Linksverteidiger will Aufwand reduzieren

Lukas Schneider verabschiedet sich beim Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen

Verabschiedung von Lukas Schneider, Lennart Feldhus und Jan Lehmkuhl (vorne von links) beim Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen im Mai 2017.
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Erster Abschied: Bereits im Jahr 2017 wollte sich Lukas Schneider (vorne links) eigentlich aus der ersten Herrenmannschaft des VfL Wildeshausen zurückziehen.

Vizekapitän Lukas Schneider steigt am Saisonende beim Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen aus. Der Linksverteidiger will den Trainingsaufwand reduzieren und künftig mit seinen Kumpels für die dritte Mannschaft der Krandel-Kicker antreten.

  • Fußball-Landesligist VfL Wildeshausen muss ohne Lukas Schneider für die Saison 2020/2021 planen.
  • Der Linksverteidiger zieht sich in die dritte Wildeshauser Mannschaft zurück.
  • Das VfL-Urgestein dürfte nur schwer zu ersetzen sein.

Wildeshausen – Schon einmal hatte sich Lukas Schneider aus der ersten Herrenmannschaft des VfL Wildeshausen zurückziehen wollen. Mit mäßigem Erfolg. Zwar war der Verteidiger im Mai 2017 im Krandelstadion gebührend verabschiedet worden, doch bereits in der folgenden Saison war der Linksfuß wieder da. Die Hartnäckigkeit von VfL-Coach Marcel Bragula zahlte sich aus. Drei weitere Spielzeiten folgten.

Aber nun soll wirklich Schluss sein. In den Gesprächen mit dem Trainerteam und der sportlichen Leitung kündigte Schneider jedenfalls an, ab Sommer 2021 nicht mehr für den Fußball-Landesligisten auflaufen zu wollen. Dafür kassierte der 29-Jährige im Freundeskreis bereits den einen oder anderen Spruch. „Du willst dir doch nur wieder einen Blumenstrauß abholen“, hätten seine Kumpels geflachst.

Wirtschaftsingenieur ist beruflich stark gefordert

„Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr aufhören, aber das fühlte sich wegen Corona nicht richtig an. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt“, sagt Schneider. Der Wirtschaftsingenieur ist beruflich stark gefordert. Für die EWE-Tochtergesellschaft Go treibt der Business Development Manager das Thema Elektromobilität voran. Außerdem will er sich zusammen mit seiner Freundin Lisa Terfehr in Wildeshausen den Traum vom Eigenheim erfüllen. „Die Entscheidung ist mir schwergefallen. Aber jetzt steht Privates an erster Stelle, und auch der Beruf wird immer wichtiger“, erläutert Schneider, weshalb er den Aufwand für leistungsorientierten Fußball in der sechsthöchsten Spielklasse nicht mehr betreiben will.

„Das ist für die Mannschaft natürlich ein herber Verlust. Immerhin ist Lukas ein Wildeshauser Urgestein“, bedauert Teammanager Sebastian Pundsack Schneiders Rückzug. Tatsächlich hat der gebürtige Wildeshauser fast seine gesamte sportliche Laufbahn bei seinem Heimatverein verbracht. Opa Harry Schneider, der heute noch jedes Heimspiel seines Enkels verfolgt, hatte den fünfjährigen Lukas zum VfL Wittekind mitgenommen, wo er die komplette Nachwuchsabteilung durchlief. Noch als A-Jugendlicher wurde der gelernte Mittelfeldspieler vom damaligen Trainer Jürgen Gaden in die erste Herrenmannschaft geholt. Lediglich während eines Praktikums, das ihn 2014 in die bayerische Landeshauptstadt führte, kickte Schneider für eine Halbserie beim Kreisligisten FC Hertha München. Nach seiner Rückkehr in den Nordwesten reifte Schneider zum Führungsspieler. Inzwischen ist der Linksverteidiger, der auch im Abwehrzentrum agieren kann, Stellvertreter von Kapitän Sascha Görke.

Dynamisch: Lukas Schneider im Vorwärtsgang.

„Lukas hat alle Höhen und Tiefen der letzten Jahre mitgemacht“, berichtet sein früherer Mitspieler Sebastian Pundsack. Sportlicher Höhepunkt war das legendäre Bezirksliga-Finale im Jahr 2015. Durch das 1:1 gegen den SV Atlas Delmenhorst vor 4000 Zuschauern im Krandelstadion sicherten sich die Wildeshauser Titel und Landesliga-Aufstieg. „Aber auch die Meisterfeier mit der A-Jugend nach dem Aufstieg in die Bezirksoberliga war toll“, erinnert sich Schneider.

„Ausnahmetyp und absolutes Vorbild“

„Mit Lukas verlieren wir einen absoluten Ausnahmetypen, der stets vorangeht und auf und neben dem Platz ein absolutes Vorbild ist. Ihn eins zu eins zu ersetzen, wird schwer möglich sein“, meint Teammanager Pundsack. Dem VfL Wildeshausen bleibt Schneider weiter erhalten. Künftig wird er gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Pfingstclub „La Schickeria“ in der dritten Mannschaft der Krandel-Kicker in der 2. Kreisklasse auflaufen.

Vor Lukas Schneider hatten bereits Steve Köster (BW Bümmerstede), Sebastian Bröcker (wird Betreuer), Hauke Glück (eigene U 23) und Sören Willers (TSV Großenkneten) ihren Ausstieg beim höchstspielenden Landkreis-Team verkündet. Als Neuzugänge stehen bislang Janne Ole Kay, Lucas Abel (beide BV Essen) und Jan Stubbmann (TSV Ottersberg) fest.

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