Klares Votum im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst

Vereine bevorzugen Saisonabbruch

Mögliches Szenario: Die Saison in den Spielklassen des Niedersächsischen Fußballverbandes könnte abgebrochen werden. Foto: imago

Landkreis – Der Vorschlag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) stößt an der Basis offenbar auf wenig Gegenliebe. Während die Verbandsspitze die aktuell wegen der Coronapandemie unterbrochene Spielzeit einfrieren und Mitte August oder Anfang September fortsetzen möchte (wir berichteten), bevorzugen viele Amateurvereine einen Saisonabbruch.

In den ersten Umfragen der einzelnen Kreise hat sich nur der Kreis Gifhorn öffentlich für die Verlängerung ausgesprochen. Dagegen votierten die Clubs in den Kreisen Vechta, Cloppenburg, Ostfriesland, Verden, Nienburg, Stade, Region Hannover, Northeim/Einbeck und Göttingen mehrheitlich für eine sofortige Beendigung der Spielzeit 2019/2020. Und auch die Clubs im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst stimmten am Dienstagabend während einer Videokonferenz mit einer Zweidrittelmehrheit für einen Saisonabbruch. In anderen Kreisen steht die Meinungsbildung noch aus. Die Entscheidung trifft letztlich der NFV-Vorstand, dem auch die Vorsitzenden der 33 Kreise angehören. Das Gremium tagt an diesem Freitag.

Von den 42 Vereinen, die dem Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst angehören, beteiligten sich 31 an der Schalte. „Das ist ganz ordentlich“, findet der Kreisvorsitzende Erich Meenken. Zunächst legte der Delmenhorster noch einmal die Pläne aus Barsinghausen dar. Der niedersächsische Verband plädiert vor allem aus juristischen Gründen für die Wiederaufnahme der aktuellen Saison ab September, weil er ansonsten Schadensersatzansprüche höherklassiger Vereine fürchtet. Bei einem Saisonabbruch sieht der Verband zahlreiche rechtliche Probleme (Spieler- und Sponsorenverträge, Haftung). Doch mit seiner Argumentation scheint der NFV bei der Basis auf nicht allzu großes Verständnis zu stoßen.

Gut anderthalb Stunden diskutierten die Vereine das Für und Wider. „Das war sehr konstruktiv und lief alles sehr sachlich ab. Jeder hatte genügend Zeit zum Argumentieren“, berichtet Meenken.

Am Ende der Konferenz bat der Kreisspielausschussvorsitzende Thomas Luthardt zur Abstimmung. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: 21 Vereine votierten für einen sofortigen Saisonabbruch, lediglich zehn für den NFV-Vorschlag. „Das hätte ich so nicht erwartet“, gesteht Meenken, obwohl er bereits um die Resultate aus anderen Kreisen wusste. Nun ist der 60-Jährige „gespannt, wie die Verbandsspitze bei der Videokonferenz am Freitagnachmittag reagiert“.

Sollte sich auch landesweit eine Mehrheit gegen die Idee des NFV stellen, hofft Meenken, dass sich dessen Führungscrew „dem demokratischen Votum unterordnet“. In diesem Falle täte sich allerdings ein neues Problem auf: „Ein Saisonabbruch kann eigentlich nicht formal veranlasst werden, ohne dazu einen außerordentlichen Verbandstag einzuberufen“, erläutert Meenken. Das könnte sich in Coronazeiten in der Tat schwierig gestalten.  mar

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