VfL-Kapitän Sebastian Pundsack zieht nach sechs Spielen Zwischenbilanz

„Ein eingeschworener Haufen – davon leben wir“

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Fokussiert: VfL-Kapitän Sebastian Pundsack.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Das Heimspiel gegen den SV Brake ist am vergangenen Sonnabend buchstäblich ins Wasser gefallen. An diesem Wochenende hat der VfL Wildeshausen in der Fußball-Landesliga spielfrei. Zeit zum Durchpusten und für ein Interview mit Kapitän Sebastian Pundsack (29).

Herr Pundsack, fast drei Wochen ohne Matchpraxis: Kommt Ihrer Mannschaft die Pause gelegen oder ungelegen?

Sebastian Pundsack: Einerseits hätten wir gerne gegen Brake gespielt – und ich bin sicher, dass wir eine gute Partie hingelegt hätten –, aber das Wetter hat es leider nicht zugelassen. Andererseits haben wir derzeit einige Urlauber und auch mehrere angeschlagene Spieler, die nun zurückkommen, sich erholen und wieder Anschluss finden können.

Mit zwei Heimsiegen und zwei Unentschieden auswärts hatte Ihr Team gerade einen guten Lauf, der nun gestört wird…

Das stimmt schon. Der Rhythmus könnte darunter leiden. Aber ich glaube, dass uns die Trainer gut auf den nächsten Gegner (TV Bunde am Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr, Anm. d. Red.) einstellen werden.

Der VfL hat nach sechs Spielen acht Punkte auf dem Konto? Eine gute oder eine schlechte Ausbeute?

Ich denke, dass man nach dem Start und als Aufsteiger mit den acht Punkten ganz gut leben kann. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht zufrieden sind. Wir haben noch nichts erreicht und müssen Punkt für Punkt sammeln, um am Ende die Klasse zu halten, was schwierig genug wird.

Wie beurteilen Sie das Auftaktprogramm?

Das ist schwer zu sagen, weil wir noch nicht alle Gegner kennen. Eigentlich ist für uns jedes Spiel in der Landesliga schwer.

Es wurde vor Saisonbeginn von allen Seiten betont, wie groß der Sprung von der Bezirksliga in die Landesliga ist. Mit dem 0:4 gegen Vorwärts Nordhorn und dem 3:5 bei Türkgücü Osnabrück hat Ihre Mannschaft offensichtlich nur zwei Partien gebraucht, um sich auf die neue Spielklasse einzustellen. Das ging schnell, oder täuscht dieser Eindruck?

Wie diese beiden Ergebnisse gezeigt haben, hatten wir zu Saisonbeginn schon unsere Schwierigkeiten, reinzukommen. Aber nach diesen beiden Negativerlebnissen haben wir eine richtig gute Reaktion gezeigt und sind mit der bisherigen Ausbeute ganz zufrieden – das passt schon. Ich denke, dass wir mittlerweile angekommen sind. Das spiegeln ja auch die Ergebnisse wider. Da müssen wir jetzt weitermachen.

Was sind die Gründe dafür, dass es so schnell mit der Umstellung geklappt hat?

Die mannschaftliche Geschlossenheit. Die Neuzugänge sind integriert. Wir sind ein eingeschworener Haufen – und davon leben wir einfach. Durch die Erfolgserlebnisse ist natürlich auch das Selbstvertrauen gewachsen.

Sie selbst haben mit dem TuS BW Lohne und dem BV Cloppenburg II schon in der Landesliga gespielt. Nachdem Sie in der vergangenen Bezirksliga-Saison absolut fehlerfrei waren, haben Sie während der ersten Partien in einigen Situationen keine glückliche Figur abgegeben. Was war da los?

Die ersten beiden Spiele waren sicherlich nicht gut von mir – da war ich selbst nicht zufrieden. Als Torhüter ist es manchmal so: Da kann man machen, was man will, man kommt einfach nicht an die Bälle ran. Irgendwie braucht man dann eine Aktion, einen Wachrüttler, um wieder reinzukommen. Aufwärts ging es dann mit dem Heimsieg gegen den TSV Oldenburg, als ich ein ganz ordentliches Spiel gemacht habe. Seitdem bin ich drin.

Wobei die Partie gegen den TSV für Sie auch eher bescheiden losging. Das Missverständnis zwischen Ihnen und Lennart Flege nutzte Marco Prießner schon in der vierten Minute zum 0:1…

Richtig! Das Ding muss ich auf meine Kappe nehmen. Aber danach ging’s bergauf, und es gab ein paar Bälle, die ich dann auch mal gehalten habe.

Mit Ihren Paraden hatten Sie entscheidenden Anteil am 2:1-Erfolg gegen den TSV. Hat es Sie überrascht, dass Trainer Marco Elia und Ihre Teamkollegen nach dem Schlusspfiff sofort auf Sie zugestürmt sind?

Ja, schließlich kommt es ja auch nicht so oft vor, dass der Torhüter begraben wird. Aber das zeigt einfach auch die mannschaftliche Geschlossenheit: Wenn es für den einen mal nicht läuft, sind die anderen für ihn da und unterstützen ihn.

Wenn Sie eine Zwischenbilanz ziehen: Wo hat der VfL noch Nachholbedarf?

Wir hätten durchaus mehr Tore machen können. Wir hatten riesige Chancen in fast allen Spielen. Darüber hinaus kann man sicherlich noch die individuellen Fehler minimieren.

Und wo sehen Sie Ihre Mannschaft gut aufgestellt?

Bei der taktischen Disziplin! Das ist ein Thema, das wir schon seit der letzten Bezirksliga-Saison ganz stark verfolgen. Jeder hat seine Vorgaben, die er zu erfüllen hat. Wenn jeder seine Aufgaben erledigt, ist schon eine ganze Menge erreicht. Da arbeiten alle ganz vorbildlich.

Sie haben seit Saisonbeginn in Eike Bothe einen Torwarttrainer. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Sehr gut! Eike hat sich super eingefügt. Wir feilen jede Woche an der Torwarttechnik. Das ist eine sehr gute Zusammenarbeit im Verbund mit Marco Elia, Lauren Riedel und den Torhütern der U23. Es sind gute Übungen dabei, macht Riesenspaß – und bringt uns alle voran.

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