Thomas Luthardt setzt alles auf den 1. Mai

Fußballkreis möchte die Saison sportlich zu Ende bringen – aber nicht um jeden Preis

Thomas Luthardt
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Thomas Luthardt

Landkreis – Beim Angeln lässt sich prima Abstand halten. Also nutzt Thomas Luthardt die Coronakrise, um verstärkt seinem zweiten großen Hobby nachzugehen. Während die frisch gefangenen Fische zunehmend seine Kühltruhe füllen, steigen seit einigen Tagen auch wieder die Infektionszahlen. Und damit schwindet zugleich die Hoffnung, dass Luthardt bald auch wieder seiner anderen Leidenschaft frönen kann. Seit mehr als fünf Monaten schon ruht der Spielbetrieb im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst, dessen Spielausschussvorsitzender Luthardt ist.

„Manche machen sich viel zu viele Gedanken. Fußball ist eine schöne Nebensache, aber es gibt wichtigere Dinge“, findet Luthardt. Trotzdem ist der 57-Jährige natürlich vorbereitet für den Fall, dass das Pandemiegeschehen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs gestatten sollte. „Wenn wir das Go kriegen, bekommen die Vereine 14 Tage Zeit, um sich vorzubereiten“, hält sich Luthardt an die Linie des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV).

Als Termin für den Re-Start peilt der Delmenhorster den 1. Mai an. Dieses Datum sei jedoch auch schon gleichbedeutend mit der absoluten Deadline. „Bei einem späteren Start wäre es nach meinem Ermessen nicht mehr möglich, die Saison sportlich zu Ende zu bringen. Wenn wir nicht Mitte April mit dem Training beginnen können, gibt es ein Problem“, erklärt Luthardt. Dabei hat er die vom NFV geschaffene Möglichkeit, die Spielzeit über den 30. Juni hinaus bis maximal an den Beginn der Sommerferien (21. Juli) zu verlängern, bereits eingepreist.

Sollte Luthardts Entwurf zum Tragen kommen, wird in den beiden Kreisliga-Staffeln lediglich noch die angefangene Hinrunde zu Ende gebracht. Die beiden Staffelsieger würden am 14. und 18. Juli in Hin- und Rückspiel die Meisterschaft und den Bezirksliga-Aufstieg unter sich ausmachen. Auch in den fünf Kreisklassen bliebe es bei der Beendigung der Hinrunde.

„Es gibt jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft – so viele Pläne kann man gar nicht machen.

Thomas Luthardt, Vorsitzender des Kreisspielausschusses

Einen Plan B habe er nicht in der Schublade, gibt Luthardt zu. „Es gibt jeden Tag eine neue Hiobsbotschaft – so viele Pläne kann man gar nicht machen“, meint er. Sollte die dritte Coronawelle mit voller Wucht zuschlagen und alle Gedankenspiele zunichtemachen, führe kein Weg an einem erneuten Saisonabbruch vorbei. Bei einer Videokonferenz vor gut zwei Wochen hätten die Vereinsvertreter dem Kreisvorstand eindeutig zu verstehen gegeben, dass die Gesundheit vorgehe. Ganz ähnlich hatten sich kürzlich die Clubs im Nachbarkreis Cloppenburg geäußert. Unter den Vereinen des NFV-Kreises Vechta soll es in Kürze eine Meinungsabfrage geben.

Während der Verband auf Biegen und Brechen bestrebt ist, eine Wertung der Saison 2020/2021 mit Auf- und Absteigern hinzubekommen, ist Luthardt diesbezüglich skeptisch. „Es macht doch keinen Sinn, nach nur fünf Spielen eine Quotientenwertung durchzuführen. Ich würde die Saison abbrechen und im Sommer wieder von vorne anfangen“, erklärt er.

Genauso wenig hält der oberste Spielplangestalter des Kreises von tagesaktuellen Coronaschnelltests, die ab 22. März Mannschaftstraining bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 möglich machen sollen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert – allein schon wegen der hohen Kosten“, sagt Luthardt.

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