Torhüter des VfB Oldenburg möchte in Afghanistan eine Fußballschule aufbauen

Volksheld Faqiryar

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Mansur Faqiryar ist in Afghanistan über Nacht zum Star geworden.

Oldenburg - In Afghanistan ist Mansur Faqiryar über Nacht zum Star geworden. Seinen neuen Heldenstatus bemerkte der Torhüter des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg und der afghanischen Nationalmannschaft, als er während der Weihnachtsfeiertage seine Heimat besuchte. „Ich werde in Afghanistan schon bevorzugt behandelt“, sagt Faqiryar. „Wenn ich beispielsweise essen gehe, muss ich nichts bezahlen.“

Mit zwei gehaltenen Elfmetern im Halbfinale gegen Gastgeber Nepal (1:0) und Glanzparaden im Finale gegen Indien (2:0) hatte der 28-Jährige im September 2013 großen Anteil am sensationellen Gewinn der Südasien-Meisterschaft. Für die leidgeplagten Einwohner Afghanistans folgten drei Jubeltage. Zehntausende feierten in der Hauptstadt Kabul das siegreiche Team. „Die Leute konnten einfach ihren Alltagsstress vergessen – für mich ein unbeschreibliches Gefühl, daran beteiligt gewesen zu sein“, sagt Faqiryar.

„Was er mit seinen gehaltenen Elfmetern geschafft hat, haben wir Politiker in zwölf Jahren mit Milliarden von US-Dollar nicht geschafft“, sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai über seinen neuen Helden. „Sport ist hier einfach so unverdorben. Politisch wurde dagegen viel versäumt, es wurden viele Fehler gemacht“, ergänzt der 15-fache Nationalspieler. Zum Präsidenten hat er mittlerweile stetigen Kontakt. Am ersten Weihnachtstag aß Faqiryar gemeinsam mit dem Staatsoberhaupt in dessen Residenz zu Mittag. Da ging es natürlich viel um Fußball. Vor allem aber ging es um ein Projekt, das der Torwart in Kürze starten möchte. „Ich würde gerne eine Fußballschule in Afghanistan aufbauen“, berichtet Faqiryar. „Was ich im September 2013 erlebt habe, ist einmalig. Ich konnte so viel Kraft daraus ziehen, deswegen möchte ich den Menschen jetzt etwas zurückgeben.“

Vorher möchte er mit der Nationalelf weiter für Furore sorgen. Vom 19. bis zum 30. Mai findet auf den Malediven der Challenger Cup statt. Der Sieger des Achter-Turniers qualifiziert sich direkt für die Asienspiele 2015 in Australien. Außerdem hat der Kapitän mit dem VfB Oldenburg Aufstiegschancen: Nach 19 Spieltagen ist der VfB überraschend Zweiter.

Den Traum vom Profifußball hat der Schlussmann dagegen ausgeträumt. „Da brauche ich nichts schönzureden – dafür bin ich zu alt“, meint Mansur Faqiryar, der an der Bremer Universität Wirtschafts-Ingenieurwesen studiert. Doch seine Erfolge mit der Auswahl Afghanistans sind auch in Deutschland nicht unbemerkt geblieben. Bei der Abstimmung zum Nordsportler des Jahres wählten ihn die Nutzer von ndr.de auf Platz eins vor Nationalspieler Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) und Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg). · dpa

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