Tramitzke und Debütant Bröcker treffen beim 2:1 über Spitzenreiter TSV Oldenburg

Marco Elia: „Wir sind in der Landesliga angekommen“

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Stark auf ungewohnter Position: Storven Bockhorn (2.v.l.) kocht TSV-Torjäger Marco Prießner ab.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Die erste Ernte ist eingefahren! Durch das 2:1 (2:1) über den TSV Oldenburg haben die Fußballer des VfL Wildeshausen ihre ersten drei Landesliga-Punkte auf dem Konto. „Ein schöner Moment!“, freute sich Marcel Bragula. Ihm sei „ein Steinchen vom Herzen gefallen“. Der VfL-Coach betonte besonders die Diminutivform: „Kein Stein, sondern ein Steinchen – denn ich weiß, wozu wir in der Lage sind.“

Dabei waren die personellen Voraussetzungen bei den Krandel-Kickern eher suboptimal. In Majues Gebhardt-Bauer, Jan Gusfeld-Ordemann, Janek Jacobs (alle verletzt), Tobias Düser, Kai Meyer, Lennart Feldhus (alle Urlaub) und Sascha Görke (Grippe) fehlten nicht weniger als sieben Spieler. Auf der Bank nahm in Norman Holzenkamp sogar ein Akteur aus der U23 Platz.

Im Wildeshauser Kreisliga-Team hatte am Freitagabend beim 3:3 gegen den FC Hude auch noch Storven Bockhorn 65 Minuten Spielpraxis gesammelt – allerdings in der Innenverteidigung. Für den gelernten Mittelfeldspieler war es die Generalprobe, denn gegen den Spitzenreiter musste er ebenfalls im Abwehrzentrum ran, wo er eine tadellose Leistung bot.

Was allerdings nicht für seinen Partner Lennart Flege galt. Bei dessen zu hoch geratenem Rückpass zögerte VfL-Keeper Sebastian Pundsack zu lange. TSV-Torjäger Marco Prießner ging dazwischen und schob zum frühen 1:0 für den Tabellenführer ein (4.). „Mangelnde Kommunikation“, kritisierte VfL-Trainer Marco Elia. Nach dem Pokal-Aus in Dötlingen und den Niederlagen gegen Vorwärts Nordhorn (0:4) und beim SC Türkgücü Osnabrück (3:5) der nächste Nackenschlag für den Aufsteiger.

Doch die Gastgeber knickten nicht ein, schüttelten sind ein Mal kurz und kämpften sich in die Partie. „Das Tor ist wahrscheinlich zu früh gefallen Es lief zu gut. Danach haben wir das Fußball spielen eingestellt und die Leidenschaft vermissen lassen. Dadurch haben wir Wildeshausen aufgebaut“, sagte Oldenburgs Co-Trainer Oktay Yildirim, der den urlaubenden Chefcoach Andre Schmitz vertrat. So musste Yildirim mitansehen, wie Torhüter Celio Rocha einen Schuss von Ole Lehmkuhl nur nach vorne abwehren konnte und Rene Tramitzke in Torjäger-Manier zum 1:1 vollendete (17.).

Anschließend entwickelte sich ein Privatduell zwischen Sebastian Pundsack und Marco Prießner: Vier Mal klärte der VfL-Kapitän in allerhöchster Not (35./37./39./46.). Auch deshalb war der Schlussmann für Marco Elia neben dem unermüdlichen Jan Lehmkuhl der „Spieler des Spiels“. Sein Kollege rückte hingegen zwei andere Akteure in den Fokus. Zum einen: Andreas Kari. Der Flügelstürmer brachte es bisher lediglich auf „zwölf Minuten Bezirksliga-Erfahrung“, hatte Bragula ausgerechnet: „Heute stand er in der Landesliga-Startelf und hat das super gemacht.“

Zum anderen: Sebastian Bröcker. Der Neuzugang vom Kreisligisten TV Dötlingen war bisher sogar ohne jeden Bezirksliga-Einsatz und wurde ins kalte Wasser geworfen, nachdem sich der starke Ole Lehmkuhl verletzt hatte (30.). Der Debütant zeichnete auch für den Siegtreffer verantwortlich. „Kein Kommentar! Das macht er einfach klasse!“, schwärmte Bragula. Nachdem Celio Rocha seinen Strafraum verlassen hatte, um zu klären, schoss Bröcker den Ball direkt zum 2:1 ins verwaiste TSV-Gehäuse (42.). „Vielleicht haben wir bei der Aufgabe, die Kreisliga-Spieler aufs nächste Level zu bringen, ja sogar schon einen Schritt nach vorn gemacht“, überlegte Bragula.

Der Tabellenführer bemühte sich nach dem Seitenwechsel vergeblich um den Ausgleich. Er schaffte es nicht, sich klare Chancen herauszuspielen. „Das war der Knackpunkt: Wildeshausen hat gekämpft, und wir sind nicht wieder auf Touren gekommen“, monierte Oktay Yildirim. Zumal seine Crew die letzten 25 Minuten in Unterzahl spielen musste, nachdem Marten Niemeyer Gelb-Rot gesehen hatte (65.).

„Wir sind in der Landesliga angekommen“, freute sich Marco Elia, als seine Schützlinge die Führung über die Zeit gebracht hatten. Marcel Bragula dachte jedoch schon einen Schritt voraus: „Das sind nur drei Punkte – jetzt muss es weitergehen.“

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