Wildeshauser U23 bezwingt Harpstedter TB trotz Rückstand und Unterzahl

Kerns Doppelpack entscheidet das Derby – 2:1

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Doppeltorschütze Tobias Kern (rotes Trikot) schirmt den Ball gegen HTB-Verteidiger Tobias Abeln ab.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. „Derbysieger, Derbysieger – hey, hey!“, schallte es durch den Krandel. Während die Kreisliga-Fußballer des VfL Wildeshausen II feierten, schlichen die Spieler des Harpstedter TB mit hängenden Köpfen vom Platz. Trotz eines 0:1-Pausenrückstandes und einer Roten Karte für Pascal Hesselmann triumphierte die Wildeshauser U23 zum Saisonauftakt mit 2:1 (0:1). „Das ist ein Paukenschlag!“, freute sich VfL-Trainer Arend Arends.

Entscheidender Mann war sein Angreifer Tobias Kern. Der 26-Jährige spielte zwei Mal seine Sprintqualitäten aus und schnürte einen Doppelpack (54./72.). Besonders sehenswert war dabei der Siegtreffer: Der eben erst eingewechselte Timo Höfken schlug einen herrlichen Pass hinter die HTB-Abwehr, Kern umkurvte Keeper Christoph Mädler und schob den Ball locker ein. Beim Ausgleich hätte Mädler dem Torschützen entgegen laufen müssen, beim zweiten Gegentreffer war er machtlos.

Dabei sprach nach 50 Minuten alles für die Gäste: HTB-Youngster Andreas Taute, der erst vor wenigen Tagen 18 Jahre alt geworden war, stibitzte VfL-Verteidiger Peter Schlüter den Ball an der Seitenlinie. Tautes als Flanke gedachter Ball sprang vom Innenpfosten zum 1:0 ins Tor (21.). Erst kurz vor der Pause kamen die Krandel-Kicker besser ins Spiel. Doch direkt nach dem Wechsel handelte sich Pascal Hesselmann laut Arends „eine selten dämliche Rote Karte“ ein: „Du hast gar nichts gesehen, du Spinner!“, rief der VfL-Verteidiger deutlich hörbar – und wurde dafür von Schiedsrichter Christian Mesenbrink (VfR Wardenburg) vorzeitig zum Duschen geschickt (49.).

„Darüber werden wir intern noch sprechen“, kündigte Arends an. Doch irgendwie war er dem Sünder fast dankbar. „Das war wie ein Hallo-wach-Effekt.“ Mit einer „enormen Willensleistung“ habe seine Crew die Partie dann gedreht. Bis dahin war bei den Platzherren kaum etwas zusammen gelaufen. Stattdessen brachten sie sich durch Fehler im Spielaufbau immer wieder selbst in Bedrängnis.

„Wir haben es nach dem 1:0 versäumt nachzulegen“, monierte HTB-Coach Marcus Metschulat. So hätten Marik Landgraf, der von Pascal Hesselmann angeschossen wurde (27.), und Nils Klaassen (32.) erhöhen können. „Stattdessen haben wir Wildeshausen in den letzten zehn Minuten vor der Pause stark gemacht“, schimpfte Metschulat. So konnte Norman Holzenkamp nach einer Schludrigkeit von Linus Jasper quer legen, doch Tobias Kern traf nur die Latte (36.). Anschließend parierte HTB-Kapitän Christoph Mädler zwei Mal stark gegen Nico Krumdiek (38.) und Holzenkamp (44.).

„Nach der Roten Karte haben wir gedacht, das wird schon laufen und haben uns den Schneid abkaufen lassen. Aufgrund der kämpferischen Einstellung ist die Niederlage nicht unverdient“, ärgerte sich Metschulat.

Das bei der Partie eingenommene Eintrittsgeld in Höhe von 200 Euro spendet der VfL Wildeshausen dem an Leukämie erkrankten Harpstedter Nachwuchskicker Marius Kossmann.

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