Armstrong beendet Saison - Karriereende?

Lance Armstrong beendet sein "Comeback 2.0"
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Lance Armstrong beendet sein "Comeback 2.0"

Paris - Lance Armstrong hat nach der Tour de France und dem enttäuschenden 23. Rang seine Saison beendet, vielleicht auch seine Karriere. Auf Twitter schreibt der Texaner eine vielsagende Nachricht.

“In diesem Jahr werde ich keine Rennen mehr fahren“, sagte der Amerikaner am Schlusstag der Rundfahrt, die er in seinen Hochzeiten siebenmal gewonnen hatte. Ob er den professionellen Radsport damit komplett an den Nagel hänge, sei aber noch nicht entschieden. “Ich weiß noch nicht, ob ich im nächsten Jahr etwas mache, aber Ihr könnt mich auf jeden Fall in Austin mit meinen Kindern Fahrrad fahren sehen.“ Auf Twitter schrieb der Texaner: “Tja, das Comeback 2.0 ist vorbei.“

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Armstrong war 2009 nach dreijähriger Pause in den Radzirkus zurückgekehrt und als Tour-Dritter in Paris noch einmal aufs Podium geklettert. In diesem Jahr hatte der 38-Jährige mit dem Ausgang der wichtigsten Rundfahrt des Jahres nichts zu tun. “Es ist nicht so gelaufen, wie ich wollte. Ich dachte, ich sei bereit, habe gut begonnen, dann aber einige Probleme auf den Kopfsteinpflastern gehabt und bin gestürzt.“ Aufgeben wollte Armstrong nicht: “Das wäre falsch gewesen für die Mannschaft, die Sponsoren und die Fans.“

Künftig im Mittelpunkt stehen dürften für den Amerikaner vor allem die US-Ermittlungen, die durch die Dopingbeichte seines ehemaligen Teamkollegen Floyd Landis ausgelöst wurden. Dieser beschuldigt Armstrong und dessen langjährigen Teamchef Johann Bruyneel, im Team US Postal flächendeckendes Doping betrieben zu haben. Chefermittler Jeff Novitzky hat bereits mehrere Radprofis als Zeugen vor eine Grand Jury geladen. Armstrong, der Doping stets bestritten hat, wurde nach eigenen Angaben noch nicht von Novitzky kontaktiert.

“Das wird ein hartes Rennen“, kommentierte Armstrong das drohende Verfahren, “wir werden mit der stärksten Mannschaft antreten, und am Ende wird es ein faires Rennen sein, heute ist es das noch nicht. Ich werde die Chance haben, meinen Standpunkt zu erläutern. Ich bin zu 100 Prozent zuversichtlich, wir werden alles sagen.“

Landis, dem der Tour-Sieg 2006 selbst wegen Testosterondopings aberkannt worden war, ist für Armstrong “jemand, der versucht, das Leben von anderen zu zerstören“. Der frühere Teamkollege versuche, sein Gewissen zu beruhigen und “ein halbes Dutzend andere Leute mit reinzuziehen“, ergänzte Armstrong. “Für mich ergibt das keinen Sinn.“

dpa

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