Deutliches Votum vor NFV-Vorstandssitzung

Fußballvereine im Kreis mehrheitlich für Abbruch und Annullierung der Saison 2020/2021

Ein Schiedsrichter pustet in seine Trillerpfeife.
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Abpfiff! Die Vereine im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst haben sich mit klarer Mehrheit für den sofortigen Abbruch und die Annullierung der Saison 2020/2021 ausgesprochen.

Landkreis – Die Vereine im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst haben sich mit klarer Mehrheit für den sofortigen Abbruch und die Annullierung der Saison 2020/2021 ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Arbeitstagung. Die Videoschalte sei kurzfristig anberaumt worden, „um euch basisdemokratisch mitzunehmen“, erläuterte Erich Meenken den Konferenzteilnehmern. Als Kreisvorsitzender gehört der Delmenhorster auch dem Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) an, der die aktuell wegen der Coronapandemie auf Eis liegende Spielzeit aller Voraussicht nach während seiner Sitzung an diesem Mittwoch, 31. März, beerdigen wird. Meenken kündigte an, das „deutliche Votum mit in die Vorstandssitzung zu nehmen“.

Bislang hatte die NFV-Spitze hartnäckig an dem Vorhaben festgehalten, die unterbrochene Serie sportlich beenden zu wollen. „Die Situation stellt sich seit vergangenem Dienstag aber komplett anders dar. Nach der letzten Bund-Länder-Konferenz und der Verlängerung des Lockdown bis zum 18. April hat beim NFV ein Umdenken eingesetzt“, berichtete Meenken. Trotz der bereits beschlossenen Saisonverlängerung bis zum 21. Juli hätten die Verbandsverantwortlichen „mit Blick auf den Kalender festgestellt, dass die Zeit nicht mehr reicht“, um die Spielzeit termingerecht über die Bühne zu bekommen, zumal durch das Infektionsgeschehen „jederzeit weitere Einschränkungen möglich“ seien.

Neben dem Abbruch und der Annullierung hat der NFV noch zwei weitere Vorschläge zum Umgang mit der Saison 2020/2021 in petto. Zum einen die Fortsetzung der Spielzeit bis zum 30. Juni 2022 mit Auf- und Abstieg. Zum anderen die Saisonfortsetzung bis zum 21. Juli 2021 mit Wertung nach der bereits 2020 angewandten Quotientenregelung. Da sich die Situation in den Kreisen höchst unterschiedlich darstelle und kein Flickenteppich entstehen solle, sei die Annullierung laut Meenken „die zu bevorzugende Variante“. Auch wenn es keine sportliche Lösung gebe und die bisherigen Leistungen nicht berücksichtigt würden, überwiegen für den Kreischef die Pro-Aspekte. „In den Staffel-Zusammensetzungen würde es dann zur Saison 2021/2022 keine Veränderungen geben. Die Spielklassenrechte würden unverändert bestehen bleiben“, ergänzte Meenken. Außerdem könnten die neue Saison und die Wechselperiode 1 regulär am 1. Juli beginnen. Des Weiteren müssten die Spielerlaubnisrechte sowie die Verträge von Spielern und Trainern nicht angepasst werden.

Fast alle Vereinsvertreter in der virtuellen Runde sahen in der Annullierung der Saison die beste Lösung. Ulf Diekmann vom Adelheider TV plädierte hingegen für eine saisonübergreifende Fortsetzung der aktuellen Spielzeit. „Wenn wir jetzt abbrechen, diskutieren wir im September oder Oktober schlimmstenfalls wieder über die gleiche Problematik und bekommen die Saison wieder nicht durch. Ich wäre dafür, dass wir mal wieder eine Saison zu Ende spielen“, meinte Diekmann. Marco Castiglione konnte das Argument nachvollziehen. „Aber wir sollten die Realität anerkennen, dass es nicht weitergeht. Es ist schlauer, einen Neustart mit kleineren Staffeln zu machen“, entgegnete der Fußballabteilungsleiter des TV Jahn Delmenhorst.

Der Spielausschussvorsitzende Thomas Luthardt kündigte an, für die neue Saison „sehr flexibel planen“ zu wollen. „Je eher wir anfangen können, desto besser.“ Die erste Kreispokalrunde soll am 28. Juli ausgetragen werden. Der Punktspielstart ist für das Wochenende 31. Juli/1. August vorgesehen. „Die Voraussetzung ist, dass die Mannschaften vier bis sechs Wochen Vorbereitungszeit haben“, schränkte Luthardt ein. Ihm sei bewusst, dass auch die nächste Spielzeit „keine normale Saison“ werden wird. Deshalb plant er für alle Herren-Spielklassen mit einer einfachen Hinrunde, an die sich eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde anschließen sollen, in die die bereits erwirtschafteten Punkte mitgenommen werden. „Das ist eine schwierige Situation. Wir müssen das beste daraus machen“, unterstrich Luthardt.

Nachdem der Kreispokal im vergangenen Jahr vom Halbfinale an durch Elfmeterschießen entschieden worden war, regte Engin Akcay an, weiter abzuwarten. „Vielleicht können wir ja zumindest den Pokal bis zum 21. Juli ausspielen – wenn sich vorher alle testen lassen und notfalls ohne Zuschauer“, schlug der Sportwart des Ahlhorner SV vor. Als nächstes wäre das Viertelfinale dran. „Es wäre schön, wenn wir zumindest den Pokal sportlich zu Ende bringen könnten, aber es kann natürlich passieren, dass auch hier abgebrochen wird“, erklärte Luthardt.

Immerhin: Der Pokalsponsor liefert auch weiterhin die ausgelobten Zuwendungen. „Deshalb wäre es gut, wenn wir die Preise den Siegern zukommen lassen könnten. Mein Schuppen ist mittlerweile voll mit Kartons – die würde ich mit einer Autoladung nicht wegbringen“, sagte Michael Koch. Der stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises ist zugleich dessen Ehrenamtsbeauftragter. In dieser Funktion machte Koch darauf aufmerksam, dass auch die Ehrenamtsaktionen des DFB weiterlaufen. „Macht euch Gedanken, wer sich im Lockdown durch ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet hat“, forderte der Ganderkeseer die Vereinsvertreter auf. Auch auf diesem Weg ließen sich „Seelen streicheln“.

Aufgrund der späten Sommerferien in Niedersachsen (22. Juli bis 1. September) plant Kreisjugendobmann Knut Hinrichs den Saisonstart im Nachwuchsbereich für das Wochenende 11./12. September. Auch Hinrichs setzt auf kleine Staffeln: „Dann können wir die kurze Zeit bis zu den Herbstferien nutzen, um vier oder fünf Spieltage zu absolvieren.“ In den gemeinsamen Ligen mit Teams aus Vechta und Cloppenburg müsse zudem die Entwicklung in diesen Kreisen beachtet werden. „Es ist wichtig, gerade die Kinder und Jugendlichen bei Laune zu halten“, bekräftigte Meenken.

Meenkens A-Plan: Kreistag als virtuelle Sitzung

Turnusgemäß steht 2021 der ordentliche Kreistag des Fußballkreises Oldenburg-Land/Delmenhorst auf dem Programm. Aufgrund der Coronapandemie soll die alle drei Jahre anstehende Zusammenkunft diesmal „so spät wie möglich stattfinden, und zwar am Montag, 4. Oktober“, erläutert der Kreisvorsitzende Erich Meenken. Er und seine Führungscrew bereiten die Versammlung zunächst als „virtuelle Sitzung“ vor. „Sollte eine Präsenzveranstaltung realistisch sein, sind wir aber gerne bereit, Plan B ins Spiel kommen zu lassen“, kündigte der Kreischef an.

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