VfL Wildeshausen geht im Viertelfinale die Luft aus

SV Wallinghausen gewinnt Losentscheid um den Bezirkspokalsieg

Der Bezirksspielausschussvorsitzende Stefan Brinker (links) und sein Stellvertreter Frank Schulte (rechts) mit „Glücksfee“ Jens Dzatkowsky bei der Ziehung des Bezirkspokalsiegers 2021.
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Applaus für den Bezirkspokalsieger 2021: Der Bezirksspielausschussvorsitzende Stefan Brinker (l.) und sein Stellvertreter Frank Schulte (r.) klatschen, als „Glücksfee“ Jens Dzatkowsky die Kugel des SV Wallinghausen gezogen hat.

Wildeshausen – Der Weg des SV Wallinghausen führt seit einigen Jahren kontinuierlich nach oben. Noch in der Saison 2016/2017 kickte die erste Mannschaft in der Ostfrieslandklasse A, was der 1. Kreisklasse entspricht. Seit 2019 mischt der Auricher Stadtteilclub in der Bezirksliga 1 mit. Pünktlich zum 70-jährigen Bestehen ihres 1951 gegründeten Vereins haben die Grün-Weißen nun die nächste Stufe erklommen: Als Pokalsieger des Fußballbezirks Weser-Ems treten sie in der neuen Spielzeit im Niedersachsenpokal an.

„Nur noch 17 Auslosungen bis Europa!“, schrieben die Ostfriesen am Mittwochabend auf ihrer Facebook-Seite. Denn der Glücksfaktor spielte eine entscheidende Rolle. Coronabedingt wurde der Bezirkspokalsieger 2021 per Losentscheid ermittelt. Als der Spielbetrieb im Oktober ausgesetzt wurde, waren noch 27 Mannschaften im Wettbewerb vertreten. Verteilt auf fünf Runden, standen noch 26 Partien aus. Dieses Programm nun zeitnah durchzubringen – unmöglich! Auch ein Elfmeterschießen wie im vergangenen Jahr, als der SV Altenoythe triumphierte, kam aufgrund der Vielzahl der Teams nicht infrage. So musste die wohl schlechteste aller möglichen Lösungen herhalten.

Bei der Ziehung in der Sportschule Lastrup, die live im Internet übertragen wurde, fungierte Jens Dzatkowsky als „Glücksfee“. Etwas mehr als 80 Zuschauer wurden Zeugen, wie der Repräsentant des Pokalsponsors als erstes die Kugel mit dem VfL Wildeshausen aus dem Lostopf zog und den Krandel-Kickern damit einen „Drittrundensieg“ über den Landesliga-Rivalen VfL Oythe bescherte. Vor dem Lockdown hatte sich die Crew von VfL-Coach Marcel Bragula sportlich gegen den Kreispokalsieger TV Dötlingen (4:0) und den Bezirksligisten VfL Stenum (2:1) durchgesetzt. Aus dem NFV-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst beförderte Dzatkowsky außerdem den FC Hude ins Achtelfinale. Hier hatte Gegner TuS Heidkrug das Nachsehen.

Doch auch für Hude war gleich darauf Endstation: Landesligist SV Hansa Friesoythe verwehrte dem Bezirksligisten den Einzug ins Viertelfinale. Den Sprung unter die letzten acht Teams schaffte hingegen der VfL Wildeshausen, der im Duell mit dem Landesligisten SV Holthausen/Biene Fortuna auf seiner Seite hatte. Im Halbfinale ereilte die Huntestädter dann der Pokal-K. o. gegen den Bezirksligisten FC Rastede. „Da ist uns wohl etwas die Luft ausgegangen“, nahm es Sebastian Pundsack mit Humor. Der VfL-Teammanager hatte die Ziehung gemeinsam mit dem scheidenden Kapitän Sascha Görke verfolgt. „Ich bleibe dabei: Wir wären lieber im sportlichen Wettkampf angetreten, aber es gab nun mal keine andere Option als die Auslosung“, erklärte Pundsack.

So setzte der SV Wallinghausen zum Siegeszug an und schaltete vom Viertelfinale an nacheinander Olympia Laxten, und im „Endspiel“ schließlich auch die Rasteder „Löwen“ aus. „Unsere Glückwünsche gehen natürlich an den Sensationssieger, der verdient gewonnen hat“, scherzte Pundsack.

Die Wallinghauser starten nun im Niedersachsenpokal der Amateure. „Das ist für euch mit Sicherheit eine tolle Geschichte, wenn ihr da einen Oberligisten vor die Flinte bekommt – im Idealfall Kickers Emden“, meinte Stefan Brinker mit Blick auf ein potenzielles Derby. Genau wie der Bezirksspielausschussvorsitzende und Pokalspielleiter hofft auch Dieter Ohls auf einen regulären Saisonverlauf. „Wir wünschen uns alle wieder mehr Normalität, so wie wir es vor der Pandemie gewohnt waren“, sagte der Bezirksvorsitzende: „Hoffentlich können wir uns nächste Saison wieder bei Bratwurst und Bier auf dem Sportplatz treffen.“

Wildeshausens Trainer Sven Flachsenberger freut sich mit Dierk Nattke und den Fußballerinnen des TuS Obenstrohe über Bezirkspokalsieg

Große Hoffnungen hatte sich Sven Flachsenberger ohnehin nicht gemacht. „Dazu waren einfach noch zu viele Mannschaften im Wettbewerb“, erklärte der Trainer des Frauenfußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen. Tatsächlich ereilte seine Crew beim Losentscheid um den Bezirkspokalsieg prompt das Aus. Stattdessen beförderte „Glücksfee“ Daniela Heitkamp, Beisitzerin im Frauen- und Mädchenausschuss des Fußballbezirks Weser-Ems, den Landesligisten SV Herbrum ins Viertelfinale. Der VfL Wildeshausen hatte sich durch seinen Zweitrundenerfolg über den SV RW Lage (6:4 nach Elfmeterschießen) als eines von elf Teams sportlich für das Achtelfinale qualifiziert. Durch den Verzicht des Post SV Oldenburg kam die SG Neuscharrel/Altenoythe als zwölftes dazu. Vier weitere Zweitrundenbegegnungen waren noch offen. Das meiste Losglück hatte schließlich der TuS Obenstrohe. Der Bezirksligist setzte sich nacheinander gegen den TV Dinklage, die SG Elisabethfehn/Harkebrügge, den TB Twixlum, den TV 01 Bohmte und Wildeshausen-Besieger SV Herbrum durch. Sehr zur Freude von Flachsenberger. „Ich habe 14 Jahre in Obenstrohe Fußball gespielt“, berichtete der 32-Jährige, der seit 2015 in Wildeshausen ist. „Ich freue mich für die Obenstroher Mädels und ihren Trainer. Dierk Nattke war einer der wichtigsten Trainer in meiner Spielerlaufbahn. Außerdem sind wir privat gut befreundet“, sagte Flachsenberger. Als Nachfolger von Titelverteidiger TuS Büppel II, der 2020 im Elfmeterschießen gewonnen hatte, startet der TuS Obenstrohe in der neuen Saison im Niedersachsenpokal. „Es wäre aber auch schön gewesen, einen netten Oberligisten in Wildeshausen begrüßen zu dürfen“, meinte Flachsenberger.

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