ARD gibt Politik die Schuld

Ärger über TV-Übertragung der Handball-WM

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Die Spiele des DHB-Teams bei der WM in Katar sind nur im Pay-TV zu sehen.

Hannover - Mit jedem weiteren WM-Sieg der deutschen Handball-Mannschaft wird der Frust in der Heimat größer. Die Spiele sind nicht im Free TV zu sehen. ARD und ZDF bringen die Politik ins Spiel.

Auch mit Beginn der K.o.-Spiele bei der Handball-WM in Katar sind die Chancen auf Live-Übertragungen im Free-TV gering. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky bedauerte es, dass die Erfolge der deutschen Mannschaft einem Millionen-Publikum vorenthalten werden. Er nahm die Politik in die Pflicht. „Wenn die gesellschaftliche Relevanz einer solchen WM allerdings derart hoch ist, müsste die Politik dafür sorgen, dass diese Wettbewerbe künftig garantiert im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden können“, sagte Balkausky im Interview der App der „Süddeutschen Zeitung“.

Der ARD-Sportkoordinator verwies damit auf die sogenannte TV-Schutzliste. Sie legt im Rundfunkstaatsvertrag fest, dass bestimmte „Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ in frei empfangbaren Fernsehprogrammen ausgestrahlt werden müssen. Auf der Liste stehen unter anderem Olympische Sommer- und Winterspiele, alle Fußball-Länderspiele der DFB-Mannschaft sowie Halbfinals und Endspiele bei WM- und EM-Turnieren im Fußball. Die Handball-WM befindet sich nicht auf der Schutzliste.

ARD und ZDF hatten die Verhandlungen über die WM-Rechte im Dezember abgebrochen. Nach ihren Angaben hatte der Rechteinhaber beIN Sports - eine Tochterfirma des Fernsehimperiums Al Jazeera - darauf bestanden, dass die Satelliten-Übertragungen nicht außerhalb von Deutschland zu empfangen sind. Das konnten weder ARD, ZDF noch Sport1 gewährleisten. Die WM-Spiele werden nun live vom Pay-TV-Sender Sky übertragen, der am Montag (16.30 Uhr) auch das Achtelfinale der DHB-Auswahl gegen Ägypten zeigt. Balkausky: „Uns wurde lediglich eine nachrichtliche Berichterstattung eingeräumt.“

dpa

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