Wildeshausen verliert bei Verfolger SV Brake

Fleges Fehlschuss ist der Knackpunkt – 1:2

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Lennart Flege läuft an – und verschießt. Der vergebene Foulelfmeter des Wildeshauser Abwehrchefs war beim 1:2 im Spitzenspiel beim SV Brake der Knackpunkt.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Lennart Flege ist ein supersicherer Elfmeterschütze. Eigentlich. Denn ausgerechnet im Gipfeltreffen beim SV Brake patzte der Abwehrchef des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen vom Punkt. Nach einem Foul von Dennis Pleus an Ole Lehmkuhl wählte Flege – wie schon wenige Tage zuvor im Nachholspiel gegen BW Bümmerstede (4:0) – das linke untere Eck. Doch statt Torjubel gab es diesmal blankes Entsetzen: Brakes Keeper Patrick Lahrmann parierte den Schuss des 28-Jährigen nicht nur, sondern hielt ihn sogar fest. Höchststrafe!

Die Szene aus der 58. Spielminute bezeichnete VfL-Coach Marcel Bragula nach der 1:2 (1:1)-Niederlage als „Knackpunkt“. Für seinen Braker Kollegen Gerold Steindor war es „die Schlüsselszene“ der Partie. Und der alte Trainerfuchs Steindor beanspruchte, seinen Teil dazu beigetragen zu haben: „Ich hab’ Patrick die Ecke gezeigt, wohin er schießen wird.“

Beide Übungsleiter lagen richtig mit ihrer Einschätzung. Hätte Flege beim Stand von 1:1 getroffen – es wäre die Wildeshauser Führung gewesen. Stattdessen gab Schiedsrichter Jannik Weinkauf (VfL Oldenburg) nur Augenblicke nach dem Fehlschuss auch auf der anderen Seite Strafstoß. Niklas Heinrich soll den Ball mit der Hand gespielt haben. Norman Preuß machte es besser und traf zum 2:1 (60.). Dieses Ergebnis hatte auch Bestand, als Weinkauf um 16.51 Uhr abpfiff. Nach zuvor acht Siegen hatten die Krandel-Kicker erstmals in der laufenden Saison Zähler gelassen. Kleiner Trost: Aufgrund des um zehn Treffer besseren Torverhältnisses führen sie die Tabelle weiter vor den nun punktgleichen Brakern an.

„Das Ergebnis stimmt mich natürlich nicht zufrieden, das Spiel meiner Mannschaft schon“, bilanzierte Bragula. Er hatte in der Wesermarsch bei „bestem Fußballwetter“ und vor der „tollen Kulisse“ von rund 350 Zuschauern „ein vernünftiges Bezirksliga-Spiel“ gesehen, das „jederzeit spannend“ gewesen sei. „Es war ein würdiges Spitzenspiel in einem würdigen Rahmen – besser als an einem Abend in der Woche auf einem matschigen Nebenplatz.“

René Tramitzke zunächst auf der Bank

Wie beim 4:0 über den SV Wilhelmshaven hatte Bragula seinen Torjäger René Tramitzke zunächst auf die Bank beordert. Die Gäste wollten Brake kommen lassen, um dann über die flinken Andreas Kari, Maximilian Seidel und Michael Eberle überfallartig zu kontern. Diese Taktik ging im ersten Abschnitt nicht auf. Bis auf Freistöße von Flege (4.), Lukas Schneider (36.) und einen Distanzschuss von Schneider, den Lahrmann mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (40.), brachte der Tabellenführer offensiv nicht viel zustande.

Anders die galliger wirkenden Braker. Zunächst hatte der VfL noch Glück, dass Christopher Nickel den Ball nicht zum mitgelaufenen Mirko Jankowski brachte, als Torhüter Sebastian Pundsack schon geschlagen war (7.). Doch nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß durfte André Jaedtke am linken Strafraumeck ungehindert Maß nehmen und zirkelte den Ball unhaltbar zum 1:0 in den rechten oberen Winkel (22.). Es war der achte Saisontreffer des Braker Goalgetters. „Ein wunderschönes Tor! Den trifft er sehr gut“, schwärmte selbst Bragula.

Dass für den Ausgleich ein Standard herhalten musste, war irgendwie symptomatisch. Unmittelbar vor der Pause erzielte Michael Eberle per Freistoß das 1:1 (45.). In der zweiten Halbzeit sah Bragula dann „leichte Vorteile für uns“. Doch seine Crew konnte kein Kapital daraus schlagen und geriet stattdessen erneut in Rückstand. Mit einer Wahnsinnstat verhinderte Pundsack gegen Nickel und Nico Westphal sogar das mögliche 1:3 (86.).

„Anschließend mussten wir ein paar heiße Situationen überstehen“, sagte Steindor. Kurz vor Schluss jagte der inzwischen im Sturmzentrum spielende Innenverteidiger Thorben Schütte eine Schneider-Flanke volley über den Querbalken (89.). In der Nachspielzeit köpfte der eingewechselte Christoph Stolle nach einem Eckstoß direkt in die fangbereiten Arme von Lahrmann (90.+3). „Am Ende sind wir sehr froh über dieses 2:1“, erklärte Steindor. Wenig überraschend hätte Bragula „ein Unentschieden gerechter“ gefunden.

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