VfL Wildeshausen verstärkt Offensive

Kurzarbeiter Oberbörsch beeindruckt Bragula

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Jannis Oberbörsch (M.) stürmt in der zweiten Saisonhälfte für Bezirksliga-Spitzenreiter VfL Wildeshausen.

Wildeshausen - Die Abteilung Attacke des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen bekommt zur zweiten Saisonhälfte Verstärkung: Vom Ligarivalen SV Eintracht Oldenburg wechselt Jannis Oberbörsch in den Krandel. Der 24-jährige Rechtsfuß kann als Mittelstürmer oder auf der Zehn eingesetzt werden, aber auch die Sechser- und Achterposition sind ihm nicht fremd. Die Spielberechtigung für den gebürtigen Rotenburger ging Donnerstagvormittag bei VfL-Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel ein.

„Wir hatten in René Tramitzke nur einen Stoßstürmer. Wenn er arbeiten muss oder sich verletzen würde, hätten wir keinen Ersatz gehabt. Deshalb bin ich froh, dass es geklappt hat“, sagt VfL-Coach Marcel Bragula.

Jannis Oberbörsch war ihm aufgefallen, als er den Tabellenvorletzten beobachtete. „Ich habe mir Eintracht vor unserem Heimspiel zweimal angeguckt. Jannis ist beide Male nach 70 Minuten eingewechselt worden und hat sofort gute Szenen gehabt“, berichtet Bragula. Er fragte sich: „Eintracht ist Vorletzter und hat so einen Spieler – warum kommt der erst so spät rein?“ Die Antwort: Weil er nicht hundertprozentig fit war. Wegen eines komplizierten Rippenbruchs musste Oberbörsch während der Hinrunde insgesamt sieben Wochen aussetzen. In dieser Zeit konnte er nicht mal Lauftraining absolvieren. Trotzdem reichten die beiden erwähnten Kurzeinsätze, um bei Bragula Eindruck zu machen. Dabei überzeugte Oberbörsch vor allem durch seine gute Technik. Vor dem Tor fehlt ihm dagegen bisweilen die Kaltschnäuzigkeit.

Der Übungsleiter informierte sich über die Vita des Blondschopfes und sah sich bestätigt. Nach ersten fußballerischen Gehversuchen bei seinem Heimatverein TV Sottrum wechselte Jannis Oberbörsch in der C-Jugend zum Rotenburger SV. In der B-Jugend spielte er für den SV Werder Bremen in der Regionalliga und Hannover 96 in der Bundesliga. Nach einem Jahr beim FC Verden 04 in der A-Junioren-Niedersachsenliga kehrte er nach Rotenburg zurück, wo er für den RSV in der Oberliga auflief. Es folgten drei Jahre beim Heeslinger SC in der Ober- und Landesliga sowie eine Saison beim Landesligisten TSV Etelsen, wo sein Vater Bernd Trainer war. Anschließend heuerte Oberbörsch erneut beim RSV an, pausierte dann aber ein halbes Jahr, weil ihm der Aufwand zu groß geworden war.

Es juckte wieder in den Füßen

Im vergangenen Sommer juckte es den Angreifer, der in Oldenburg Sportwissenschaft studiert, wieder in den Füßen. Nachdem er die Saisonvorbereitung beim Oberligisten VfL Oldenburg mitgemacht hatte, landete er schließlich beim Bezirksliga-Aufsteiger SV Eintracht, „weil das für mich ein kurzer Weg zum Platz war“.

Künftig ist Jannis Oberbörsch also wieder etwas länger zum Training unterwegs. Aber diesen Aufwand nimmt er gern in Kauf. Beim Spitzenreiter stimme „das Gesamtpaket“, begründet er seine Wechselentscheidung: „Der VfL Wildeshausen ist sportlich attraktiv, und der Kader ist qualitativ gut besetzt.“ Außerdem soll der Offensivmann in die Vereinsarbeit eingebunden werden, was seinem Studium zugute kommt.

„Wir geben Jannis die Chance, in der Rückrunde anzugreifen und Gas zu geben“, erläutert Bragula. Er betrachtet seinen Neuzugang als „spielenden Mittelstürmer“ im Gegensatz zum „klassischen Boxspieler“ René Tramitzke. Der VfL-Sturmtank führt mit 15 Treffern die Bezirksliga-Torjägerliste an und ist aktuell in der Form seinens Lebens. „Das ist mir nicht entgangen“, sagt Oberbörsch und schmunzelt. Er selbst hat es in der laufenden Saison bei sieben Einsätzen für Eintracht auf zwei „Buden“ gebracht. „Aber ich sehe uns nicht als Konkurrenten. Wir können auch zusammen vorne spielen oder ich hinter ihm.“ 

mar

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