Marketa Vranova spielt für Volleyball-Damen des VfL / Tschechin für Austauschjahr in Wildeshausen

„Von Anfang an voll dabei“

Marketa Vranova ist seit September in Wildeshausen.

Wildeshausen - Von Charlotte SteenkenWILDESHAUSEN · „Marketa war von Anfang an voll dabei. Es war problemlos, sie ins Team einzubauen.“ Trainer Frank Gravel freut sich über unverhofften Zuwachs in seiner Volleyballmannschaft. Die tschechische Austauschschülerin Marketa Vranova spielt seit Mitte September in der zweiten Damenmannschaft des VfL Wildeshausen. Und auch bei den ersten Damen hilft die 18-Jährige aus. Auf viele Erfahrungen kann die junge Tschechin zurück blicken: In ihrer Heimat spielt sie in der ersten Jugendliga.

Seit September wohnt die 18-Jährige bei Walter und Ingrid Mahlstedt in Wildeshausen. Sportlich hat sie sich gleich voll integriert. Ein glücklicher Zufall war, dass die Mutter von Spielerin Wiebke Mildes mit Marketas Gastmutter befreundet ist. „Dadurch hatten wir Kontakt und sie ist gleich mit zum Volleyball gekommen“, erzählt Wiebke.

„Von dem Niveau, das sie angeboten hat, war klar, dass sie bei den zweiten Damen spielt“, erklärt Trainer Frank Gravel. „Und auch als Jugendspielerin bei den ersten Damen war sie die richtige.“ Viele Spielerinnen der zweiten Mannschaft unterstützen die höhere Klasse. So werde der Nachwuchs gefördert, meint Gravel. Marketa kommt so in der Bezirksklasse und in der Landesliga zum Einsatz.

„Sie ist eine sehr gute Zuspielerin“, lobt Frank Gravel die junge Tschechin. „Man muss in dieser Position eine sichere und saubere Technik haben, und die hat Marketa. Auch die individuellen Fähigkeiten bringt sie mit.“

Für die 18-Jährige war es zu Beginn nicht leicht, sich ins Team zu integrieren. Denn die Damen des VfL Wildeshausen spielen nach einem anderen System als in Marketas Mannschaft in Tschechien. „Das hat sie aber schnell geschafft – schneller als manche andere“, lobt ihr Trainer sie mit einem Augenzwinkern.

Marketa kommt aus Brünn (tschechisch Brno), mit gut 370 000 Einwohnern ist es die zweitgrößte Stadt des Landes. Nach Wildeshausen kam die Schülerin über den Verein „AFS – Interkulturelle Begegnungen“. „Der Austausch wurde uns in der Schule als Möglichkeit angeboten. Ich wollte gerne mein Deutsch verbessern und das Land kennen lernen“, erzählt Marketa. Seit fünf Jahren lernt sie bereits in der Schule deutsch. Nun spricht sie die Sprache jeden Tag – auch am Gymnasium in Wildeshausen, wo sie im zwölften Jahrgang ist. „Die Schule ist zwar nicht einfach, aber es geht jetzt schon besser als am Anfang“, berichtet die 18-Jährige.

Und das, obwohl sie viel Zeit beim Volleyball verbringt. Zweimal pro Woche trainiert ihre Mannschaft, Punktspiele gibt es im Schnitt alle zwei Wochen. Für Marketa oft sogar noch häufiger, schließlich ist sie ja gleich in zwei Mannschaften aktiv. „Das ist zwar viel Zeit, aber das ist nicht schlimm“, erzählt die aktive junge Frau. Schließlich sei es durch den Sport auch einfacher, Freundschaften zu schließen.

Warum sie sich gerade für Volleyball entschieden hat, kann Marketa nicht genau sagen. „Mein Vater spielt auch, vielleicht deshalb“, vermutet sie. „Professionell zu spielen, das habe ich verpasst. Aber als Hobby will ich den Volleyball behalten.“

Im Moment stehen auf Marketas Programm aber nicht nur das Training beim VfL. Sie singt außerdem begeistert im Wildeshauser Gospelchor. Auch Land und Leute möchte sie kennen lernen. „Wildeshausen ist eine schöne, gemütliche Stadt“, urteilt die 18-Jährige. „Im Vergleich zu Brünn ist es hier weniger stressig, man kann hier zum Beispiel Fahrrad fahren.“ Außerdem sei sie schon in Bremerhaven an der Nordsee gewesen. „Und jedes Wochenende fahr ich zu den Spielen woanders hin“, erklärt sie. „Da weiß sie aber meistens nicht, wohin“, lacht Trainer Frank Gravel. Wenn nicht die Städte, so wird die Tschechin aber auf diesem Weg zumindest noch viele Sporthallen kennen lernen. Schließlich bleibt sie noch bis zum Juli in der Wittekindstadt.

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