Torwart wechselt von Oberligist Atlas Delmenhorst nach Wildeshausen 

Bragula lotst David Lohmann in den Krandel

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Im Anflug: David Lohmann wechselt im Sommer vom SV Atlas Delmenhorst zum VfL Wildeshausen - in die Bezirks- oder für den Fall des Aufstiegs in die Landesliga.

Wildeshausen - Von Cord Krüger. Plötzlich ging alles ganz schnell. Erst vor knapp zwei Wochen hatte David Lohmann seinen Ausstieg beim SV Atlas Delmenhorst zum Saisonende angekündigt, von einem Karriereende wollte der Klasse-Torwart aber noch nicht sprechen. Also ergriff Marcel Bragula die Initiative. Und gestern meldete der Trainer des VfL Wildeshausen Vollzug: Lohmann kommt im Sommer in den Krandel! Die lebende Legende des Fußball-Oberligisten sagte dem Bezirksliga-Spitzenreiter zu. „David wird uns nicht nur sportlich weiterhelfen, sondern passt auch menschlich hundertprozentig zu uns“, urteilt Bragula über den 30-Jährigen, den er seit mehr als zehn Jahren kennt. Lohmann selbst verriet, dass dieser Kontakt seine Entscheidung wesentlich beeinflusst habe: „Wildeshausen hat einen überragenden Trainer, aber auch eine tolle Truppe mit charakterlich durchweg guten Jungs. Dazu kommt die tolle Anlage - ich habe richtig Bock drauf!“ Eine Anlage, die Lohmann spätestens seit dem 29. Mai 2015 nie vergessen dürfte, als er mit Atlas im Bezirksliga-Herzschlag-Finale vor mehr als 4 000 Zuschauern beim VfL im Krandelstadion antrat. Das 1:1 reichte Bragulas Team zum Landesliga-Aufstieg, „aber dieses Erlebnis hat uns alle nur noch mehr zusammengeschweißt“, schildert der Schlussmann.

Der Grund des Transfers hängt jedoch mit dem sich anbahnenden Ende einer Wildeshauser Ära zusammen: Der 33-jährige Sebastian Pundsack hängt im Sommer seine Torwarthandschuhe an den Nagel. Aus familiären Gründen tritt der frisch gebackene Vater kürzer. „Sein Spielerpass bleibt bei uns, als Standby-Torwart will er uns weiter zur Verfügung stehen - aber wir wussten, dass wir nun auf dieser Position zum Handeln gezwungen sind“, verdeutlicht Bragula. Denn Patrick Hagen wird beruflich nach Köln versetzt, der bisher als Pundsacks Nachfolger vorgesehene Lauren Riedel (2015 aus der A-Jugend in die Erste aufgerückt) studiert noch bis mindestens 2020 in Hamburg. „Somit blieben uns zwei Torhüter für zwei Mannschaften“, erläutert Bragula mit Blick auf Maik Backhus aus der Zweiten und Felix Dittrich, zurzeit Nummer zwei hinter Kapitän Pundsack. „Felix ist aber derjenige, der in den letzten eineinhalb Jahren die beste Entwicklung genommen hat“, unterstreicht Bragula. Dies verdeutlichte er auch Lohmann am Ende voriger Woche, als er und Wildeshausens Fußball-Abteilungsleiter Ottmar Jöckel mit dem Noch-Delmenhorster zusammen saßen. Das Ergebnis: Lohmann versprach, sich dem Konkurrenzkampf zu stellen. „Felix macht das super - und ich habe keinen Grund, irgendwelche Ansprüche zu stellen“, sagt der Delmenhorster, der demnächst heiratet und im Sommer Vater wird: „In der Oberliga habe ich ja nichts gerissen.“

Das allerdings hängt mit seinem Innenbandriss zusammen, den er sich im August 2017 im ersten Fünftliga-Spiel bei Mitaufsteiger TuS Sulingen zugezogen hatte. Es folgte eine dreimonatige Leidenszeit, in der Keeper-Kollege Florian Urbainski „grandios gehalten hat“, lobt Lohmann seinen Kumpel und Konkurrenten. Er akzeptierte seine Rolle und suchte nun eine neue Herausforderung. „Als mein Abschied öffentlich wurde, hatte ich gleich sieben Anfragen. Die waren auch finanziell interessant, aber ich wollte nur wieder Spaß am Fußball haben.“

Vor dem Abflug? Nicht ganz. Sebastian Pundsack kündigte zwar seinen Ausstieg zum Saisonende an, steht Wildeshausen für Notfälle aber zur Verfügung.

„Das sagt alles über seinen Charakter aus“, meint sein künftiger Coach: „Er hat sich gegen Angebote entschieden, die lukrativer waren.“ Denn der VfL Wildeshausen zahlt bekanntlich nichts.

Somit freut sich Bragula nicht nur über den „sportlichen Glücksfall“, sondern auch über die Schlussfolgerungen dieses Transfers: „Es gibt noch Spieler, die sich gegen das Geld entscheiden, weil sie erkannt haben, um was es wirklich im Fußball geht.“ Zudem sei es „eine Anerkennung für unsere Arbeit - in diesem konkreten Fall die von unserem Torwarttrainer Eike Bothe, der eine exzellente Arbeit mit den Torhütern bis hinunter zur Jugend leistet“, stellt Bragula herraus.

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