Der Wildeshauser Dennis Frerichs tauschte vor 15 Jahren den Handball gegen den American Football / Fasziniert von der tollen Stimmung

„Die Badgers sind wie eine große Familie“

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Kam „durch einen blöden Zufall“ zum American Football: der Wildeshauser Dennis Frerichs.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Viel Schlaf hat Dennis Frerichs in den vergangenen sechs Monaten nicht bekommen: Vor einem halben Jahr erblickte sein Sohn Titus das Licht der Welt. Demnächst werden die Nächte im Hause Frerichs sogar noch kürzer. Die nordamerikanische Profiliga NFL geht in ihre entscheidende Phase – für einen eingefleischten American-Football-Fan natürlich Fernsehpflichtprogramm.

Dabei ist Dennis Frerichs eigentlich Handballer. Der Wildeshauser spielte unter anderem für die HSG Delmenhorst, den TV Grambke und die HSG Stedingen. Doch dann entdeckte er im Jahr 2000 „durch einen blöden Zufall“ seine Liebe zum Football. Eine Freundin schleppte ihn mit zu den Vechta Wild Things. „Wir haben uns ein Spiel angeguckt, und da hat es mich gleich gepackt“, erzählt der 36-Jährige. Kurz darauf tauschte er den Handball gegen das orangefarbene Ei.

„Dieser Sport wird gelebt – das ist Wahnsinn!“, schwärmt Dennis Frerichs. Jeder könne American Football spielen. „Egal ob klein und dick oder groß und dünn.“ Nach zwei Landesliga-Jahren in Vechta wechselt der gebürtige Vegesacker zum Oberligisten Bremen Firebirds, mit dem er den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Anschließend verschlug es Dennis Frerichs berufsbedingt für ein Jahr nach Stuttgart, wo der gelernte Bierbrauer für Sportwagenhersteller Porsche im Carrera-Cup und Supercup arbeitete.

Zurück im Norden, setzte der Vertriebsdisponent seine Football-Karriere bei den Cloppenburg Titans fort, ehe ihn ein Kreuzbandriss ausbremste. 2012 wagte Frerichs ein Comeback bei den neugegründeten Oldenburg Outlaws. Doch kurz vor dem Saisonstart erlitt er einen weiteren Kreuzbandriss. Frerichs beendete seine aktive Laufbahn und wechselte ins Trainerteam. 2013 holte ihn sein alter Weggefährte Benjamin Crljenkovic zum Regionalligisten Ritterhude Bagders.

Beim Team aus dem Landkreis Osterholz ist Dennis Frerichs als Coach für die Linebacker verantwortlich. „Die Linebacker sollen die Läufe des Gegners stoppen, sind für die Passverteidigung zuständig und sollen sich den gegnerischen Quarterback schnappen“, erläutert Frerichs. Seine Aufgabe ist es, auf die verschiedenen Aufstellungen und Spielzüge des Gegners zu reagieren: „Das ist ziemlich viel Strategie – fast wie Schach auf dem Rasen.“

In der abgelaufenen Saison wurden die „Dachse“ Zweiter hinter den Osnabrück Tigers. 2015 soll es mit dem Aufstieg klappen. „Wir haben ein klares Ziel: Im nächsten Jahr wollen wir in der 2. Bundesliga spielen“, bekräftigt Frerichs. Zu den Badgers-Heimspielen kommen nicht selten mehr als 1000 Zuschauer an den Moormannskamp. Das rührige Staffteam macht aus dem Sportspektakel ein Event. Immer dabei sind Dennis Frerichs’ Frau Franziska, eine ehemalige Cheerleaderin, und sein sechsjähriger Sohn Finn-Ole.

„Die Badgers sind wie eine große Familie. Wir treffen uns nicht nur zwei Mal wöchentlich zum Training und am Wochenende zum Spiel und hinterher geht jeder seiner Wege. Wir unternehmen auch sonst viel zusammen“, erzählt Dennis Frerichs. Er ist übrigens nicht der einzige Badger mit Wildeshausen-Bezug: Safety Roberto Krahl, der mit den Braunschweig Lions bereits deutscher Meister war, ist Mitglied in der Schützengilde.

Handball und Fußball interessieren Dennis Frerichs zwar immer noch, doch wenn er mal ins Weserstadion geht, dann nur, um „einen schönen Tag zu haben“. Gegen die Stimmung bei NFL-Partien sei selbst ein Heimspiel von Borussia Dortmund nur „ein Schiss“. Im Stadion der Houston Oilers, dem Vorgängerclub der Tennessee Titans, hat er es selbst erlebt.

Das Lieblingsteam von Dennis Frerichs sind die New Orleans Saints. Er mag die „coole Stadt“ im US-Bundesstaat Louisiana und das Vereinswappen, eine goldene Fleur-de-Lis. Besonders berührt hat ihn jedoch die Situation nach dem Hurrikan Katrina, als die Saints ihre Heimspiele in fremden Stadien austragen mussten, weil ihr Superdome Opfern des Wirbelsturms als Notunterkunft diente.

Da der Super-Bowl-Sieger von 2009 die Play-offs in diesem Jahr verpasst hat, musste sich Dennis Frerichs notgedrungen umorientieren. „Jetzt drücke ich den Dallas Cowboys die Daumen“, verkündet er. Die Texaner müssen am Sonntag bei den Green Bay Packers antreten – da ist an Schlaf natürlich nicht zu denken…

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