VfL Wildeshausen Tabellenführer

Görkes nächster Geniestreich: Sieg in letzter Minute

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VfL-Kapitän Sascha Görke (v.l.) zieht mit seinem schwächeren rechten Fuß ab und trifft zum 4:3. Michael Sen und Lukas Mutlu kommen zu spät.

Delmenhorst - Von Sven Marquart. Packende Zweikämpfe, schöne Spielzüge, sieben Treffer und Spannung bis zum Schluss – die rund 250 Zuschauer im Delmenhorster Stadion bekamen beim Nachbarschaftsderby zwischen den Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin und VfL Wildeshausen allerhand geboten. Am Ende gewannen die Krandel-Kicker etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 4:3 (2:1) und lösten dadurch den Heidmühler FC an der Tabellenspitze ab. Der Landesliga-Absteiger hatte mit dem 1:4 bei BW Bümmerstede erstmals in der noch jungen Saison Federn gelassen.

Dass die Wildeshauser die Heimreise mit drei Punkten im Gepäck antreten konnten, hatten sie einmal mehr dem derzeit in bestechender Form spielenden Sascha Görke zu verdanken. Nach seiner Drei-Tore-Gala beim 3:1-Erfolg über den SV Wilhelmshaven gelang dem VfL-Kapitän in Düsternort der nächste Geniestreich: Es lief bereits die 90. Minute, da zirkelte der 27-Jährige den Ball unhaltbar für Abdin-Keeper Jens Dekarski zum 4:3 in den rechten oberen Torwinkel. „Dabei macht Sascha eigentlich alles falsch! Er muss Michael Eberle anspielen oder den Ball ins Zentrum bringen – und dann schießt er auch noch mit seinem schwachen rechten Fuß“, zählte Marcel Bragula auf. Aber wer trifft, hat bekanntlich Recht, also war’s dem VfL-Coach egal. Mit nunmehr fünf Treffern führt Görke außerdem die Torschützenliste an. Eigentlich müssten es sogar sechs Buden sein, aber Schiedsrichter Malec Müller (VfL Oldenburg) wertete das 2:1 als Eigentor des Delmenhorsters Lukas Mutlu, der den Schuss des Wildeshauser Mittelfeldregisseurs abgefälscht hatte (41.)

Der Vizemeister war zunächst eiskalt erwischt worden. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, da setzte sich Abdins Manuel Celik auf der linken Seite durch, und Johannes Artan erzielte das frühe 1:0 (3.). Die Platzherren hätten durchaus noch nachlegen können. Can Blümel durfte unbedrängt abziehen, setzte den Ball aber knapp über den Querbalken (25.). Bragula war bedient. „Was ist das für ein Schaulaufen da!?“, brüllte er zornig. Tatsächlich gewann seine Crew danach langsam die Kontrolle über die Partie. „Wir wollten unsere Stärken ausnutzen, haben uns dann aber den Schneid abkaufen lassen“, sagte Abdin-Coach Christian Kaya.

Trotzdem fiel der Ausgleich überraschend. Nach einem langgezogenen Freistoß von Lukas Schneider vollendete Innenverteidiger Marius Krumland im Stile eines Torjägers zum 1:1 (31.). Noch vor der Pause behauptete Maximilian Seidel den Ball und bediente Görke. Dessen Schuss lenkte Lukas Mutlu zum 2:1 ins Netz (41.).

Zu Beginn des zweiten Abschnitts sollte es für die Gäste noch besser kommen. Nach einem Einwurf von Niklas Heinrich setzte der eingewechselte Robin Ramke zum Solo an und schlenzte die Kugel technisch anspruchsvoll mit dem Außenrist zum 3:1 ins lange Eck (52.). „Weitermachen! Die werden niemals aufhören“, forderte Bragula. Als hätte er es geahnt. Denn keine zwei Minuten später verkürzte Simon Matta aus der Distanz auf 2:3 (54.). „Das war kein Torwartfehler, aber an einem guten Tag hält Felix Dittrich den“, sagte Bragula. Beim 3:3 machte Marius Krumland dann keine glückliche Figur. Der Innenverteidiger rutschte aus, so dass Simon Matta freie Bahn hatte (71.).

Bragula und sein Co-Trainer Patrick Meyer setzten nun alles auf eine Karte und wechselten sehr offensiv: Andreas Kari kam für Christoph Stolle (77.) und René Tramitzke für Maximilian Seidel (80.). „Das hätte auch schiefgehen können“, bekannte der VfL-Coach. Aber sein Mut wurde belohnt. Zunächst feuerte Michael Eberle das Spielgerät haarscharf über das Tor (78.), dann köpfte Tramitzke eine Schneider-Flanke in die dritte Etage (85.), ehe Görke den VfL-Anhang doch noch jubeln ließ. „Ich denke, das 3:3 wäre verdient gewesen, aber das ist eben die Wildeshauser Kaltschäuzigkeit“, meinte Christian Kaya. „Ich denke auch, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre“, pflichtete ihm Bragula bei.

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