Oberliga: Neerstedts Handball-Gala gegen Achim/Baden

„Wir hätten auch gegen Frankreich gewonnen“

Mit einer beherzten Abwehrleistung legten Malte Grotelüschen (r.) und Co. den Grundstein für den Heimsieg.

Wildeshausen - NEERSTEDT (him) · Was war das bloß für ein Handball-Fest am Freitagabend! Mit dem sensationellen 35:24 (18:14)-Heimsieg gegen Tabellenführer SG Achim/Baden (wir berichteten) sorgten die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt nicht nur bei den weit über 300 Zuschauern für Verwunderung.

„Das war das beste Spiel der letzten fünf Jahre“, lobte beispielsweise der langjährige Trainer der Neerstedter Frauen, Uwe Brandt. Mit Dierk Garms rieb sich noch ein weiterer „Altgedienter“ überrascht die Augen und sprach „von der besten Abwehrleistung“, die er je in Neerstedt gesehen habe. Für den Spruch des Abends sorgte jedoch Neerstedts verletzter Linkshänder Stefan Timmermann, der den Gala-Auftritt seiner Mannschaft von der Tribüne aus verfolgte: „Heute hätten wir auch gegen Frankreich gewonnen!“

Auch wenn Timmermann mit diesem Vergleich gegen den amtierenden Weltmeister vielleicht etwas dick aufgetragen hatte – die Neerstedter lieferten in der Tat ein sensationell gutes Spiel gegen den Ligaprimus ab. Herausragender Mannschaftsteil war dabei die Abwehr. Hier ließ Trainer Dag Rieken mit einer 5:1-Formation und Bastian Carsten-Frerichs als Positionsverteidiger agieren. Der Jubilar – Carsten-Frerichs feierte am Freitag seinen 23. Geburtstag – schränkte mit aufopferungsvollem Einsatz die Kreise der Rückraum-Achse Block-Osmers/Freese ein – Riekens Plan war damit schon einmal aufgegangen. Das Duo kam gerade einmal auf fünf Feldtore. Schwerstarbeit leistete auch der Innenblock um Malte Grotelüschen und avancierte besonders in der zweiten Halbzeit phasenweise zu einer unüberwindbaren „Mauer“. Kamen die Bälle dann doch einmal durch, stand mit Keeper Maik Haverkamp ein überragender Rückhalt zwischen den Neerstedter Pfosten. Er hielt nicht nur aus dem Spiel heraus „gefühlte“ 20 Würfe, sondern hatte auch großen Anteil daran, dass die Gäste von der Siebenmeterlinie nahezu verzweifelten. Von elf Versuchen verwandelten die Achimer nur zwei – ein ganz entscheidender Faktor in diesem intensiven Spitzenspiel.

Für Neerstedts Trainer Dag Rieken gab es noch weitere Aspekte, warum sein Team so eindeutig auf der Siegerstraße lag. „Die Kulisse hat uns ungemein geholfen“, bedankte sich Rieken bei den Neerstedter Fans, die endlich einmal wieder für echte Heimspielatmosphäre sorgten und die Mannschaft unterstützten. Das bekam vor allem Florian Block-Osmers zu spüren, der nach seiner „Schauspieleinlage“, die Tim Schulenberg eine unberechtigte Zeitstrafe einbrachte (35.), mit Pfiffen bei jedem Ballkontakt bedacht wurde.

Außerdem hätten die A-Jugendlichen das in sie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt „und ihre Sache gut gemacht“, betonte Rieken. Jan Lehmkuhl stand sogar in der Startformation und markierte einen wichtigen Treffer zum 5:5 (11.). Hendrik Sander bildete ab der 24. Minute eine hervorragende Ergänzung zu Spielmacher Tim Schulenberg, glänzte mit zwei tollen Anspielen an den Kreis und traf selbst von Linksaußen zum 18:13 (30.). Gäste-Trainer Irek Faciejew schlug nicht nur in dieser Szene die Hände über den Kopf zusammen. Hinterher zeigte er sich als fairer Verlierer und sprach Neerstedt großen Respekt aus: „Die haben den Kampf angenommen – diese Bereitschaft hat bei uns gefehlt. In so einem Spiel reichen 80 Prozent nicht aus.“

Das schlechteste Zeugnis auf Achimer Seite schrieb sich wohl Rückraumspieler Malvin Patzack, der zu Beginn der zweiten Halbzeit erst sowohl per Siebenmeter als auch im Nachwurf an Haverkamp scheiterte (33.) – ein Zeitpunkt, als die Gäste in doppelter Überzahl auf dem Feld standen – und wenig später eine Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung kassierte (36.). Dass auf Neerstedter Seite der siebenfache Torschütze Thomas Schützmann wegen Nachtretens zum vorzeitigen Duschen folgte (44.), konnten die Gastgeber an diesem Tag kompensieren.

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