Mittelfeldspieler trifft auf künftigen Verein SC Melle 03

Vermasselt sich Jan Lehmkuhl selbst den Oberliga-Aufstieg?

In seinem letzten Spiel für den VfL Wildeshausen trifft Jan Lehmkuhl ausgerechnet auf seinen zukünftigen Verein SC Melle 03. - Foto: Marquart

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Schweren Herzens hatte Jan Lehmkuhl seinen Mannschaftskollegen beim VfL Wildeshausen am Dienstag mitgeteilt, dass er den Fußball-Landesligisten am Saisonende verlassen wird. Noch am selben Abend griff er zum Telefon und wählte die Nummer seines zukünftigen Trainers.

„Ich habe Roland Twyrdy gesagt, dass sie es akzeptieren müssen, wenn ich ihnen möglicherweise mit dem entscheidenden Tor den Aufstieg vermassele“, berichtet der Mittelfeldspieler. Denn wie es der Zufall will, trifft er in seiner letzten Partie für die Krandel-Kicker ausgerechnet auf seinen baldigen Verein SC Melle 03 (Sonntag, 15 Uhr).

Zum Zeitpunkt dieses Telefonats hatte Twyrdys Team noch allerbeste Chancen auf den Titel und den damit verbundenen Sprung in die Oberliga. Etwa 24 Stunden später hatte sich Melles Position drastisch verschlechtert: Durch die 2:4-Niederlage beim VfL Oythe hat der Tabellendritte zwei Spieltage vor ultimo zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TuS BW Lohne.

Trotzdem ist der Meisterschaftszug für Melle noch nicht abgefahren, glaubt Marcel Bragula. „Atlas hat die größte Breite im Kader, Lohne die besten Individualisten. Aber Melle ist am spielstärksten und verfügt über die größte mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt Wildeshausens Trainer. Dennoch geht er davon aus, dass am Ende Atlas das Rennen machen wird.

Durch Oythes Sieg haben sich zugleich die letzten theoretischen Chancen der Wildeshauser auf den Klassenerhalt in Luft aufgelöst. „Trotzdem werden wir keine Juxveranstaltung daraus machen. Wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir den Titelkampf beeinflusst hätten“, betont Bragula. Außerdem wolle sich die Mannschaft gebührend von ihrem Publikum verabschieden.

Für Torjäger Lennart Feldhus, den es zum Studium nach Hannover zieht, ist es das letzte Heimspiel, für Jan Lehmkuhl dagegen bereits die allerletzte Partie im VfL-Dress. Denn das Saisonfinale beim SV Atlas wird der 24-Jährige berufsbedingt verpassen. Schon seit Oktober hat der Polizeikommissar seinen Lebensmittelpunkt in Osnabrück. Dort hielt er sich beim Oberligisten VfL Osnabrück II fit und fuhr zu den Punktspielen nach Wildeshausen, wenn es sein Dienstplan bei der Bereitschaftspolizei zuließ.

Doch mit diesem Zustand war der lauf- und zweikampfstarke Mittelfeldakteur auf Dauer nicht zufrieden. „Ich wollte gern bei jeder Trainingseinheit dabei sein, wieder eine richtige Mannschaft haben und nicht bloß den Status eines Gastspielers“, erläutert Jan Lehmkuhl. Unter mehreren Angeboten entschied er sich schließlich für die Offerte des SC Melle 03. „Der Verein hat eine gute Mannschaft und eine tolle Anlage. Und wenn es jetzt nicht klappen sollte, gibt es auch in den kommenden Jahren die Perspektive, den Aufstieg in die Oberliga zu schaffen“, erläutert Jan Lehmkuhl seine Wahl.

Der Harpstedter lässt allerdings keinen Zweifel daran, dass er bis zur letzten Sekunde alles für den VfL Wildeshausen reinhauen wird. „Nach viereinhalb Jahren fällt es mir unheimlich schwer, hier wegzugehen. Ich hatte eine sehr glückliche Zeit, habe mich weiterentwickelt und viele schöne Erfahrungen gesammelt. Wenn ich in der Region geblieben wäre, würde es für mich keinen anderen Verein geben“, betont Jan Lehmkuhl.

„Jan ist nicht nur eine Stütze unseres Teams und der Motor unseres Spiels, er ist auch mein Freund. Sein Weggang tut weh und trifft uns extrem hart“, bedauert Bragula den Verlust des Akteurs mit der Rückennummer 13.

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