Beinahe-Absteiger reist als Tabellenvierter zum Spitzenreiter VfL Wildeshausen

Unter Christian Kaya erstrahlt der SV Tur Abdin in neuer Blüte

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Wildeshausens Ole Lehmkuhl schlägt sich mit Kniebeschwerden herum. Für einen Einsatz im Heimspiel gegen den SV Tur Abdin wird es bei ihm vermutlich nicht reichen.

Wildeshausen - Haarscharf ist der SV Tur Abdin in der vergangenen Saison dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga entronnen. In der Endabrechnung hatten die Delmenhorster lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto als der FC Hude, der den bitteren Gang in die Kreisliga antreten musste. Doch unter dem neuen Trainer Christian Kaya erstrahlt Abdin in der laufenden Serie wieder in frischer Blüte. So reisen die Aramäer als Tabellenvierter zum Nachbarschaftsderby beim Spitzenreiter VfL Wildeshausen (Sonntag, 14 Uhr).

„Abdin spielt wirklich eine tolle Saison“, lobt Marcel Bragula die Gäste. Ihr aktueller Höhenflug komme jedoch nicht von ungefähr. „Sie haben herausragende Einzelspieler“, begründet der VfL-Coach. „Can Blümel ist ein toller Fußballer, der auch zwei Ligen höher glänzen könnte“, findet Bragula. Manuel Celik und Daniel Karli bringen ebenfalls Qualität und Erfahrung mit. „Und Andreas Lorer weiß, wo das Tor steht“, betont der Übungsleiter.

Er weiß, wovon er spricht, schließlich trug Lorer bis zum Sommer noch das VfL-Trikot. Mit einem Doppelpack stellte der Angreifer, der am kommenden Dienstag 33 Jahre alt wird, Abdins jüngsten 2:1-Erfolg über den VfB Oldenburg II sicher. Mit insgesamt sechs Treffern ist Lorer nach Blümel (9) zweitbester Delmenhorster Schütze.

Tabellenführung ist überraschend

Der erst 29-jährige Kaya hat es offenbar in kurzer Zeit geschafft, aus zahlreichen guten Einzelspielern eine funktionierende Mannschaft zu formen. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Disziplin. „In der Vergangenheit hatten sie ihre Nerven manchmal nicht im Griff. Außerdem gab es ein paar taktische Mängel. Aber technisch guten Fußball spielen konnten sie schon immer“, erläutert Bragula.

Dass Abdin jetzt vor Teams wie dem VfB Oldenburg II, dem SV Wilhelmshaven und dem TuS Obenstrohe rangiert, hätte Bragula vor dem Saisonstart nicht unbedingt erwartet. „Dass wir Tabellenführer sind, ist für mich aber mindestens genauso überraschend“, unterstreicht der 43-Jährige.

Noch eine Schippe drauflegen

Will seine Crew den Platz an der Sonne behaupten, wird sie sich im Vergleich zur Partie bei GVO Oldenburg jedoch deutlich steigern müssen. „Die Leistung war gerade noch ausreichend“, meint Bragula, „aber es spricht natürlich auch für uns, dass wir so ein Spiel noch mit 3:1 gewinnen.“ Ausschlaggebend war unter anderem die individuelle Klasse des Mittelfeldduos Sascha Görke (eine Vorlage) und Alexander Kupka (ein Tor) sowie von René Tramitzke. Der Torjäger holte den Fouelfmeter heraus, den Michael Eberle zum 1:0 verwandelte, und besorgte das 2:0 dann selbst.

mar

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