Marcel Bragula über Neuzugänge

Wildeshauser Verstärkungen mit vielen Vorzügen

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Schnell zusammengeschweißt: Zwischen Wildeshausens Routinier Sascha Görke (M.) sowie den Neulingen Christopher Kant (l.) und Robin Ramke (r.) scheint es schon zu harmonieren.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Mal wieder reichlich Neues für Marcel Bragula. Und über manche Veränderungen spricht der Trainer des VfL Wildeshausen mit einer Mischung aus Anerkennung und Faszination in der Stimme.

„Die Jungs haben sogar mal mit Augenklappen trainiert“, berichtet Bragula über die Elemente der „Life-Kinetic“, die sein neuer Assistenzcoach Patrick Meyer mit in den Krandel brachte: „Bei mir waren die Co-Trainer nie nur die Hütchen-Aufsteller. Jeder sollte seine Philosophie mit einbringen.“ 

Bei Meyer gehörte dazu aber nicht nur das Üben mit dem abgedeckten „guten“ Auge, um die Sehkraft der anderen Linse zu schulen und so das Blickfeld zu erweitern. „Er baute auch Dinge wie Flugkopfball- und Fallrückzieher-Training ein“, lobt sein neuer „Chef“: „Ich bin ein Freund von solchen Rückbesinnungen auf Bolzplatz-Zeiten.“ Und Spaß machte es ohnehin, was wiederum die Integration der „Neuen“ förderte.

Davon gibt es einige neben dem 28-Jährigen Meyer vom TSV Ganderkesee, Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz. Gemeinsam haben sie, „dass alle menschlich wunderbar zu uns passen – auf und außerhalb des Platzes“, freut sich Bragula. Hier seine Urteile über die Verstärkungen:

Marius Krumland (24 Jahre): Von allen fünf Zugängen bringt der Innenverteidiger vom BV Cloppenburg die höherklassigste Erfahrung mit. „Das hat dann natürlich eine entsprechende Erwartungshaltung zur Folge“, weiß sein Trainer: „Aber man muss wissen, warum er aus der Oberliga zu uns gekommen ist: Erstens hat er wegen seines Kreuzbandrisses erst seit Ende der letzten Saison wieder gespielt, zweitens ist er jetzt beruflich stärker eingebunden“, sagt er über den in Bremen tätigen Projektmanager: „Da war der Weg zu uns kürzer als nach Cloppenburg.“ Wegen seiner Verletzung „kann Marius noch nicht bei 100 Prozent sein, aber er wird in Sachen Fitness zulegen“. Jedenfalls traut ihm Bragula absolut zu, das Erbe von Lennart Flege anzutreten, der seine Karriere beenden musste.

Hauke Glück (27): Den defensiven Mittelfeldspieler hatte Bragula schon länger auf dem Wunschzettel: „Er ist der klassische Sechser – mit guten Pässen und einer super Zweikampf-Quote“, lobt er den Mann vom Kreisligisten Harpstedter TB, der sich „schnell bei uns eingefügt hat“. Am Spielaufbau „sollte er aber noch ein bisschen arbeiten“, meint sein Coach.

Robin Ramke (24): Die „treue Seele“ vom TSV Ganderkesee hat sich noch nicht ganz vom Kreisligisten verabschiedet, sondern trainiert dort weiterhin die Frauen. „Das ist ein Typ, der nicht auf Bäumen wächst“, urteilt Bragula über den überall im offensiven Mittelfeld einsetzbaren Akteur: „Robin bringt ein hohes Tempo mit, sucht das Eins gegen eins, ist dribbelstark und ungemein spielfreudig.“ Der Begriff Lautsprecher wäre bei Ramke unangebracht, er schont seine Luft stattdessen fürs Wesentliche: „Robin ist einer unserer Fittesten“, berichtet Bragula.

Elias Schröder (18): Er dürfte noch in der A-Jugend auflaufen – und tut es auch bei seinem Stammverein TuS Heidkrug. „Wir haben uns auf ein Zweitspielrecht verständigt und darauf, dass er einmal pro Woche auch bei den TuS-A-Junioren trainiert“, erläutert der VfL-Trainer. Zuzüglich zu den zwei Einheiten in Wildeshausen und dem Spieltag ein ziemliches Pensum. „Aber wir sprechen uns mit seinem A-Jugend-Trainer ab und passen die Belastung an.“ Bragula will ihn langsam an den Herrenbereich heranführen, „obwohl man ihn jetzt schon jederzeit bei uns reinschmeißen könnte“, lobt der Übungsleiter den zentralen Mittelfeldspieler, der eine Option als Zehner oder für den offensiveren Part im defensiven Mittelfeld wäre.

C hristopher Kant (20): Der Stürmer kam zuletzt zum VfL, als die Mannschaft bereits mitten in der Vorbereitung steckte. „Ihm fehlt daher noch die Bindung zu unserem Spiel“, sagt der VfL-Trainer über den Mann, der nach der Abmeldung des VfB Oldenburg II plötzlich ohne Club dastand und danach bei Atlas Delmenhorst nur einen Platz bei der Zweiten angeboten bekam: Christopher ist ein ganz anderer Typ als Michael Eberle, Maximilian Seidel oder Sebastian Bröcker: Er bringt zwar nicht so das Tempo mit, kommt eher über sein starkes Kombinationsspiel und ist taktisch sehr versiert.“

In dieser Konstellation mit seinen etablierten Kräften hat Bragula keine offenen Wünsche mehr: „Mit dem Kader bin ich sehr zufrieden. Alle haben super mitgezogen. Trotz der Hitze haben wir in der Vorbereitung keine Einheit ausfallen lassen.“ Auch aufs Team hinter dem Team ist er stolz: „Ich verstehe mich gut mit meinem Co-Trainer Patrick und habe mit Eike Bothe einen der besten Torwarttrainer. Er hat Felix Dittrich jetzt noch näher an das Niveau von Sebastian Pundsack gebracht“, spricht Bragula von einem spannenderen Duell der Keeper. Zudem ist er froh über die Arbeit von Teammanager Helge Cordes sowie der Betreuer Thomas Kupka und Daniel Pasker: „Solche Leute wünscht sich jede Mannschaft.“

Sonntag Heimspiel gegen Eversten

Zum Start in die neue Bezirksliga-Saison empfängt der VfL Wildeshausen am Sonntag ab 15.00 Uhr im Krandelstadion den TuS Eversten als Vizemeister der Fusionsliga. Diese Staffel setzte sich aus den besten Teams der zum Zusammenschluss anstehenden Kreise Friesland, Ammerland, Oldenburg-Stadt, Wesermarsch und Wilhelmshaven zusammen. „Natürlich ist Eversten ein für uns recht unbekannter Gegner – aber ein unbequemer“, warnt VfL-Trainer Marcel Bragula: „Wie das bei allen Aufsteigern so ist, schwingt zunächst immer eine gehörige Euphorie mit. Uns erwartet also eine schwierige Aufgabe.“

Damit will der 43-Jährige die Favoritenrolle aber nicht von sich weisen: „Wir spielen in unserem Stadion vor eigenem Publikum – da muss ein Sieg das Ziel sein.“

Nicht mithelfen können dabei Defensivspieler Philipp Finger wegen seines in der Vorbereitung zugezogenen Teilabrisses des Syndesmosebands und Mittelfeldmann Sebastian Bröcker, der wegen seiner Achillessehnenprobleme fast die gesamte Vorbereitung verpasst hat. Er stieg erst jetzt wieder ins Mannschaftstraining ein.

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