Wildeshauser wirken beim 0:2 in Bümmerstede platt

Doppelter Düser-Einsatz nach dreijähriger Fußballpause

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Gegen Wilhelmshaven Torschütze, in Bümmerstede glücklos: Christoph Stolle (r.).

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Fast drei Jahre lang hatte Tobias Düser kein Fußballspiel mehr für den VfL Wildeshausen bestritten. Nachdem er zuletzt am 29. Mai 2015 im legendären Bezirksliga-Finale gegen den SV Atlas auf dem Platz gestanden hatte, konzentrierte er sich vornehmlich auf sein Studium. Aktuell schreibt er in Lübeck an seiner Bachelorarbeit. Am Osterwochenende war Düser, der in den vergangenen Wochen in der Kreisstadt weilte und sich beim VfL fit hielt, plötzlich gleich zweimal gefordert. Beim 3:0 (2:0) über den WSC Frisia Wilhelmshaven spielte der Rechtsverteidiger 90 Minuten durch. Keine 48 Stunden später musste er bei BW Bümmerstede bereits wieder ran. „Ich hab schon ziemlich schwere Beine gehabt“, gestand der 25-Jährige, nachdem er zur Pause ausgewechselt worden war. An ihm lag es trotzdem nicht, dass die Krandel-Kicker mit dem 0:2 (0:0) ihre vierte Saisonniederlage in der Bezirksliga bezogen.

Was für Tobias Düser galt, galt auch für seine Teamkollegen. Denn aufgrund der großen Personalnot hatte Marcel Bragula in beiden Spielen die identische Startformation ins Rennen geschickt. „Ich hätte gerne ein bisschen rotiert, doch es ging nicht“, bedauerte der VfL-Coach. So war es nicht verwunderlich, dass sein Team im Gegensatz zu den Blau-Weißen „recht platt“ wirkte.

Die Gastgeber, bei denen Trainer Timo Ehle seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat, waren bissiger und griffiger. „Vor allem Steve Köster hat uns vorgemacht, wie man Zweikämpfe gewinnt“, sagte Bragula. Jener Steve Köster hatte auch die erste Chance der Begegnung, schoss aus der Drehung aber knapp über das Tor (6.). Einen Freistoß-Aufsetzer von Mazlum Orke entschärfte VfL-Keeper Sebastian Pundsack (8.). Von den Wildeshausern kam im ersten Durchgang nicht viel. Die beste Möglichkeit bot sich Sebastian Bröcker, der am Elfmeterpunkt freie Schussbahn hatte, den Ball aber nicht richtig traf (25.).

Der Wille war den Gästen jedoch nicht abzusprechen. So ging Bragula in der zweiten Hälfte hohes Risiko und wechselte die angeschlagenen Ole Lehmkuhl (Knieprobleme) und Maximilian Seidel (Oberschenkelzerrung) ein. Mit Wiederanpfiff drängte der Tabellenzweite auf die Führung. Zunächst pfiff Schiedsrichter Niklas Grönitz (SSV Jeddeloh) René Tramitzke einen Vorteil ab – der VfL-Torjäger wäre frei durch gewesen (51.). Thorben Schütte (52.) und Tramitzke (59., Abseitstor/66.) hatten die nächsten Hochkaräter. Doch erst in der 81. Minute (!) wurde Heini Thormann, den Bragula als Bümmerstedes Schwachpunkt ausgemacht hatte, zu seiner ersten Parade gezwungen: Bei einem Schütte-Drehschuss war der Schlussmann der Platzherren rechtzeitig unten.

Da stand es schon 1:0 für die Ehle-Elf: Steve Köster hatte nach einer Flanke von rechts ungestört Maß nehmen dürfen und traf platziert ins lange Eck (74.). In der Nachspielzeit vollendete Timo Goldner einen Konter zum 2:0 (90.+1). „In der zweiten Halbzeit waren wir spielbestimmend und haben uns eine Reihe von Chancen rausgearbeitet. Aber wenn du das Tor nicht machst, darfst du dich nicht wundern, wenn du am Ende verlierst“, resümierte Bragula. Große Vorwürfe ersparte er seiner ausgepowerten Mannschaft jedoch.

Die Pleite am Dwaschweg war umso ärgerlicher, da die Wildeshauser nach dem Sieg über den WSC Frisia Wilhelmshaven mit einem weiteren Dreier bis auf fünf Punkte an Spitzenreiter SV Brake herangerückt wären. Stattdessen beträgt ihr Rückstand bei zwei weniger absolvierten Partien jetzt acht Zähler.

Gegen Frisia spielte die Wittekind-Crew trotz der Personalmisere eine starke erste Halbzeit. „Da hat alles gepasst“, freute sich Bragula. Eine tolle Kombination veredelte Christoph Stolle mit einem satten Schuss zum 1:0 (14.). Durch sein 16. Saisontor erhöhte René Tramitzke auf 2:0 (35.). Der Sturmtank hatte einen Eckball von Lukas Schneider eingenickt. Das 3:0 besorgte „Aushilfe“ Schneider dann selbst: Nachdem die Huntestädter ihren Vorsprung im zweiten Abschnitt vornehmlich verwaltet hatten, traf der 26-Jährige per direktem Freistoß (86.). Berufsbedingt hatte sich der Linksverteidiger nach der Hinrunde eigentlich zurückgezogen.

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