Marcel Bragula bleibt auch über den Sommer hinaus Trainer

Ein Treuebekenntnis als Motivationsschub

Emotional, direkt, heimatverbunden: Trainer Marcel Bragula lebt den VfL Wildeshausen. - Foto: mar
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Emotional, direkt, heimatverbunden: Trainer Marcel Bragula lebt den VfL Wildeshausen.

Wildeshausen - Dass Marcel Bragula Begehrlichkeiten bei anderen Clubs weckt, überrascht nicht. Dass der Fußball-Trainer andere Offerten ausschlug und dem VfL Wildeshausen das Ja-Wort für eine verlängerte Zusammenarbeit gab, überrascht ebenso wenig. „Dieser VfL gehört wie ein Kind zu Marcel“, beschreibt es Abteilungsleiter Ottmar Jöckel treffend. Bragula hat mit seinen Emotionen, mit seiner direkten und ehrlichen Art, mit seiner taktischen Finesse, mit seiner gelebten Nähe zu seiner „Heimat“ Wildeshausen den fußballerischen Aufstieg in den vergangenen Jahren ermöglicht.

Nun soll es über den Sommer 2017 hinaus weitergehen. Der Treueschwur kommt in einer Zeit, in der die Krandelkicker in der Landesliga schwierige Zeiten durchmachen. Mit nur drei Siegen in 17 Spielen ist der Nichtabstiegsplatz bereits acht Punkte entfernt. „Ich habe in Wildeshausen gelernt, dass es enorm wichtig ist, zusammenzuhalten – gerade, wenn es mal nicht so läuft“, betont Bragula: „Es wäre definitiv der falsche Zeitpunkt, jetzt zu gehen.“ Zwar sei es möglich, dass sich sportliche Verantwortungsträger nach einem bestimmten Zeitpunkt in einem Verein abnutzen würden, „aber gute Trainer merken das. Wenn ich es gespürt hätte, wäre ich gegangen. Aber im Gegenteil: Ich merke, dass bei allen noch genügend Feuer da ist!“

Der Berufssoldat, der seit 2014 die „Erste“ coacht, wird alles dafür geben, dass seine Mannschaft in der Rückrunde noch die Kurve bekommt, doch er hat auch stets den Gesamtverein im Kopf. „Wir brauchen einen stabilen Unterbau. Wenn ich es mir aussuchen müsste, ob wir die Klasse halten, oder unsere zweite Mannschaft und unsere A-Jugend drin bleiben, würde ich Letzteres wählen. Wir müssen zusehen, dass wir wieder besser ausbilden. Das ist das Allerwichtigste.“ Jöckel sieht es ähnlich. Das Ziel müsse sein, „die Jugendarbeit wieder auf vernünftige Beine zu stellen“. Gleichzeitig bestehe die Aufgabe darin, mit der ersten Mannschaft „die Landesliga zu halten; auch wenn das ohne Zweifel schwierig wird.“

Dass alles möglich ist, haben die Wildeshauser „Mentalitätsmonster“ in den vergangenen Jahren schon zur Genüge bewiesen. Vielleicht setzt Bragulas Zusage für eine weitere Zusammenarbeit noch ein paar Extra-Prozente für die Aufholjagd im neuen Jahr frei. „Ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen und ein Zeichen in Richtung der Truppe setzen“, betont der Trainer.

Denn sein Ja zum VfL war gleichzeitig ein Nein zu lukrativen Offerten. „Es waren außergewöhnliche Angebote dabei“, verrät er: „Sachen, von denen ich vor ein paar Jahren nicht einmal geträumt hätte.“ Da komme man durchaus ins Nachdenken, aber nicht ins Grübeln, wie Bragula betont: „Ich habe grundsätzlich überhaupt keinen Grund zu wechseln. Ich fühle mich hier wohl. Wildeshausen ist mein Zuhause.“ Dieses Gefühl habe sich in intensiven Gesprächen mit seiner Familie, mit Vereinsverantwortlichen und auch mit der Mannschaft noch einmal bestätigt.

Klar ist auch, dass Sven Apostel, seit Sommer Co-Trainer, an Bragulas Seite bleibt. „Anfangs muss sich immer erstmal alles einspielen“, sagt der Chefcoach: „Jeder bringt seine eigene Philosphie mit, muss sich einfinden. Aber Sven ist mittlerweile total bei uns angekommen.“

„Uns“ – da nimmt Bragula natürlich auch seinen Torwarttrainer mit ins Boot: „Eike Bothe macht hier eine hervorragende Arbeit“, sagt er: „Und nicht zuletzt ist da noch unser Vorstand. Dieser opfert sich total für unseren Verein auf.“ 

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