HTB-Duo kickt bei A-Junioren mit

VfL Wildeshausen erstattet Selbstanzeige und trennt sich vom Trainer

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Alles für die Katz’? Die A-Junioren des VfL Wildeshausen waren als Kreisliga-Achter bestes Team aus dem Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst. Den Aufstieg in die Bezirksliga können sich die Krandel-Kicker nach der Selbstanzeige aber wohl abschminken.

Wildeshausen - Das Abschneiden des VfL Wildeshausen in der Saison 2017/2018 bewertet VfL-Fußballabteilungsleiter Ottmar Jöckel weitestgehend positiv. Doch nun wird die Bilanz getrübt. Es geht um Spielmanipulation in der A-Junioren-Kreisliga. Am Dienstag erstattete der Verein Selbstanzeige bei Staffelleiter Uwe Küpker (Damme). Der Fall dürfte vor das Sportgericht wandern. Außerdem könnte sich der mögliche Aufstieg in die Bezirksliga für den VfL Wildeshausen erledigt haben.

Konkret geht es um das vorletzte Saisonspiel am 2. Juni beim Tabellenvierten SV Molbergen, das der VfL-Nachwuchs mit 4:3 gewann. Doch offensichtlich ging dabei nicht alles mit rechten Dingen zu. „Auf dem Spielbericht stehen die Namen von drei Spielern, die tatsächlich nicht gespielt haben“, erläutert Jöckel. Stattdessen seien zwei Akteure aufgelaufen, die nicht für den VfL Wildeshausen spielberechtigt sind, sondern eigentlich zum Kader des Herren-Kreisligisten Harpstedter TB gehören (Namen sind der Redaktion bekannt).

„Sowas habe ich noch nicht erlebt“, ächzt Jöckel. Als der VfL-Fußballboss Wind von der Sache bekam, trommelte er sofort seine Vorstandskollegen zu einer eilig anberaumten Sitzung zusammen. Gemeinsam versuchten sie, Licht ins Dunkel zu bringen. Wie sie inzwischen wissen, handelte es sich bei dem Einsatz der HTB-Akteure, die in ihrer Jugendzeit auch beim VfL Wildeshausen spielten, offensichtlich um eine Art Freundschaftsdienst für ihre ehemaligen Vereinskollegen. „Die Jungs haben den Kontakt hergestellt, und Trainer Thorsten Altscher hat sich darauf eingelassen, um das Spiel nicht absagen zu müssen“, berichtet Jöckel. Klingt plausibel, verstehen kann er es trotzdem nicht: „Sowas ist mir zuwider.“

Vertuschen war keine Option für Verein

Vertuschen war für die VfL-Führung keine Option. „Wir gehen ganz offensiv damit um“, betont Jöckel. Er informierte den Harpstedter TB über den Vorfall und erstattete Selbstanzeige bei Staffelleiter Küpker. Außerdem trennte sich der Verein von Trainer Altscher. „Thorsten hat unwahrscheinlich akribisch gearbeitet, obwohl er es nicht einfach hatte – aber sowas können wir nicht tolerieren“, begründet Jöckel. Mit den Vorwürfen konfrontiert, bestätigte Altscher den Vorfall. „Die Sache liegt in meiner Verantwortung – mehr möchte ich dazu nicht sagen“, meinte der Ex-Coach.

Staffelleiter Küpker bestätigte den Empfang der Wildeshauser Selbstanzeige. „Ich denke, das wird ans Sportgericht gehen“, sagte Küpker, der erst durch die Wildeshauser E-Mail von dem Vorfall Kenntnis erlangt hatte. Das weitere Vorgehen werde er nun mit seinem „Chef“, dem Vechtaer Jugendausschussvorsitzenden David Lücker, besprechen. Erfahrung mit ähnlichen Vorfällen hat Küpker nicht: „Ich mache das schon ein paar Jährchen, aber so ein Vorgang ist auch für mich neu.“

„Falschspieler“ erwarten Strafen und Sperren

Eins gilt als sicher: Der Wildeshauser Sieg in Molbergen dürfte in ein 0:5 umgewertet werden. Danach wären die Krandel-Kicker in der gemeinsamen Spielklasse mit den Kreisen Vechta und Cloppenburg nicht mehr Tabellenachter, sondern Neunter hinter dem TV Munderloh, dem als bestem Team aus dem Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst das Aufstiegsrecht zustehen würde.

Die beiden „Falschspieler“ aus Reihen des Harpstedter TB müssen mit Sperren und Geldstrafen rechnen. Zunächst will der stellvertretende HTB-Fußballspartenleiter Michael Würdemann mit beiden Kickern das persönliche Gespräch suchen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dürfte auf das Duo auch eine vereinsinterne Strafe zukommen. Jugendtraining oder gemeinnützige Arbeit nennt Würdemann als Beispiele, „aber erst warten wir das Offizielle ab“. Ein Vereinsausschluss kommt für Würdemann indes nicht in Betracht: „Das wäre absoluter Blödsinn! Jeder macht mal einen Fehler, und das Sportgericht wird die Jungs schon hart genug bestrafen.“ Auch mit der Verbannung aus der ersten in die zweite oder dritte Mannschaft „würden wir über das Ziel hinausschießen“, findet Würdemann.

mar

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