1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Wildeshausen

TSV Großenkneten zieht durch 4:0 gegen TV Dötlingen ins Kreispokalfinale ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sven Marquart

Kommentare

Dötlingens Julian Eilers (links) im Laufduell mit Großenknetens Joris Friederichs.
Der Eindruck täuscht: Dötlingens Julian Eilers (l.) und Großenknetens Joris Friederichs haben anderes im Sinn als Händchen zu halten. © Sven Marquart

Großenkneten – Ausgelassen tanzten die Fußballer des TSV Großenkneten auf dem Kunstrasen im Kreis herum. „Finale, oho!“, schallte es durch die Scol-Arena. Durch das 4:0 (1:0) über den Kreisliga-Rivalen TV Dötlingen ist der Tabellenzweite am Dienstagabend ins Endspiel des Kreispokals eingezogen. Knetens Gegner am Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr, auf der Anlage des TuS Hasbergen sind die SF Wüsting, die mit einer größeren Abordnung unter den 210 Zuschauern vertreten waren, um ihren Kontrahenten schon einmal unter die Lupe zu nehmen.

Was der Spitzenreiter der 1. Kreisklasse über weite Strecken der ersten Halbzeit zu sehen bekam, war wenig furchteinflößend. Bei Knetens 109-Tore-Offensive war reichlich Sand im Getriebe. Hätte Dötlingen etwas präziser gekontert, hätten sich die Gastgeber sogar über einen Rückstand nicht beschweren dürfen. Doch nach einem schönen Angriff über Julian Eilers und Tobias Pelz schoss Joost Hoffrogge knapp über den Kasten von TSV-Keeper Paul Kues (36.).

Zudem erwischte die Gäste das Verletzungspech: Shqipron Stublla hatte sich bereits nach 20 Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht an den linken Oberschenkel gegriffen. Co-Trainer Tim Lemke versuchte, den Angreifer mit Salbe wieder flottzumachen, und Reservist Gerrit Schüler reichte seinem Teamkollegen eine Bandage. Doch es half nichts: Der Torjäger schleppte sich noch bis zum Ende der ersten Halbzeit übers Feld, musste dann aber aufgeben. „Das ist in so einem Spiel natürlich bitter“, haderte Trainer Markus Welz mit dem Verlust seiner gefährlichsten Offensivwaffe.

Beim Gang in die Kabinen führte Kneten mit 1:0. Der einlaufende Yannick Bauer hatte einen Eckstoß von Andre Reimann zur Führung in die Maschen gewuchtet (40.). „Die erste Halbzeit war ein bisschen behäbig. Wir waren insgesamt zu langsam. Deshalb bin ich froh, dass der Standard funktioniert hat“, freute sich Kai Pankow.

Die Trainer des TSV Großenkneten, Kai Pankow (links) und Klaus Delbanco, verfolgen das Spielgeschehen.
Machen weiter: Die TSV-Coaches Kai Pankow (l.) und Klaus Delbanco haben für die nächste Saison zugesagt. © Sven Marquart

Die vom Stadionsprecher vermeldete Vertragsverlängerung des TSV-Coaches und seines Partners Klaus Delbanco war aus Sicht der Platzherren lange Zeit die beste Nachricht des Spiels. „Es war von vornherein unser Ziel, mit beiden zu verlängern. Es gab auch kein großes Gerangel“, berichtete TSV-Fußballabteilungsleiter Hannes Theile. Hauptanliegen des Trainerduos sei ein starker Kader gewesen. Die erfolgreiche Mannschaft bleibe bis auf Defensivmann Fynn Meyer, der zum Landesligisten VfL Wildeshausen wechselt, aber komplett zusammen. „Und mit Spielern wie Marek Horand und Mathis Friederichs kommt einiges nach“, betonte Theile.

Ein spannender Pokalfight entwickelte sich nach Wiederanpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Moritz-Konstantin Bommers (VfL Stenum) nicht mehr. Der Ball rollte kaum wieder, da foulte Bartosz Drozdowski im Strafraum Finn Kämper, und TSV-Kapitän Andre Reimann verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 2:0 (47.). „Das hat uns das Genick gebrochen. Danach sind wir nicht mehr wiedergekommen“, meinte Welz.

Kneten hatte das Geschehen im Griff und erhöhte durch Mattis Asche nach Eckstoß von Timo Pöthig auf 3:0 (70.). Zuvor hatte 41-Tore-Mann Asche die Kugel vor dem leeren Tor verstolpert – eine Szene mit Seltenheitswert (50.). Nach einem Trikotzupfer von Bauer im Sechzehnmeterraum bekam der Kreispokalsieger von 2020 in der Schlussminute die Chance zum Ehrentreffer. Doch Julian Eilers hämmerte den Foulelfmeter mit Urgewalt an den Pfosten. „Irgendwie symptomatisch!“, ächzte Welz. Der 54-Jährige zeigte sich „persönlich sehr enttäuscht, weil die Mannschaft in den letzten fünf Spielen ganz anders aufgetreten ist“. Kneten setzte sogar noch einen obendrauf: Meyer köpfte nach Pöthig-Flanke in der Nachspielzeit das 4:0 (90.+1).

Im Finale sind die Kneter natürlich Favorit, zumal der Kreisligist bisher ohne Gegentor durch den laufenden Wettbewerb gepflügt ist. Vor der Partie gegen Dötlingen stand auch beim TuS Vielstedt (10:0), TSV Ganderkesee (4:0), gegen den KSV Hicretspor (5:0) und beim SV Achternmeer (1:0) hinten die Null.

Trotzdem sollte der TSV Außenseiter Wüsting nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Crew von Trainer Florian Neumann hat sich nach dem 2:1 bei den SF Littel mit Siegen gegen Titelverteidiger VfR Wardenburg (3:2) sowie dessen Kreisliga-Konkurrenten Harpstedter TB (1:0), Ahlhorner SV (6:5 nach Elfmeterschießen) und TV Jahn (5:4) den Ruf des Favoritenschrecks erworben.

Stenogramm

TSV Großenkneten – TV Dötlingen 4:0 (1:0)

TSV Großenkneten: Kues - Oltmann, Reimann, J. Friederichs (67. M. Friederichs), Meyer, Schönbohm, Asche (76. Horand), F. Kämper (84. Menke), Beewen (67. Pöthig), M. Kämper (76. Krumland), Bauer

TV Dötlingen: Pecht - J. Eilers, Drozdowski, Hoffrogge (85. Iken), S. Stublla (46. E. Stublla), Müller, Sandkuhl (90. Kurpiewski), Struve, Strudthoff (64. Kipper), Pelz (52. Henning), Ullerich

Tore: 1:0 (40.) Yannick Bauer, 2:0 (47./Foulelfmeter) Andre Reimann, 3:0 (70.) Mattis Asche, 4:0 (90.+1) Fynn Meyer

Schiedsrichter: Moritz-Konstantin Bommers (VfL Stenum)

Besondere Vorkommnisse: Julian Eilers (TV Dötlingen) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (90.)

Zuschauer: 210

Auch interessant

Kommentare