VfL-Coach Marcel Bragula dämpft die Erwartungen an seine Neuzugänge

Von Rohdiamanten und Straßenfußballern

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Nachwuchskeeper Lauren Riedel genießt das volle Vertrauen seines Trainers.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Mit mehr als einem halben Dutzend Neuzugängen startet der VfL Wildeshausen das Unternehmen Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga. „Aber wir dürfen die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben“, warnt Marcel Bragula. Schließlich handelt es sich fast ausnahmslos um Nachwuchs- und Kreisliga-Akteure. „Wir wollen und können keine fertigen Spieler holen, die Geld kosten. Wir wollen junge Leute aus- und weiterbilden, und das braucht Zeit – auch bei einem Ole Lehmkuhl hat das ein halbes Jahr gedauert“, bittet der VfL-Coach um Geduld. Die Neuen im Check.

Wenn Bragula über den Nachwuchstorhüter spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Lauren ist ein Riesentalent mit einer überragenden Einstellung zum Fußball.“ Der 18-Jährige sei fleißig, ehrgeizig und obendrein „ein toller Junge, der seinen Weg machen wird“. Allerdings müsse sich Riedel, der noch ein Jahr bei den A-Junioren spielen kann, daran gewöhnen, dass er „im Herrenbereich körperlich ganz anders angegangen“ wird. Trotzdem wäre Bragula nicht bange, den Youngster zwischen die Pfosten zu stellen: „Lauren steht mit Sebastian Pundsack in gesunder Konkurrenz und genießt mein vollstes Vertrauen.“

„Andreas hat sich den Platz im Landesliga-Kader durch Fleiß und richtig starken Willen erarbeitet“, sagt Bragula. Der Flügelstürmer, der aus der Kreisliga-Mannschaft aufgerückt ist, sei konditionell einer der stärksten Akteure. Allerdings habe der 21-Jährige im technisch-taktischen Bereich Nachholbedarf. Spielpraxis soll Kari weiterhin in der U23 sammeln.

Der 26-jährige Keeper dürfte es schwer haben, an Sebastian Pundsack und Lauren Riedel vorbeizukommen. „Aber es ist gut, ihn zu haben“, sagt Bragula. Der Neuzugang vom Bezirksligisten TSV Wallhöfen müsse an seiner Fitness arbeiten, doch da sei er bei Torwarttrainer Eike Bothe in guten Händen.

Der 24-jährige Linksfuß ist für Bragula „eine positive Überraschung“ der Vorbereitung. Der vom Kreisligisten TV Dötlingen in den Krandel gewechselte Mittelfeldspieler präsentierte sich in den Testspielen offensivstark und torgefährlich. „Außerdem ist ,Sebi‘ sehr lernwillig und setzt alle Anweisungen gut um, aber er muss defensiv besser werden“, meint Bragula.

Der junge Innenverteidiger von den A-Junioren der SG JDH Delmenhorst bringt jede Menge Talent mit. Obwohl gerade erst 18 Jahre alt geworden, bestach Heinrich in den Testpartien durch eine erstaunliche Ruhe am Ball. „,Heini‘ muss sich noch an das höhere Tempo bei den Herren gewöhnen und an seinem Kopfballspiel und seiner Handlungsschnelligkeit arbeiten“, fordert Bragula von seinem „Rohdiamanten, der geschliffen werden muss“.

Der Mittelfeldspieler vom Kreisligisten Harpstedter TB hatte in Wildeshausen zunächst einige Anlaufschwierigkeiten. „Das lag aber auch daran, dass er davor ein halbes Jahr in Australien war“, erläutert Bragula. Den konditionellen Rückstand habe Stuckenschmidt inzwischen aufgeholt. Dadurch kommen die feinen technischen Fähigkeiten des 26-Jährigen immer besser zur Geltung. „,Stucki‘ ist eine Art Straßenfußballer – er wird von Woche zu Woche stärker“, findet Bragula.

Von der Rückkehr des flinken Linksfußes, der zuletzt für die A-Junioren des VfL Oldenburg kickte, erhofft sich Bragula „Signalwirkung für andere Wildeshauser, die auswärts spielen“. Wie sein älterer Bruder Andreas ist auch Kevin Kari äußerst konditionsstark. Außerdem besticht der 18-Jährige durch seine immense Schnelligkeit. „Kevin hat in der Vorbereitung sein Potenzial aufblitzen lassen“, sagt Bragula mit Blick auf Karis beherzten Auftritt gegen den Regionalligisten VfB Oldenburg (1:3).

Der 1,95-Meter-Hüne hat „für seine Körpergröße eine erstaunlich gute Technik“, freut sich Bragula. Der Angreifer vom Kreisligisten TV Munderloh stand bereits in der Vorsaison auf seinem Wunschzettel. Während Feldhus in Munderloh hauptsächlich als Flügelstürmer zum Einsatz kam, sehen Bragula und sein Trainerkollege Marco Elia in dem 21-Jährigen eher „den klassischen Zentrumspieler“. Feldhus bringt ein gutes Kopfballspiel mit. „Er muss nur noch ein bisschen spritziger und beweglicher werden“, verlangt Bragula.

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