Wildeshausen lässt sich einschüchtern – 0:2 im Spitzenspiel beim SV Atlas

„Zu grün hinter den Ohren“

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Der einzige VfL-Spieler in Normalform gegen den SV Atlas Delmenhorst: Storven Bockhorn. wie

Delmenhorst - Von Daniel Wiechert. Dutzende der mehr als 1400 Zuschauer verließen das Delmenhorster Stadion bereits eine Viertelstunde vor Abpfiff – die meisten davon Anhänger des SV Atlas. Es ist eigentlich ein klares Indiz dafür, den Unmut gegenüber des eigenen Teams auszudrücken. Diesmal nicht. Die Atlas-Fans gingen bei einer 2:0-Führung ihres Teams im Bezirksliga-Spitzenspiel gegen den VfL Wildeshausen siegesgewiss. Es blieb beim 2:0 (2:0). So verpassten die „Abtrünnigen“ nur die Feier zur Delmenhorster „Hinrunden-Meisterschaft“.

Die Gäste hatten sich vor dem Spitzenspiel viel vorgenommen, zeigten aber wenig. So blieb VfL-Trainer Marcel Bragula nichts weiter übrig, als nach dem Spiel Glückwünsche auszusprechen. „Der Sieg geht in Ordnung“, sagte der 40-Jährige: „Atlas war heute einfach cleverer. Sie können wahrlich stolz darauf sein, solch ein Publikum im Rücken zu haben.“

Tatsächlich war die Atmosphäre für ein Bezirksliga-Spiel wohl einzigartig. Von der Tribüne schallten fast durchgehend Anfeuerungsgesänge über den Platz – und die Wildeshauser schien das zu beeindrucken. Von der ersten Minute an war die Fehlpassquote beim VfL immens hoch – vor allem die Innenverteidiger Alexander Kupka und Lennart Flege, aber auch Jan Lehmkuhl sowie Sascha Görke im zentralen Mittelfeld schenkten zu viele sichergeglaubte Bälle im Handumdrehen wieder her.

Und die von Bragula angesprochene Cleverness zeigte sich bei der Chancenverwertung: David Demir tankte sich über links durch, sein Schuss prallte erst gegen die Latte, dann vor die Füße von Stefan Kulikow. Der 28-Jährige blieb eiskalt und schoss flach unten rechts ein – 1:0 (5.).

In der 28. Minute dann der Knackpunkt des Spiels: Nach einem Foul von Musa Karli an Majues Gebhardt-Bauer scheiterte Lennart Flege per Strafstoß an Atlas-Keeper David Lohmann. Im direkten Gegenzug traf Atlas-Goalgetter Dominik Entelmann zum 2:0. „Hanno Hartmann hat mir gesagt, dass Flege bevorzugt vom Torwart aus unten rechts schießt. Ein goldener Tipp“, sagte ein freudetrunkener Lohmann. Innenverteidiger Hartmann hatte den Hinweis von Trainer Jürgen Hahn bekommen. Dieser hatte bei Wildeshausens 4:0 gegen Abbehausen gesehen, welche Ecke Flege vom Elfmeter-Punkt präferiert.

Der Atlas-Coach hatte ebenfalls ausgemacht, dass die Wildeshauser bevorzugt mit Tempo über die Außen kommen. Deshalb sortierte Hahn seine Defensive neu, nahm die eigentlichen Stammkräfte Fabian Borrmann und Philip Stephan raus und stellte mit Liridon Stublla und David Demir zwei sprintstarke Akteure auf die Außen. Es machte sich bezahlt. Denn Atlas stellte den ballführenden VfL-Spieler stets früh mit mehreren Leuten, sodass die Wildeshauser Flügelspieler keinen Schwung aufnehmen konnten.

In Halbzeit zwei war Wildeshausen zwar besser im Spiel, hatte auch Chancen durch Majues Gebhardt-Bauer (54.) und Maximilian Seidel (58.), doch man hatte nie das Gefühl, dass es für das Hahn-Team nochmal richtig eng werden würde. „Ich hätte mir etwas mehr von Wildeshausen erwartet“, sagte der Atlas-Trainer nach der Partie, während sein Torwart den 2:0-Sieg als „i-Tüpfelchen einer starken Hinrunde“ beschrieb.

Ernüchterung dagegen im Wildeshauser Lager. Stürmer Gebhardt-Bauer gab zu, „dass wir heute einfach viel zu grün hinter den Ohren waren. Die Kulisse ist zwar ungewohnt, aber wenn der Schiedsrichter anpfeift, muss man das ausblenden.“ Konnten sie aber nicht – wie auch sein Trainer Bragula hinterher bestätigte: „Spieler, die sonst den Unterschied ausmachen, sind heute klar unter ihren Möglichkeiten geblieben.“ Einzig Storven Bockhorn habe überzeugen können, „und der kennt diese Atmosphäre noch aus seiner Oldenburger Zeit“.

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