Volleyballer und Basketballer in Wildeshausen nehmen vorzeitiges Saisonende sportlich

Verständnis nach plötzlichem „Abpfiff“

Vor allem die Jugend bei den Wildeshauser Basketballern tut Edward Brouwer leid. Der SCW-Spielertrainer verspricht aber: „Nach Corona geht es wieder los.“

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Während die Fußballer seit nun einer Woche nicht so recht wissen, ob und wie es für sie und ihren Sport weitergeht, haben die Basketballer und Volleyballer im Land längst Gewissheit – in Form des „von oben“ verkündeten Saisonendes. Von Frust oder gar Protest aber keine Spur: Die Verantwortlichen zeigen volles Verständnis für diese Schritte im Zuge der Coronakrise.

Bei Edward Brouwer liegt dies nicht nur daran, dass der Spielertrainer mit seinen Basketballern vom SC Wildeshausen bereits alle zwölf Bezirksliga-Begegnungen absolviert hat. Ungetrübt genießen kann er diese „Sommerpause“ natürlich nicht: „Das Wichtigste ist zurzeit, dass wir gemeinsam das Thema Corona bewältigen. Für mich steht an erster Stelle die Gesundheit der Menschen beim SC Wildeshausen, in Deutschland, Europa und weltweit“, unterstreicht er: „Dass unsere Wettbewerbe jetzt zu Ende sind, ist unschön, aber richtig und unwichtig. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur Sport treiben und daran Spaß haben. Für uns Basketballer gibt es hierdurch keine negativen Folgen – mit Ausnahme, dass vielleicht mal jemand ein paar Kilo zulegt“, schildert er mit Blick auf gesperrte Hallen und dadurch fehlende Trainingsmöglichkeiten.

Wildeshausens Nachwuchs-Korbjäger in der U 18-Bezirksliga hätten hingegen noch vier Spiele gehabt, der Klassenerhalt stand aber ohnehin so gut wie fest. „Sicherlich ist die Zwangspause für unsere Jugendspieler sehr ärgerlich“, räumt Brouwer ein: „Die Jungs haben eine sehr gute Entwicklung genommen. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass sie gegen Delmenhorst und Bockhorn gewonnen haben. Aber auch für sie und für die neu gegründete Mädchenmannschaft gilt: Wenn wir alle gesund bleiben, wird es nach Corona auch wieder Basketball geben“, versichert der Coach. Wann dies sein wird? „Ich habe keine Ahnung – und auch dies ist zurzeit nicht ganz so wichtig.“

Frank Gravel, Spielertrainer des Volleyball-Oberligisten VfL Wildeshausen, kann das vom nordwestdeutschen Verband verhängte vorzeitige Saisonaus ebenfalls nachvollziehen. Auch, weil die Serie für die erste und zweite Männermannschaft sowieso fast beendet war. „Wir sind in der Tabelle ja ohnehin jenseits von Gut und Böse“, sagt er mit Blick auf Platz fünf seines Oberligisten, der bei noch zwei ausstehenden Partien maximal noch Vierter hätte werden können. Normalerweise frage der Verband bei den Spitzen-Quartetten die Bereitschaft ab, ob sie im Falle eventueller Abmeldungen und Verzichtserklärungen anderer Clubs aufsteigen wollen. „Das hätte ich aber nicht in Erwägung gezogen“, gesteht Gravel: „Ich habe relativ viele Studenten im Team. Die Frage wäre gewesen, wann, wo und inwiefern sie uns in der neuen Saison zur Verfügung stehen können“, erläutert der Spielertrainer. Ähnlich verhält es sich mit der zweiten Männermannschaft in der Kreisliga: Der Tabellendritte hätte in seinen letzten beiden Begegnungen noch auf Platz eins oder zwei klettern können – Aufstieg als Meister oder Relegation als Vizemeister inklusive. Die Bezirksklasse käme laut Gravel aber zu früh: „Ich habe ein paar Jüngere, die ich in der neuen Saison langsam an den Männerbereich heranführen will. In der Kreisliga ist das vom Leistungsniveau noch möglich, auf Bezirksebene nicht.“

Wildeshausens Landesliga-Volleyballerinnen können bei noch einem offenen Spiel als Zweiter nicht mehr Meister und nicht mehr Dritter werden. Eine starke Serie liegt somit hinter der Mannschaft von Trainer Gunther Wieking. Doch auch er musste immer mal wieder mit personellen Engpässen kämpfen und einige Jugend-Akteurinnen „ins kalte Wasser werfen“, wie er selbst vor einigen Wochen sagte. So hätte er wohl auch auf eine Relegation verzichtet. Für die Kreisliga-Frauen der zweiten Mannschaft war die Spielzeit nach zwölf Begegnungen bereits beendet, sie liefen als Dritter ein. „Dass die Saison für uns alle so weit fortgeschritten war, macht es auch dem Verband leichter“, meint Gravel hinsichtlich der noch ausstehenden Entscheidungen über Auf- und Abstiege. „Wer noch aus eigener Kraft eine Liga höher gehen oder den Klassenerhalt schaffen könnte, müsste einfach mal ehrlich gefragt werden, ob er aufsteigen oder drin bleiben will“, schlägt der VfL-Jugendleiter vor. Vieles beantworte sich dann von selbst.

Die aktuell gesperrten Hallen sieht Gravel für seinen Sport als weniger problematisch an. „Wir hätten nach den Punktspielen sowieso pausiert.“ Zudem seien sämtliche deutsche und norddeutsche Meisterschaften bereits abgesagt, Wildeshausens Ü 47-Routiniers fahren also nicht zur für sie schon fast traditionellen DM der Senioren. Mit Blick auf die neue Serie hofft Gravel aber auf eine Freigabe der Sportstätten „bis spätestens nach den Sommerferien“. Als Alternative wünscht er sich andernfalls wenigstens die Erlaubnis, im Sommer die Beachvolleyball-Anlage zu nutzen. „Dort würden wir mit zwei gegen zwei in immer denselben Bezugsgruppen spielen, um das Infektionsrisiko klein zu halten – und könnten so an unserer Fitness arbeiten.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

„Es gibt wichtigere Dinge als Fußball“

„Es gibt wichtigere Dinge als Fußball“

KSB-Chef Skatulla macht Sportvereinen Mut

KSB-Chef Skatulla macht Sportvereinen Mut

Kommentare