Staffelleiter Brinker feilt an alternativem Modus für aufgeblähte Landesliga

„Wir verfallen nicht in Panik“

Wie geht’s weiter? Sascha Görke (l.) und der VfL Wildeshausen bekommen in der Fußball-Landesliga voraussichtlich zusätzliche Konkurrenz 
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Wie geht’s weiter? Sascha Görke (l.) und der VfL Wildeshausen bekommen in der Fußball-Landesliga voraussichtlich zusätzliche Konkurrenz.
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Wildeshausen – Stefan Brinker ist wahrlich nicht zu beneiden. Der Spielausschussvorsitzende des Fußballbezirks Weser-Ems muss eine Herkulesaufgabe stemmen, sollte der außerordentliche Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) am 27. Juni erwartungsgemäß für den Antrag des NFV-Vorstandes stimmen und die aktuell wegen der Coronapandemie auf Eis liegende Spielzeit 2019/2020 mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger abbrechen. Infolgedessen würden in der Landesliga, deren Staffelleiter Brinker ist, in der kommenden Saison nicht 17, sondern 21 Mannschaften spielen.

Tabellenführer TuS BW Lohne stiege in die Oberliga auf. Die fünf Bezirksliga-Meister TuRa 07 Westrhauderfehn, WSC Frisia Wilhelmshaven, SV Sparta Werlte, SV Hansa Friesoythe und SV Bad Rothenfelde kämen neu hinzu. „Einige haben länger nachgedacht, ob es sich lohnt hochzugehen, haben dann aber gesagt, dass sie die Aufgabe annehmen“, berichtet Brinker.

Eine Serie mit 40 Partien pro Team? Kaum vorstellbar! Zumal keinesfalls sicher ist, dass die neue Serie – wie vom NFV geplant – im September beginnen kann. „Ich persönlich glaube nicht, dass wir am 1. September wieder spielen können. Aber selbst dann kriegen wir keine 42 Spieltage durch“, sagt Brinker. „Wie soll das gehen, wenn du schon im November die ersten Spielausfälle hast?“, fragt auch Marcel Bragula, der Trainer des VfL Wildeshausen.

Deshalb arbeiten Brinker und seine Ausschusskollegen längst an möglichen Alternativen. „Auch wenn noch nicht alles ausgereift ist, verfallen wir nicht in Panik“, beruhigt der Werlter: „Denn so lange Großveranstaltungen untersagt sind, haben wir eigentlich alle Zeit der Welt. Aber wir sind es den Vereinen schuldig, dass wir ihnen was an die Hand geben.“

Eine Möglichkeit sei, die Liga sofort in zwei Staffeln zu splitten und nach Hin- und Rückrunde noch Auf- und Abstiegsspiele auszutragen. „Eine Teilung kann ich mir sehr gut vorstellen“, meint Brinker. Ein potenzielles Teilungskriterium wären geografische Aspekte. „Dadurch könnten wir Spitzen rausnehmen und beispielsweise vermeiden, dass Wilhelmshaven nach Melle fahren muss“, erläutert Brinker. Um zwei möglichst homogene Staffeln zu erhalten, sei auch eine Einteilung nach sportlichen Gesichtspunkten auf Grundlage der Vorjahrestabelle denkbar.

Eine andere Option wäre eine einfache Serie aller 21 Mannschaften. Über das Heimrecht könnte das Los entscheiden. Anschließend ginge es mit einer Auf- und einer Abstiegsrunde weiter. Diesen Vorschlag befürwortete beispielsweise Hardy Stricker, der Teammanager des SV Union Lohne, gegenüber dem Internetportal „Emslandsport“. Den Gedanken an einen Modus mit Play-offs findet Bragula „als Fußballromantiker komisch“. Trotzdem will er kein Votum für eine andere Variante abgeben: „Das steht mir als Trainer nicht zu.“

Vielleicht kommt ohnehin alles ganz anders. „Es kann sein, dass noch jemand eine Blitzidee hat – wir haben den Vereinen jedenfalls kein Denkverbot erteilt“, betont Brinker. Fest steht aber schon jetzt: „Es ist schwer, es allen recht zu machen“, weiß der 49-Jährige. Die Wünsche und Interessen sämtlicher Clubs unter einen Hut zu bekommen, gleicht der Quadratur des Kreises. „Deshalb müssen alle an einem Strang ziehen“, fordert Brinker. Bragula versichert ihm „die absolute Loyalität des VfL Wittekind in dieser schwierigen Zeit“.

Die Aufstockung der Landesliga wird den Spielausschuss noch eine ganze Weile beschäftigen, wenn es darum geht, wieder auf die Sollstärke von 16 Mannschaften zu kommen. Schon in diesem Sommer hätte es sechs Absteiger gegeben. „Um den Überhang runterzufahren, wird es mindestens zwei bis drei Jahre dauern“, erläutert Brinker. „Außerdem werden wir mit der gleitenden Skala arbeiten müssen, wenn ein Weser-Ems-Club aus der Oberliga absteigen sollte.“

Von Sven Marquart

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