5:0 über Wiefelstede / Bragulas Mahnung: „Brust raus, aber nicht Nase hoch“

Spitzenreiter! Janek Jacobs ebnet Wildeshausen den Weg

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Ein ganz starker Auftritt: Wildeshausens Janek Jacobs (am Ball) machte gestern viel Dampf über links und erzielt die ersten beiden Tore. In dieser Szene setzt er sich gegen Wiefelstedes Fadi Daud durch, VfL-Kollege Lukas Schneider (l.) zieht mit.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Vor ein paar Tagen hatte Marcel Bragula Janek Jacobs „etwas provoziert“, wie der Trainer des VfL Wildeshausen gestern zugab: „Ich habe Janek gesagt, dass ein Mann wie er, mit seiner spielerischen Qualität und seinem Tempo, mehr Zählbares bringen müsste“, berichtete der B-Lizenz-Inhaber nach dem gestrigen 5:0 (1:0)-Heimsieg gegen den SV Eintracht Wiefelstede, mit dem sich die Kreisstädter auf Platz eins der Bezirksliga ballerten. „Stimmt, das hat er gesagt“, bestätigte der bärenstarke Linksaußen, wollte seine beiden Tore zum 2:0 aber nicht auf dieses „Kitzeln“durch den Coach zurückführen: „Beim 1:0 hatte ich Glück, und beim 2:0 musste ich einfach nur draufhalten“, meinte Jacobs bescheiden.

Dieses Glück hatte er sich aber erarbeitet – vor allem bei seinem ersten Streich in Minute 39, als er den Ball schon an der Seitenlinie gegen Ruben Hilbers verloren hatte. „Nochmal“, schrie VfL-Co-Trainer Marco Elia Jacobs zu – der setzte nach, holte sich die Kugel zurück, zog nach innen, und sein Schuss aus halblinker Position hoppelte als tückischer Aufsetzer über den Arm des bis dahin überragenden Hergen Gerdes. Zuvor hatte der Eintracht-Schlussmann mit Super-Reflexen Kopfbälle von Jan Gusfeld-Ordemann (16.) und Kai Schmale (21.) sowie einen Schuss Jan Lehmkuhls (28.) entschärft.

„Janeks brutale Geschwindigkeit ist Gold wert – und seine Möglichkeiten, Situationen unter Raum-, Gegner- und Zeitdruck technisch zu lösen“, lobte Bragula den Torschützen: „Meistens war er nur durch Fouls zu stoppen.“

Doch die daraus resultierenden Standards, Wildeshausens zuletzt gefährlich aufblitzende Waffen, kamen diesmal nicht so an. Die mangelnde Präzision führte Bragula darauf zurück, dass sein Team nach dem Kraftakt bei Tur Abdin (siehe Extra-Text) nur 46 Stunden Zeit zum Regenerieren hatte. „Und ich konnte wegen unserer Ausfälle kaum rotieren lassen“, erinnerte Bragula: „Es stand fast dieselbe Startelf auf dem Platz wie am Samstag.“So auch mit Sascha Görke im Mittelfeld, der trotz hartnäckiger Erkältung wieder 90 Minuten lang ackerte.

Trotzdem ärgerte sich Bragula über eine „ganz, ganz schlechte erste Halbzeit von uns“, in der er die Präsenz und Körpersprache eines Spitzenreiters vermisste. Das sprach er in der Kabine an, brachte zudem Ole Lehmkuhl für den angeschlagen in die Partie gegangenen Maximilian Seidel auf der rechten Außenbahn – und die Platzherren zogen ein besseres Spiel auf. Der Lohn: das 2:0 (59.) nach starkem Einsatz von Ole Lehmkuhl, der über rechts bis zur Eckfahne durchgelaufen war, mit dem Ball bis in den Fünfmeterraum marschierte und Jacobs in der Mitte bediente. Gerdes hätte diese Ablage unterbinden können, holte aber stattdessen 60 Sekunden später erneut die Kugel aus dem Netz, weil Kai Schmale einen Diagonalball von Jan Lehmkuhl humorlos zum 3:0 in die Maschen gedroschen hatte.

Wiefelstede war geschlagen, kreierte wie in den 60 Minuten zuvor auch danach keinen einzigen Schuss aufs Tor von VfL-Schlussmann Sebastian Pundsack. Ein paar lange Entlastungsbälle köpfte Jan Gusfeld-Ordemann souverän aus dem Abwehrzentrum. Derart abgesichert, durften sich seine Defensivkollegen ein paar Ausflüge nach vorn erlauben. Die Folge: das 4:0 durch den aufgerückten Rechtsverteidiger Lennart Flege, der einen Steilpass von Ole Lehmkuhl per Hacke mitnahm und Gerdes überwand (86.). Und Lukas Schneiders feine Vorlage auf Rene Tramitzke, der in der Nachspielzeit zum Endstand traf. „Ein komisches Spiel. Dass wir heute 5:0 gewinnen, hätte ich nie gedacht“, strahlte Bragula. Aber so spielt eben ein Spitzenreiter, und der Coach ist „gespannt“, wie sein Team die neue Rolle des Gejagten annimmt. Vorsichtshalber warnte er jedoch mit einer Weisheit von Werder-Trainer Viktor Skripnik: „Jetzt die Brust raus, aber nicht die Nase hoch!“

ck

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