Tramitzke bewahrt VfL vor der nächsten Niederlage

Wildeshauser müssen sich gegen harmlose Rasteder „Löwen“ mit 1:1 begnügen

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Hart bedrängt bringt Kevin Kari (2.v.r.) den Ball nach innen und bereitet so das 1:1 vor.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Immer wieder senkte Marcel Bragula den Blick, vergrub das Gesicht in seinen Händen und schüttelte den Kopf. Was der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen im Heimspiel gegen den FC Rastede von seiner Mannschaft angeboten bekam, konnte ihn nicht zufriedenstellen. Am Ende mussten die Krandel-Kicker fast schon froh sein, dass sie gegen harmlose Rasteder „Löwen“ noch ein 1:1 (0:1) erbeutet hatten.

„Es war ähnlich wie in den letzten Wochen: Wir schaffen es aktuell nicht, zumindest 70 oder 80 Minuten unsere Leistung zu bringen – das ist wahrscheinlich auch eine Kopfsache“, meinte Bragula. Wie schon bei den Niederlagen in Bümmerstede (0:2) und gegen Brake (2:3) bot seine Crew auch diesmal vor allem in der ersten Halbzeit wieder viel zu wenig an.

Bei strahlendem Sonnenschein lieferten sich beide Teams zunächst einen lauen Sommerkick. Erstmals kam in der 21. Minute so etwas wie Torgefahr auf. Mit einem langen Bein segelte Jannis Oberbörsch in eine Linksflanke von Philipp Finger, doch der Ball trudelte am Pfosten vorbei. Oberbörsch bot sich auch die nächste Gelegenheit. Nach einem Rasteder Ballverlust zog der Angreifer direkt von der Strafraumgrenze ab – genau in die Arme von FC-Keeper Max Braun. Da waren schon 43 Minuten gespielt.

Als es bereits danach aussah, als sollte es torlos in die Kabinen gehen, tankte sich Fahad Al-Qaraghuli durch. Den strammen Schuss der Rasteder Sturmspitze konnte VfL-Torhüter Sebastian Pundsack nicht festhalten. Den Abpraller drückte Tobias Büsing zum 1:0 über die Linie (45.). Allen Wildeshauser Abseitsreklamationen zum Trotz gab der souverän leitende Schiedsrichter Tim Otten (Wardenburg) den Treffer.

„Wir lassen in 90 Minuten eine Chance zu, und das ist gleich ein Tor“, ärgerte sich Bragula. Ansonsten machte seine Abwehr dicht. „Defensiv haben wir im Vergleich zu den letzten beiden Spielen, als wir im Mittelfeld viel zu viele Zweikämpfe verloren haben, eigentlich ganz gut gestanden“, meinte Bragula. Um nach dem Ausfall von Sascha Görke (Gelbsperre) das Zentrum zu stärken, hatte der Übungsleiter seinen etatmäßigen Torjäger René Tramitzke diesmal zunächst auf die Achterposition beordert. Im zweiten Abschnitt wechselte der Sturmtank dann wieder in die Angriffsmitte.

Für Belebung sorgte im zweiten Durchgang der eingewechselte Kevin Kari. „Kevin hat frischen Wind reingebracht, aber auch von Philipp Finger habe ich viel Gutes gesehen. Kevin ist das beste Beispiel für unsere derzeitige Situation: Er kriegt es nicht hin, konstant seine Leistung zu bringen. Wenn er so spielt wie in der zweiten Halbzeit, wäre er auf unserer linken Seite nicht wegzudenken“, lobte Bragula. Nicht von ungefähr war der jüngere der beiden Kari-Brüder auch am Ausgleich beteiligt. Mit einem Schnittstellenpass von Ole Willms im Strafraum in Szene gesetzt, brachte der 20-Jährige den Ball nach innen. Dort lauerte Tramitzke und bewahrte die Gastgeber mit dem 1:1 vor der dritten Niederlage in Serie (82.). Es war bereits der 18. Saisontreffer des Goalgetters.

„Das Tor war super rausgespielt“, fand Bragula. Doch insgesamt entwickelte seine Elf viel zu selten spielerische Lösungen, um den Rasteder Abwehrriegel zu knacken. „Keiner hatte mal den Mut einen Druckpass über 20 oder 30 Meter zu spielen, und zwar flach. Ich hatte das Gefühl, wir hatten Angst im Spielaufbau und pöhlen die Bälle nur lang nach vorne“, monierte der Übungsleiter. „Trotzdem bringt es nichts, in dieser schwierigen Situation auf diese junge Mannschaft einzuknüppeln.“

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