VfL Wildeshausen holt Willers und Förster / Auch Goldner und Köster im Anflug

Totalumbruch im Tor

Künftig Teamkollegen beim VfL Wildeshausen: Timo Goldner (l.) und Lukas Schneider. Foto: Marquart

Wildeshausen – Die Position des Torhüters wird im modernen Fußball immer wichtiger. Der letzte Mann muss nicht nur Bälle halten, sondern ist inzwischen oft erster Aufbauspieler seines Teams. Mit David Lohmann (31), Sebastian Pundsack (34) und Felix Dittrich (30) verfügte Landesligist VfL Wildeshausen über drei erfahrene Schnapper, die ihre Klasse immer wieder unter Beweis gestellt haben. Wohlgemerkt: verfügte. Denn in der neuen Saison müssen die Krandel-Kicker ohne das Trio auskommen. Stattdessen plant VfL-Coach Marcel Bragula für die Spielzeit 2020/2021 mit zwei blutjungen Keepern: Vom Kreisligisten TSV Großenkneten wechselt Sören Willers (20) nach Wildeshausen, und aus dem Nachwuchs des SV Werder Bremen kommt Miguel Förster (19) an die Hunte.

Auch im Mittelfeld hatten Bragula und sein Co-Trainer Patrick Meyer Lücken zu schließen. Die berufsbedingte Rückkehr von Jan Lehmkuhl zum Landesliga-Rivalen SC Melle 03 (wir berichteten) und den Ausstieg von Niklas Heinrich, der sich auf sein Studium konzentrieren will, kompensierte der Tabellenachte durch die Verpflichtung des Duos Timo Goldner (23) und Steve Köster (22) vom Bezirksligisten BW Bümmerstede. Zudem darf Daniel Wollenberg (18) aus dem eigenen Nachwuchs während der Vorbereitung zeigen, ob er bereits jetzt eine Alternative ist. „Er ist auf jeden Fall einer für die Erste. Die Frage ist nur: wann?“, sagt Bragula: „Daniel ist ein guter Fußballer, stark im Eins-gegen-eins und er bringt ein gutes Tempo mit. Aber er soll sich überhaupt keinen Druck machen. Von der A-Jugend-Kreisliga in die Herren-Landesliga ist es ein Riesensprung.“

Trotz des enormen Verlustes an Qualität und Erfahrung sieht Bragula „keinen Totalumbruch“ in seinem Team: „Das ist noch normal – außer auf der Torhüterposition.“ Denn die drei bisherigen Schlussmänner, im Übrigen die einzigen Ü 30-Akteure im Kader, waren nicht nur Leistungsträger, sondern auch absolute Führungsspieler.

Pundsack hatte eigentlich schon im vergangenen Sommer aufhören wollen. Doch weil sich Dittrich im Mai 2019 einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, hängte der langjährige Kapitän noch eine Saison dran. Nun soll für ihn endgültig Schluss sein. „Das war von vornherein klar“, sagt Bragula. Obwohl Dittrich inzwischen von seiner schweren Verletzung genesen ist, wird er nicht zwischen die Pfosten zurückkehren. „Das ist ihm zu riskant. Felix ist inzwischen selbstständig und baut ein Haus – das müssen wir so akzeptieren“, erläutert Bragula.

Dagegen ist der B-Lizenzinhaber „ein wenig enttäuscht“, dass auch Lohmann nach nur einer Saison schon wieder weg ist. „Denn eigentlich hatten wir uns auf ein Engagement über zwei Jahre geeinigt“, berichtet Bragula. Wirklich sauer ist er auf seinen Kumpel aber nicht. Obwohl Lohmann seit seinem Wechsel vom Oberligisten SV Atlas Delmenhorst nach Wildeshausen immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war er beim VfL die klare Nummer eins und hielt vor allem beim 2:1 über den amtierenden Meister SV Bevern überragend. Nun wird Lohmann Torwarttrainer beim neugegründeten JFV Delmenhorst.

Um den Platz im Tor konkurrieren künftig die beiden Youngster Willers und Förster. Willers war zuletzt Stammkeeper beim TSV Großenkneten und absolvierte 17 von 18 Saisonspielen für den Kreisliga-Siebten. Dabei kassierte der Bremer 36 Gegentreffer. Zuvor spielte Willers gemeinsam mit VfL-Verteidiger Mika Ostendorf für den BV Cloppenburg in der B-Junioren-Niedersachsenliga „Sören hat eine gute Spieleröffnung und strahlt trotz seiner jungen Jahre viel Ruhe aus“, findet Bragula.

Willers’ Konkurrent Förster galt beim SV Werder laut Bragula „als Riesentalent“. Der aus dem Nachwuchs des TV Jahn stammende Delmenhorster spielte für die Bremer U 17 in der B-Junioren-Bundesliga, bis ihn ein Kreuzbandriss fast zwei Jahre außer Gefecht setzte. Nun will Förster in Wildeshausen wieder angreifen. „Miguel ist reaktionsschnell und stark auf der Linie“, schildert Bragula seine Eindrücke aus dem Probetraining. Torwarttrainer Eike Bothe werde nun intensiv mit beiden Schlussmännern arbeiten und auch ein „gewichtiges Wort mitsprechen“, wer am Ende spielt. „Das ist eine spannende Frage“, meint Bragula. Er ist „kein Freund davon, wöchentlich den Torwart zu wechseln“. Trotzdem sei auch eine Rotation denkbar.

Dass Defensivallrounder Niklas Heinrich (23) den VfL Wildeshausen wegen seines Studiums verlässt, schmerzt Bragula. „Das tut weh! ,Heini‘ ist in der Mannschaft hoch angesehen“, bedauert der VfL-Coach. Den Verlust von Jan Lehmkuhl bezeichnet er gar als „Schlag ins Kontor“.

Lehmkuhls Kaderplatz nimmt künftig Timo Goldner ein. Aufgrund einer Schambeinentzündung kam der Mittelfeldspieler in der aktuell unterbrochenen Serie nur zu zwei Bezirksliga-Einsätzen für BW Bümmerstede. „Ich hoffe aber, dass ,Goldi‘ zu alter Form zurückfindet“, sagt Bragula. Denn in den Duellen mit Blau-Weiß habe der Zehner, der auch in der Spitze spielen kann, den VfL „mit seinem Tempo immer vor große Probleme gestellt“.

Unter allen Neuzugängen hat Bragula an Steve Köster die „größte Erwartungshaltung“ – nicht umsonst steht der für die Achter- und Sechserposition infrage kommende Oldenburger schon lange auf seiner Wunschliste. „Ich gehe davon aus, dass Steve auf Anhieb Stammspieler wird“, betont Bragula. Der jüngere Bruder von Atlas-Kapitän Nick Köster (28) sei körperlich robust, zweikampf- und kopfballstark. „Für Steve war es höchste Zeit, aus der Bezirksliga rauszukommen. Ich bin ein Fan von ihm, und ich glaube, er wird uns gut zu Gesicht stehen“, unterstreicht Bragula.

Wann auch immer die neue Saison beginnen mag – der VfL Wildeshausen sieht sich jedenfalls gerüstet. „Ich bin überzeugt davon, dass wir eine gute Truppe haben“, bekräftigt Bragula. Grundsätzlich sei die Kaderplanung abgeschlossen. „Aber es kann immer sein, dass sich noch mal was tut. Manchmal entwickeln sich die Dinge ja recht kurzfristig“, sagt der 45-Jährige.  mar

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