Vogelsang stellt früh die Weichen

VfR Wardenburg im Kreispokalfinale eiskalt: 5:2 über Ahlhorner SV

Kreispokalsieger 2021:  VfR Wardenburg.
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Kreispokalsieger 2021: Der VfR Wardenburg nutzte die Ahlhorner Fehler im Endspiel eiskalt aus.

Delmenhorst – Sören Heeren hatte vorgesorgt. Rein prophylaktisch hatte sich der Trainer des Fußball-Kreisligisten VfR Wardenburg den Donnerstag freigenommen. Außerdem hatte der 32-Jährige den Schlüssel für das Vereinsheim organisiert. Nach dem 5:2 (3:0)-Erfolg im Kreispokal-Endspiel über den Ahlhorner SV hätte einer rauschenden Partynacht somit eigentlich nichts im Wege gestanden. Doch es sind halt besondere Zeiten. „Es ist schön, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Jetzt werden wir coronakonform auch ein klein wenig feiern“, bremste VfR-Routinier Benjamin Cordoni unmittelbar vor der Siegerehrung.

Rund 150 Zuschauer hatten den Ruhetag bei der Europameisterschaft zum Finalbesuch genutzt. Sie dürften ihre Entscheidung nicht bereut haben, denn auch auf der Sportanlage des TuS Hasbergen gab es am Mittwochabend packenden Fußball zu sehen. Der Ahlhorner SV versuchte, die Initiative zu übernehmen. Die Tore machte indes der VfR Wardenburg. Es waren noch keine vier Minuten gespielt, da ging der Pokalsieger von 2017 bereits in Führung: Sebastian Vogelsang umkurvte ASV-Keeper Niklas Riecken und schob zum 1:0 ein (4.).

Machte ordentlich Betrieb: ASV-Youngster Allah Aid Hamid (l.) im Laufduell mit Fabian Nitsche.

Ahlhorn war auch weiterhin die aktivere Mannschaft und hätte durchaus zum Ausgleich kommen können: Nach einer Flanke von Viet Duc Tommy Duong köpfte Allah Aid Hamid, der auf dem rechten Flügel ordentlich Betrieb machte, knapp am Wardenburger Tor vorbei (19.). Stattdessen die kalte Dusche für den ASV: Riecken zögerte zu lange – das nutzte Jan-Philipp Berg zum 2:0 (22.). „Da muss er raus und ist eigentlich auch schon da, aber dann bricht er ab“, meinte Ahlhorns Co-Trainer Engin Akcay, der „schon den ganzen Tag ein ungutes Gefühl gehabt“ hatte. Es trog ihn nicht, denn es sollte noch schlimmer kommen: Einen Wardenburger Eckstoß verlängerte Kenan Krzewina zum 0:3 ins eigene Netz (37.). „Besser kann man den nicht reinköpfen“, ächzte Akcay.

Allah Aid Hamid hätte die Spannung noch vor der Pause wieder erhöhen können, doch VfR-Schlussmann Dominik Nitsche lenkte den aus ganz spitzem Winkel abgefeuerten Schuss des ASV-Youngsters an den Pfosten (41.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Per-Ole Wendlandt (VfL Stenum) war die Crew des neuen ASV-Coaches Liridon Stublla erneut im Pech: Ein Kopfballtreffer Duongs zählte wegen Abseits nicht (45.).

Hatten die Ahlhorner zu Wiederbeginn noch an eine Wende geglaubt, so dürften ihre Hoffnungen spätestens in der 51. Minute erloschen sein, als Lennart Schönfisch eine schnelle Kombination über Berg und Dennis Beckmann mit dem 4:0 vollendete – Wardenburg war einmal mehr eiskalt. „Wir haben sehr, sehr gut gekontert“, freute sich Heeren. Insgeheim hatte er wohl auch darauf spekuliert: „Liridon ist ein Trainer, der gerne nach vorne spielt. Sein Fokus wird in den letzten zwei Wochen nicht unbedingt auf der Defensive gelegen haben“, mutmaßte Heeren. Trotzdem steckte der ASV nicht auf und kam verdientermaßen zum 1:4, das Bassal Ibrahim mit einem sehenswerten Schlenzer vom linken Strafraumeck in den rechten Giebel erzielte (55.).

Mit einer Doppelparade gegen Vogelsang und Nino Oeltjebruns verhinderte Riecken zunächst den fünften Wardenburger Treffer (63.). In der 74. Minute war er dann erneut geschlagen, als Lukas Menke eine Freistoßflanke von Cordoni ungehindert zum 5:1 einschädelte. „Unsere Abwehr war nicht präsent“, monierte Akcay. „Wardenburg war giftiger.“

Auch wenn Sören Schürmann nach einem Eckstoß von Bassal Ibrahim ein Eigentor zum 2:5 (84.) unterlief, war die Partie natürlich längst entschieden. Daran hätte auch ein dritter Ahlhorner Treffer nichts mehr geändert: Hart bedrängt, lenkte Schlussmann Nitsche den Ball in sein Tor, doch nach Rücksprache mit seinem Assistenten entschied Wendlandt auf Frei- statt auf Anstoß (90.+2).

Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, erwies Stublla seinem Kapitän Stefan Rupprecht die Ehre und wechselte ihn unter dem Applaus des ASV-Anhangs aus. Der 34-jährige Torjäger verabschiedete sich mit dem Finale aus der ersten Ahlhorner Mannschaft. „Ein Tor wäre natürlich ein würdiger Abgang gewesen. Aber auch so habe ich meine Schuldigkeit wohl getan“, meinte „Ruppi“, der als Fünfjähriger beim ASV mit dem Kicken begonnen hatte und in den vergangenen Spielzeiten mit zweistelligen Trefferquoten zum Erfolg beitrug. Ganz will Rupprecht die Stollenschuhe aber noch nicht an den Nagel hängen, sondern unterklassig weiterspielen. Ein neues Team hat er aber noch nicht. „Ich schaue im Moment gerade ein bisschen rum.“

Auch Heeren huldigte dem gegnerischen Angreifer. „Unser Hauptziel war es, Rupprecht außer Gefecht zu setzen. Das war kein schönes letztes Spiel für ihn“, erklärte der VfR-Coach. Er durfte sich über einen „verdienten Sieg“ freuen, auch wenn dieser „vielleicht um ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen“ war.

„Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und unsere Chancen nicht genutzt. Wenn man den Gegner dann noch so einlädt, darf man sich nicht wundern, dass man Gegentore bekommt. Wardenburg hat das eiskalt ausgenutzt“, resümierte der geknickte Liridon Stublla. Der 28-jährige Wildeshauser hatte erst vor vier Wochen Servet Zeyrek als ASV-Coach beerbt. Nach nur zwei Pflichtspielen gleich ein Titel – das wäre was gewesen.

Stenogramm

VfR Wardenburg – Ahlhorner SV 5:2 (3:0)

VfR Wardenburg: D. Nitsche - Menke, Reimann, Vogelsang (70. Schürmann), Beckmann, Cordoni, F. Nitsche (86. Jordan), Harr, Knoblauch (59. Oeltjebruns), Schönfisch (84. Gelnar), Berg (75. Kay)

Ahlhorner SV: Riecken - Cebulla (57. Specht), B. Ibrahim, Rupprecht (88. Arslan), Krzewina, Duong, Arifi, Pham, Lüdtke (46. M. Stublla), Aid Hamid, D. Stublla (46. Luschnat)

Tore: 1:0 (4.) Sebastian Vogelsang, 2:0 (22.) Jan-Philipp Berg, 3:0 (37./Eigentor) Kenan Krzewina, 4:0 (51.) Lennart Schönfisch, 4:1 (55.) Bassal Ibrahim, 5:1 (73.) Lukas Menke, 5:2 (84./Eigentor) Sören Schürmann

Schiedsrichter: Per-Ole Wendlandt (VfL Stenum)

Zuschauer: 150

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