Sekunden auf den Vorjahressieger ein - dessen beste Zeiten bei der 97. Tour de France wohl erst anbrechen, wenn es in die Berge geht.

“Das Wichtigste war, unverletzt über die Etappe zu kommen. Ich fühle mich von Tag zu Tag besser“, sagte Contador und vermied den kleinsten Seitenhieb Richtung Armstrong, der das Ziel in Arenberg staubbedeckt mit versteinerter Miene passierte. Sein rechter Arm steckte nach einem Sturz vom Vortag in einem Netzverband. Fluchend war er im Windschatten seines Teamkollegen Jaroslaw Popowitsch über die “Pavés“ gehetzt, ließ den Ukrainer aber bald entkräftet stehen.

Auch Contador hatte mit mechanischen Problemen zu kämpfen. Der Spanier gehörte im Ziel aber dennoch zum Kreis der Profiteure des Tages, obwohl er auf die großen Gewinner Andy Schleck und Weltmeister Cadel Evans Zeit einbüßte. Im Finale hatte sich der Kasache Alexander Winokurow wie eine Dampflokomotive vor Contador gespannt, der nur ganz am Ende nicht mehr folgen konnte, weil seine Vorderradbremse schleifte.

Armstrongs zweiter RadioShack-Teamchef Dirk Demol, 1988 Sieger von Paris-Roubaix, machte dem siebenfachen Toursieger Mut: “Lance kommt zurück. Alles kein Problem, wir haben ja heute nicht fünf Minuten verloren“.

Eine kleine Vorentscheidung zugunsten Contadors hat auch Columbia- Teamchef Rolf Aldag nicht ausgemacht. “Ich glaube nicht, dass Lance schlechter als Alberto war. Die Pflaster-Passagen sind eben unberechenbar, und für das gesamte Rennen war diese Etappe nicht hilfreich“, sagte er und äußerte damit Kritik an der Streckenführung, die immer wieder das ganz große Drama provoziert.

Die nächsten Etappen gehören den Sprintern und die Hektik der vergangenen Chaos-Tage könnte sich legen. Am Samstag geht es erstmals in die Alpen - Contador und Schleck, der seinen Bruder Frank mit einem Schlüsselbeinbruch verlor, können aufatmen. Am Ende der Etappe steht ein 18 Kilometer langer Aufstieg auf die Cote de Lamoura: Womöglich ein gefundenes Fressen für Contador und vielleicht nicht so bekömmlich für Altmeister Armstrong. Am folgenden Tag geht es nach Morzine-Avoriaz und damit noch höher hinaus.

dpa

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