Wildeshausens Torjäger trifft beim 3:1 wieder doppelt

Tramitzke auch ohne Training für die Bank zu wertvoll

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Kein Vorbeikommen: Wildeshausens Thorben Schütte (r.) schirmt den Ball gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Frederik Dittmar ab.

Wildeshausen - Von Sven Marquart. Vor dem Landkreisderby gegen den VfL Stenum steckte Marcel Bragula gehörig in der Zwickmühle. Sollte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen seinen Torjäger René Tramitzke mit der Startelf auf Feld schicken?

Oder sollte er den Sturmtank, der derzeit berufsbedingt überhaupt nicht trainieren kann, auf die Bank setzen? Obwohl Tramitzke beim 3:0 über Frisia Wilhelmshaven zuletzt zweimal genetzt hatte, ließ Bragula den Angreifer draußen. „Eine schwere Entscheidung“, betonte der Übungsleiter. Zur Pause revidierte der VfL-Coach seinen Entschluss. Und Tramitzke dankte es ihm beim 3:1 (0:1)-Erfolg mit einem weiteren Doppelpack.

Überschattet wurde der dritte Saisonsieg des Spitzenreiters von einer Verletzung des Stenumers Julian Darr. Der Innenverteidiger blieb nach einem eher harmlosen Zweikampf mit Maximilian Seidel am Mittelkreis liegen (53.). Eine Viertelstunde später wurde Darr mit Verdacht auf Armbruch ins Krankenhaus gefahren. 

Zur Halbzeit war bereits sein Abwehrkollege Torben Würdemann in der Kabine geblieben. „Er hat keine Luft mehr bekommen“, berichtete Stenums Trainer Thomas Baake. Kurz vor Ende der Partie musste der Rettungswagen dann noch ein zweites Mal in den Krandel kommen: VfL-Kassiererin Hella Eckhoff hatte einen Schwächeanfall erlitten.

Absteiger lange zumindest ebenbürtig

Bis zu Darrs Verletzung waren die Gäste dem Landesliga-Absteiger vor rund 300 Zuschauern mindestens ebenbürtig gewesen. Zwar besaßen die Krandel-Kicker mehr Spielanteile, allerdings agierten Maximilian Seidel (15.), Sascha Görke (23.) und Ole Lehmkuhl (32./44.) bei ihren Schussmöglichkeiten zu zaghaft, so dass Bragula mehr Zielstrebigkeit einforderte. 

Und dann hatte Sascha Görke auch noch Pech, als sein Knaller von der Lattenunterkante ins Feld zurück sprang (37.). Stenum war da konsequenter: Maximilian Klatte hielt nach einem Angriff über rechts entschlossen drauf – und traf platziert zum 1:0 (19.). Es war Wildeshausens erstes Gegentor in der noch jungen Saison.

Erst nach der Verletzungsunterbrechung im zweiten Abschnitt gingen die Platzherren energischer zu Werke. Der Ausgleich kam jedoch ziemlich glücklich zustande: Eine abgefälschte Hereingabe von Michael Eberle stolperte Tramitzke zum 1:1 in die Maschen (74.). Kurz darauf war der 24-Jährige erneut zur Stelle, als er einen überfallartigen Konter über Maximilian Seidel zum 2:1 vollendete (89.). 

Das 3:1 besorgte der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Andreas Kari per Volleyschuss (90.+7). Stenum hatte im zweiten Abschnitt nur noch einen Lattenkracher von Maximilian Klatte zu bieten. Den Nachschuss setzte Bastian Morche über das Tor (90.+8).

Spiel wieder aus der Hand gegeben

„Die Gefühlslage ähnelt der in den letzten Wochen. Wir haben das Spiel wieder aus der Hand gegeben, dabei wollten wir für Julian unbedingt was mitnehmen. Im Moment fehlt uns auch ein bisschen das Glück, aber ich habe großes Vertrauen in die Mannschaft, dass sie in die Spur zurück findet. Wir müssen die Ruhe bewahren“, bilanzierte Thomas Baake.

„Stenum wird seinen Weg machen“, ist auch Marcel Bragula überzeugt. Bei seiner Crew vermisste er in der ersten Hälfte die nötige Laufbereitschaft. „Wenn ein Gegner so kompakt steht und so gut organisiert ist, musst du dich mehr bewegen. In der zweiten Halbzeit waren wir bissiger, aggressiver und haben schneller umgeschaltet. Deshalb ist der Sieg verdient.“

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