Viele Bewerber für zwei DM-Plätze

Faustballerinnen des TV Brettorf und Ahlhorner SV wollen zur Endrunde

Ida Hollmann (rechts) vom TV Brettorf beim Zuspiel.
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Klares Ziel: Die Brettorferinnen Karen Kläner (l.) und Ida Hollmann wollen zur DM in Moslesfehn.

Brettorf/Ahlhorn – Er dürfte in diesem Jahr wohl so spannend werden wie selten zuvor: der Kampf um die Tickets zur deutschen Meisterschaft in der 1. Faustball-Bundesliga Nord der Frauen. Nach der coronabedingten Absage der vergangenen Hallensaison haben gleich mehrere Teams die nationalen Titelkämpfe ins Visier genommen. Auch der Ahlhorner SV und der TV Brettorf melden berechtigtes Interesse an.

Das Problem: Durch die Wildcard für DM-Ausrichter SV Moslesfehn sind nur noch zwei Startplätze bei der Endrunde am 5. und 6. März zu vergeben – und gleich zum Saisonauftakt kommt es am Sonntag, 11 Uhr, in der Sporthalle Am Lemsen zum direkten Duell zwischen ASV und TVB.

Nicht verwunderlich also, dass Brettorfs Abwehrspielerin Ida Hollmann ein klares Ziel vor dem Beginn der anstehenden Spielzeit formuliert. „Wir wollen von Anfang an mit einer starken Leistung in die Saison starten“, sagt die Nationalspielerin – auch mit Blick auf die vergangene Feldsaison. In der mühten sich die Brettorferinnen durch die vier Spieltage, ohne wirklich zu überzeugen. Das gelang erst bei der Heim-DM, als den Gastgeberinnen mit einer starken Leistung gegen den TV Segnitz der Sprung ins Halbfinale glückte.

Daran gilt es nun unter dem Hallendach anzuknüpfen, unter dem sich die Brettorferinnen zuletzt ohnehin deutlich wohler gefühlt haben. Und: Wie passend, dass die Hallen-DM 2022 vom SV Moslesfehn ausgerichtet wird. Bei der Austragung 2019 feierte die Mannschaft um TVB-Kapitänin Karen Kläner in der Hundsmühler Sporthalle mit der Bronzemedaille schließlich den größten Erfolg im Brettorfer Frauenfaustball überhaupt.

Das Ziel, diesen Erfolg zu wiederholen, muss die Mannschaft jedoch ohne Trainer angehen. Tim Lemke erklärte seine Mission nach Platz vier bei der Heim-DM – wie im Vorfeld abgesprochen – für beendet. Seitdem leiten die TVB-Frauen das Training wieder selbstständig. „Das ist natürlich nicht optimal“, gesteht Hollmann. „Aber die Leistung in der gesamten Gruppe ist seit Beginn des Hallentrainings richtig gut, und daher denke ich, dass wir gut vorbereitet sind“, sagt sie. Das wurde nicht zuletzt beim eigenen Vorbereitungsturnier klar. Die Brettorferinnen, deren Liga-Stammformation um Laura Marofke, Karen Kläner, Laura Cording, Ida Hollmann und Jule Weber an den Spieltagen im Wechsel durch Melanie Steenken, Christin Hirsch, Neele Meves und Rike Bode ergänzt wird, überzeugten dabei mit guten Leistungen und verpassten den Turniersieg nur knapp. „Die Hallensaison liegt uns als Team etwas besser als die Feldsaison“, sagt Ida Hollmann: „Wir wollen uns auf jeden Fall in der oberen Hälfte der Tabelle wiederfinden und uns für die deutsche Meisterschaft qualifizieren. Das wird nicht leicht, aber wir sind hochmotiviert.“

Auch beim Ahlhorner SV wissen sie, dass die DM-Qualifikation in der Konstellation mit Ausrichter Moslesfehn alles andere als einfach wird. Dafür reicht schon ein Blick in die jüngere Vergangenheit: Schließlich waren die Ahlhornerinnen in den vergangenen 13 Spielzeiten immer bei den Titelkämpfen dabei – mit nur einer Ausnahme. Als Brettorf 2019 in Hundsmühlen Bronze bejubelte, mussten die ASV-Spielerinnen von der Tribüne zuschauen, schließlich hatte ihnen der SVM nach Platz drei in der Ligatabelle als Ausrichter den dritten Startplatz weggeschnappt. „Es wird auch diesmal eine schwere Aufgabe“, weiß Abwehrspielerin Sarah Albrecht.

Im Vergleich zur Saison 2018/2019 ist der Ahlhorner Kader aber deutlich breiter aufgestellt. Die beiden Angreiferinnen Julia Weber und Tokessa Köhler-Schwartjes kehren in die Mannschaft zurück. Damit stehen Spielertrainerin Janna Köhrmann, die an den Spieltagen von Benjamin Burfeind an der Seitenlinie unterstützt wird, gleich neun Akteurinnen zur Verfügung. Insbesondere die Offensivspielerinnen sollen dabei aber auch in der zweiten Mannschaft in Liga zwei zum Einsatz kommen, um genügend Spielpraxis und Erfahrung zu sammeln. „Das ist besonders bei unseren jüngeren Spielerinnen sehr wichtig. Wir wollen sie bestmöglich auf ihre zukünftigen Rollen in der Mannschaft vorbereiten“, verrät Albrecht.

In die intensive Vorbereitung sind die Ahlhornerinnen etwas später gestartet – auch weil die Nationalspielerinnen eine lange Saison hinter sich hatten, in der kaum Zeit zur Regeneration blieb. Beim Vorbereitungsturnier in Brettorf nahmen die Blau-Weißen deshalb mit einem reduzierten Kader teil. „Bis zum ersten Spieltag werden die Kräfte mobilisiert, damit wir dann voll angreifen können“, kündigt Albrecht an.

Das wird wohl auch nötig sein, wenn es neben dem Derby gegen Brettorf auch zum Aufeinandertreffen mit dem TK Hannover kommt. Die Leinestädterinnen überzeugten in der verkürzten Feldsaison mit Platz drei, der Kader blieb seitdem unverändert.

Dazu hat der deutsche Meister und Europapokalsieger der Feldspielzeit, TV Jahn Schneverdingen, die DM-Quali als Ziel ausgegeben. Der VfL Kellinghusen will ebenfalls im oberen Tabellendrittel mitmischen. Komplettiert wird die Liga, die nach dem Rückzug des TSV Bayer 04 Leverkusen nur noch aus acht Mannschaften besteht, durch den SV Moslesfehn, den SV Düdenbüttel und den TSV Essel. Die Topteams dürften dabei ganz eng beieinander liegen. „Das Niveau in der Liga ist sehr ausgeglichen“, bestätigt Sarah Albrecht: „Wir dürfen uns an keinem Spieltag irgendwelche Unkonzentriertheiten leisten.“

Von Sönke Spille

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