Westrhauderfehn beim 5:1 noch gnädig / Bragula: „Selten so schlecht“

Wildeshauser Drama gegen TuRa

Belebender Faktor: Nach seiner Einwechslung noch vor der Pause brachte Christoph Stolle (am Ball, vor Teamkollege Marius Krumland) frischen Wind in Wildeshausens Spiel nach vorn. Trotzdem verlor der VfL deutlich – auch dank vier Torvorlagen von Westrhaudefehns starkem Ole Eucken (rechts).
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Belebender Faktor: Nach seiner Einwechslung noch vor der Pause brachte Christoph Stolle (am Ball, vor Teamkollege Marius Krumland) frischen Wind in Wildeshausens Spiel nach vorn. Trotzdem verlor der VfL deutlich – auch dank vier Torvorlagen von Westrhaudefehns starkem Ole Eucken (rechts).

Wildeshausen – Tag der Premieren im Wildeshauser Krandel: Nie zuvor mussten die Ordner des VfL Wildeshausen einige Zuschauer am Einlass wieder nach Hause komplimentieren – dem Umstand geschuldet, dass die Corona-Verordnungen gestern nur 100 Besucher im Stadion zuließen. Nie zuvor hatte es ein Wildeshauser Landesliga-Duell gegen TuRa 07 Westrhauderfehn gegeben – und nach Auffassung mancher VfL-Anhänger eilt es auch nicht bis zum nächsten Aufeinandertreffen. Denn die Ostfriesen fuhren mit den Gastgebern gehörig Schlitten und ließen beim 5:1 (2:0)-Triumph noch reichlich Gnade in Form ausgelassener Hochkaräter walten. „Im eigenen Stadion habe ich uns selten so schlecht gesehen“, gestand Wildeshausens Trainer Marcel Bragula nach dem Desaster im Dauerregen: „Auf jeden Fall haben wir hier in meiner Zeit noch nie mit 1:5 verloren.“ So weit zur nächsten Premiere. „Freuen kann ich mich nur für diejenigen, die hier nicht mehr reingekommen sind“, beneidete er alle, die dieses Drama nicht mit ansehen mussten.

Mal abgesehen von einer guten Viertelstunde nach Wiederanpfiff, bezeichnete Bragula das Ganze als „gebrauchten Tag“. Ließ es sich mit Timo Goldners erstem Torschuss nach drei Minuten (am langen Eck vorbei) noch vielversprechend an, ging 120 Sekunden später alles schief. Ein eigentlich schon verhunzter Eckball von TuRas Kapitän Ole Eucken kam auf Grasnarben-Höhe in den Strafraum, rutschte Christopher Kant unter dem Schlappen durch, im Zentrum blieb die Kugel ungeklärt, und aus der zweiten Reihe zielte Sönke Weßling exakt in den linken Winkel – 0:1 (5.).

Die Platzherren reagierten konsterniert, waren zu oft zu weit weg vom Gegner, arbeiteten glücklos gegen den Ball – und befanden sie sich mal in dessen Besitz, gingen sie ängstlich im Spielaufbau vor: „Dann haben wir das Ding nur hin- und hergeschoben, da war kein Tempo drin“, bemängelte Bragula.

So bestimmten die Gäste das Geschehen, ohne großen Aufwand betreiben zu müssen. Ole Eucken hätte per Freistoß erhöhen können, zielte aber knapp vorbei (28.). Stattdessen bereitete er das 2:0 mit seiner vierten Ecke vor, die Henning Meyer platziert an den Innenpfosten köpfte (33.). Kurz darauf verhinderte VfL-Keeper Sören Willers gegen Marcel Hinz per Fußabwehr das 0:3 – und Bragula hatte genug gesehen. Noch vor der Pause wechselte er doppelt – im Fall von Maximilian Seidel aber verletzungsbedingt. Der Stürmer humpelte mit einer Oberschenkelzerrung vom Platz. „Ich wollte eigentlich einen anderen runternehmen“, meinte Bragula. Kandidaten dafür gab’s seiner Meinung nach genug, „denn in der ersten Halbzeit haben wir keinerlei Mentalität gezeigt“.

Dies änderte sich in Abschnitt zwei. Zwar vereitelte Willers Sekunden nach Wiederanpfiff in höchster Not Ole Euckens 3:0, dann aber kam der VfL zu Chancen: Kevin Radkes Freistoß parierte Schlussmann Enno Bunger (51.), Goldner traf ebenso nur das Außennetz (53.) wie Rene Tramitzke (55.), der später haarscharf daneben köpfte (60.). „Da dachte ich, wir könnten noch rankommen“, schilderte Bragula. Aber Westrhauderfehn konterte brutal: Benjamin Lünemanns leicht abgefälschter Schuss rauschte noch knapp übers leere Tor (65.), doch dann war es passiert: Radke kam zu spät gegen Ole Eucken, der legte quer auf den völlig freistehenden Erhan Colak – 3:0 (67.). Ebenfalls freie Bahn hatte Ole Eucken, als er seinem Bruder Malte das 4:0 auflegte (78.). Fünf Minuten später erhöhte Colak auf 5:0. Immerhin gab sich der VfL nicht auf, spielte weiter nach vorn und kam durch Tramitzke nach einem Querpass von Lennart Feldhus immerhin zum Ehrentreffer (87.).

Trösten konnte dies niemanden. „Zehn Gegentore in drei Spielen – das werden wir als Trainer nicht so einfach hinnehmen“, kündigte Bragula an.

Von Cord Krüger

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