Dünsener lehnt Angebot von Atlas Delmenhorst ab

VfL Wildeshausen bekommt seinen Wunschspieler Mattes Hehr

Mattes Hehr präsentiert ein Trikot des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen.
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Im Landeanflug: Der angehende Fluglotse Mattes Hehr spielt künftig für den Landesligisten VfL Wildeshausen.

Wildeshausen – Auf der Wunschliste von Marcel Bragula stand neben einem weiteren Torhüter auch ein zentraler Mittelfeldspieler ganz weit oben. „Am liebsten ein Junge, der einen Bezug zur Region hat“, hatte der Trainer des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen vor einem Vierteljahr das Profil umrissen. In dieser Woche gingen gleich beide Wünsche in Erfüllung. Nach der Verpflichtung von Keeper Nico Prieto-Falk (SV Vorwärts Nordhorn) sicherten sich die Krandel-Kicker nun auch die Dienste von Mattes Hehr. „Mattes ist mein absoluter Wunschspieler! Dass er zu uns kommt, ist eine tolle Sache für den Verein. Er ist definitiv ein guter Junge, der zu uns passt“, schwärmt Bragula.

Mattes Hehr war zuletzt für den Kreisligisten TV Dötlingen aktiv. „Seine fußballerische Laufbahn hat er jedoch überwiegend bei großen Clubs außerhalb seiner Heimat verbracht“, erläutert VfL-Teammanager Sebastian Pundsack. Im Nachwuchs der SG DHI Harpstedt entdeckte der SV Werder das Talent und holte den damals Zehnjährigen nach Bremen. Bei den Grün-Weißen durchlief Hehr die Jugendteams bis zur U 15. In der U 17 spielte der Dünsener je eine Saison für den TuS BW Lohne und den VfL Osnabrück. Die Osnabrücker U 19 führte er dann sogar als Kapitän in der A-Junioren-Bundesliga aufs Spielfeld. Mit Ablauf der Saison 2018/2019 verabschiedete sich Hehr jedoch an der Bremer Brücke, um in Frankfurt seine Ausbildung zum Fluglotsen zu beginnen.

Nach einem Jahr der beruflichen Eingewöhnung bekam Hehr im vergangenen Sommer „wieder Lust auf Fußball“ und sagte beim TV Dötlingen zu, um dort gemeinsam mit seinen Freunden zu kicken, sofern es sein Dienstplan zuließ. Das war in der coronabedingt abgebrochenen Saison 2020/2021 exakt zweimal der Fall. „Das war eine völlig neue Erfahrung. In der Kreisliga wird ganz anders gespielt – sehr körperlich“, erinnert sich der 21-Jährige an seine ersten beiden Einsätze im Herrenbereich.

„Mattes bringt alle Bausteine des modernen Fußballs mit: Er ist technisch und taktisch sehr gut ausgebildet und zudem topfit“, sagt Bragula. Die körperliche Fitness verdankt Hehr unter anderem einem mehrwöchigen Probetraining beim SV Atlas Delmenhorst. Dabei wusste der Defensivmann offenbar zu überzeugen, denn der Regionalligist unterbreitete ihm sogar ein Vertragsangebot. Doch nach reiflicher Überlegung lehnte er die Delmenhorster Offerte ab, obwohl er inzwischen in Bremen arbeitet. „Realistisch gesehen, wäre das mit der Ausbildung und dem Schichtdienst nicht machbar gewesen. Damit hätte ich Atlas und mir keinen Gefallen getan. Aber es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man auf diesem Niveau mithalten kann“, erläutert Hehr, an dem auch der Bremen-Ligist Brinkumer SV interessiert war.

Den Zuschlag erteilte Hehr aber dem VfL. „Marcel hat mich überzeugt, den Schritt nach Wildeshausen zu machen. Das Familiäre und Freundschaftliche gefallen mir. Außerdem bekomme ich bei ihm das Vertrauen, dass ich meinen Fokus voll auf die Ausbildung legen kann“, berichtet Hehr. „Es kann durchaus sein, dass Mattes sonntags Schicht hat, wenn wir spielen. Aber ich habe ihm zugesichert, dass die Arbeit Vorrang hat. Fluglotse ist ein toller Beruf – das darf er auf keinen Fall gefährden“, bestätigt Bragula.

In den Gedankenspielen des Coaches ist Hehr „der designierte Nachfolger von Sascha Görke“. Durch den Verlust des Kapitäns und von Steve Köster, Hauke Glück sowie Sebastian Bröcker hatte der VfL Wildeshausen im Mittelfeld erhöhten Handlungsbedarf. Hehr kann aber auch variabel in der Abwehr eingesetzt werden. „Ich habe meine Stärken in der Defensivarbeit und bin ein Kämpfer, was gut zu Wildeshausen passt“, meint der knapp 1,80 Meter große Kicker.

Dass Hehr aus dem Landkreis Oldenburg stamme und sich mit der Stadt, in der er auch sein Abitur gebaut hat, identifiziere, mache ihn zum perfekten Gesamtpaket, findet Bragula. „Und das Wichtigste: Er ist Mitglied in der Schützengilde – allein dadurch hat er bei mir einen Riesenstein im Brett.“ Verhindertes Mitglied trifft es allerdings eher. „Ich wollte 2020 eintreten, leider hatte ich wegen Corona nicht die Chance“, korrigiert Hehr, der aber schon mit seinen Kumpels Lukas Brümmer, Niclas Schemionek und Magnus Ellermann im Pfingstclub „Frackmania“ organisiert ist.

Sei’s drum! Auch so ist Bragula nach Hehrs Zusage davon überzeugt, „dass wir gute Arbeit gemacht haben und uns auch vielleicht selbst ein bisschen auf die Schultern klopfen dürfen“. Denn die Neuerwerbung habe das Zeug dazu, „das Gesicht der Mannschaft zu sein“. Gleichzeitig warnt der Trainer jedoch davor, zu viel zu erwarten und Hehr damit unnötig unter Druck zu setzen.

Rückholaktion geplatzt: „Peter“ Schröder wechselt zum FC Hude – und startet seine eigene Trainerkarriere

Die Kaderplanungen des Fußball-Landesligisten VfL Wildeshausen sind größtenteils abgeschlossen. Sieben Abgängen stehen nach der Einigung mit Mattes Hehr inzwischen fünf Neuverpflichtungen gegenüber. „Wir haben jetzt 22 Mann im Kader. Ein bis zwei Spieler brauchen wir noch, aber das ist nicht zwingend notwendig“, sagt VfL-Coach Marcel Bragula. Am ehesten könne das zentrale Mittelfeld weitere Verstärkung vertragen. Ein möglicher Kandidat wäre Elias Schröder gewesen. Der 21-jährige Delmenhorster hatte bereits von 2018 bis 2020 das VfL-Trikot getragen, ehe er im vergangenen Sommer zum Bezirksligisten SV Baris Delmenhorst gegangen war. Die Rückholaktion der Krandel-Kicker war auch schon angelaufen, wie der Lehramtsstudent (Sport/Geschichte) verrät. Neben Bragula habe auch sein Cousin, VfL-Offensivmann Michael Eberle, bei ihm angeklopft. Vergebens. Schröder wechselt nun zwar wieder den Verein, aber eben nicht nach Wildeshausen. Stattdessen schließt sich „Peter“, wie er aufgrund seiner vermeintlichen Ähnlichkeit mit dem früheren Wildeshauser Co-Trainer Peter Hölzen beim VfL genannt wurde, dem FC Hude an. Das sportliche Konzept des Bezirksligisten habe ihn überzeugt. Schröder hat dabei nicht nur seine fußballerische Entwicklung im Blick. Außerdem möchte er sich von FC-Coach Nikolai Klein, der im Besitz der A-Lizenz ist, etwas für die eigene Trainerkarriere abgucken. Denn zur neuen Saison werden Schröder und sein „dicker Kumpel“ Milan Heyl, der ebenfalls in Hude spielt, Torsten Flügger bei der U 17 des JFV Delmenhorst als Co-Trainer unterstützen.

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