U 16-Team feiert Titelgewinn bei Vereinsjugendmeistermeisterschaft in Lingen

Wildeshauser Schachquintett setzt sie alle matt

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Holten sich den Sieg bei der Deutschen U 16-Vereinsmeisterschaft in Lingen: Spartak Grigorian (vorne, v.l.), Duch Minh Ngo und Maurice Finke. Trainer Jens Kahlenberg (hinten) war stolz auf seine Jungs. Nicht im Bild sind Steffen Schumann und Jari Reuker.

Lingen / Wildeshausen - In der Leichathletik hätte das Fotofinish bemüht werden müssen – in einem Herzschlagfinale errangen die Schachspieler des SK Wildeshausen jetzt den Titel bei den Deutschen U 16-Vereinsjugendmeisterschaften.

Am Ende hatten die Wildeshauser Nachwuchsspieler gleich viele Mannschaftspunkte (11) wie der SV Lingen, selbst die Brettwertung (18,5) war identisch, im direkten Vergleich trennten sie sich 2:2-Remis, so dass schließlich die Berliner Wertung (siehe Infokasten) den Ausschlag zum Wildeshauser Titelgewinn gab.

„Es war die knappste Möglichkeit überhaupt für uns, Deutscher Meister zu werden“, sagt Trainer Jens Kahlenberg. 20 Mannschaften aus ganz Deutschland mit vielen Bundes- und Landesauswahlspielern waren ins Emsland nach Lingen gekommen, um in sieben Runden die beste U 16- Mannschaft Deutschlands auszuspielen.

Vor der letzten Spieltagsrunde waren die Wildeshauser um Spartak Grigorian, Maurice Finke, Duc Minh Ngo, Steffen Schumann und Jari Reuker aufgrund des Remis gegen den SV Lingen auf Platz zwei abgerutscht. „Die SG Porz lag einen Mannschaftspunkt vor uns, hat dann aber im Spiel gegen Leipzig Nerven gezeigt“, sagt Kahlenberg. Ausgerechnet der an einer Mittelohrentzündung erkrankte Schumann wurde zum Matchwinner. Mit seinem Erfolg über Raphael Zimmer sorgte der 14-jährige Schumann für den 2,5:1,5-Sieg gegen Sasbach.

Der Titel ist der Lohn für lange Trainingseinheiten mit tiefgreifenden Analysen: „Beispielsweise reißt Spartak locker seine zwölf Stunden Training in der Woche ab“, erklärt Kahlenberg. Anders als Reuker oder Minh Ngo gibt Kahlenberg dem 15-jährigen Grigorian kein Präsenztraining vor Ort in Wildeshausen: „Er ist jetzt schon besser als ich, da macht das keinen Sinn“, so Kahlenberg. Vielmehr trainiert Grigorian, der bereits als Sechsjähriger mit dem Schach spielen begonnen hat, mit einem internationalen Trainer im Internet.

Auch Grigorians Wildeshauser Teamkollegen opfern ihrem Sport viel Freizeit: „Schach ist ein Spiel, das darauf basiert, Muster frühzeitig zu erkennen. Es geht darum, viele Pläne zu studieren“, erklärt Kahlenberg. So müsse man eigentlich genauso viel Zeit in die Analyse der eigenen Spiele investieren wie die Spielzeit der Partien betrug.

Denjenigen, die der Meinung sind, dass Schach kein Sport sei, erwidert der Wildeshauser Trainer: „Sie sollten sich einfach mal zwölf Stunden lang ans Brett setzen.“ Da sei ein absolutes Höchstmaß an Konzentration gefragt. „Zudem ist es keine Seltenheit, dass der Pulsschlag in kritischen Spielsituationen auf 110 bis 120 ansteigt“, erläutert Kahlenberg. Bei einem Herzschlagfinale wie in Lingen kein Wunder. · wie

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